Ozonwerte halten sich in Grenzen

Trotz der vielen negativen Auswirkungen der sommerlichen Hitze, gibt es auch gute Neuigkeiten. Die Ozonwerte sind gegenüber dem Ausnahmesommer 2003 aufgrund weniger Emissionen erheblich tiefer.

Bianca Helbling/Adrian Vögele
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Der Verkehr ist einer der Hauptverursacher von hohen Ozonwerten. (Bild: Michael Canonica, Benjamin Manser)

Der Verkehr ist einer der Hauptverursacher von hohen Ozonwerten. (Bild: Michael Canonica, Benjamin Manser)

Wer denkt, das diesjährige Prachtwetter habe die Ozonwerte in rekordverdächtige Höhen getrieben, liegt falsch. Im Hitzesommer 2003 gab es bei der Grabser Messstation Marktplatz ganze 102 Tage, an denen der vom Bund definierte Grenzwert von 120 Mikrogramm überschritten wurde. Dieses Jahr dagegen wurden bisher erst derer 51 verbucht. Wie Susanne Schlatter vom St. Galler Amt für Umwelt gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» erklärt, wirken sich die rückläufige Verwendung von Lösungsmitteln und niedrigere Stickoxid-Emissionen positiv auf die Ozonwerte aus.

Höchstwerte liegen tiefer als im Rekordjahr 2003

Auch die Spitzenwerte liegen tiefer als 2003. «Während damals Maxima von bis zu 240 Mikrogramm gemessen wurden, liegen die Höchstwerte heuer meist im Bereich von 160 bis 170 Mi-krogramm.» Dennoch ist auch das Jahr 2018 kein Vorzeigejahr in Sachen Ozonkonzentration. So wurden dieses Jahr beinahe doppelt so viele Tage mit Grenzwertüberschreitung in Grabs gemessen wie 2017.

«Ab dem überschrittenen Grenzwert wird das Ozon für die Menschen beispielsweise durch ein Kitzeln in der Nase spürbar», erklärt Susanne Schlatter. Je höher die Ozonmenge, desto stärker werden die Symptome. In Grabs erreichte die Konzentration im Monat August das bisherige Jahresmaximum von 165 Mikrogramm.

Obwohl das Ozon den Körper nur vorübergehend belastet, können neben unangenehmen Lappalien wie Halskratzen, Augentränen oder Kopfschmerzen auch eine allgemein verminderte Leistungsfähigkeit oder weitreichende Folgen für die Lunge resultieren. Deswegen empfiehlt Schlatter, bei hohen Ozonwerten und Hitze auf Aktivitäten im Freien zu verzichten und Sport wenn möglich frühmorgens oder abends zu treiben. Laut der Fachvereinigung Cercl’Air leiden selbst Pflanzen unter hohen Gasmengen. Neben vermindertem Wachstum sorgt Ozon auch für Schäden und Stress an Bäumen und kann als «Zellgift» wirken.

Da das Limit von 120 Mikrogramm regelmässig und flächendeckend überschritten wird, verändert die Bevölkerung ihr Verhalten in solchen Situationen kaum. Seit einigen Jahren berufen sich die Behörden nun auf einen zweiten Grenzwert. Sobald die Ozonkonzentration an mehreren Orten auf über 180 Mikrogramm ansteigt, werden die Einwohner verstärkt informiert und gewarnt. Bisher war dies jedoch noch nicht nötig.

Werte in der Region besser als in Kantonshauptstadt

Interessanterweise übersteigen die gemessenen Werte am Stadtrand diejenigen der Stadtmitte, wie etwa in der Stadt St. Gallen bemerkt wurde. Gemäss Susanne Schlatter ist dies darauf zurückzuführen, dass Ozon an verkehrsreichen Orten schneller mit Stickoxid reagiert und umgewandelt wird. Stadtbewohner können deswegen trotzdem nicht aufatmen, denn auch Stickoxid ist, genau wie Feinstaub, schädlich für die Gesundheit. Bei der Grabser Messstation indes liegen die Ozonwerte unter jenen der stadtnahen Gebiete, auf ähnlichem Niveau wie die der St. Galler Stadtmitte. Die Konzentration des Stickoxids ist in Grabs sogar dreimal kleiner als im Zentrum der Kantonshauptstadt.