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Ortsgemeinde Buchs baut weiteres Mehrfamilienhaus

Gestern Montag war der Spatenstich für das neue Mehrfamilienhaus der Ortsgemeinde Buchs an der Churerstrasse 41. Die Nachfrage nach diesen Wohnungen ist bereits jetzt sehr gross.
Katharina Rutz
Zum Spatenstich waren die Vertreter der Baufirmen und der Ortsgemeinde geladen: (von links) Christian Rothenberger (OG Buchs), Tanja Niederer (Architektin), Hans Rothenberger (VR OG Buchs), Raffaele Prestagiacomo (Bauleiter), Heini Senn (Präsident OG Buchs), Sven Märk (Märk Architektur AG), Ruedi Senn (VR OG Buchs), Hans Peter Vetsch (Schreiber/Kassier OG Buchs), Johannes Gähwiler und Andreas Bless (Marty Bauleistungen AG) sowie Manfred John (Zindel + Co. AG). (Bild: Katharina Rutz)

Zum Spatenstich waren die Vertreter der Baufirmen und der Ortsgemeinde geladen: (von links) Christian Rothenberger (OG Buchs), Tanja Niederer (Architektin), Hans Rothenberger (VR OG Buchs), Raffaele Prestagiacomo (Bauleiter), Heini Senn (Präsident OG Buchs), Sven Märk (Märk Architektur AG), Ruedi Senn (VR OG Buchs), Hans Peter Vetsch (Schreiber/Kassier OG Buchs), Johannes Gähwiler und Andreas Bless (Marty Bauleistungen AG) sowie Manfred John (Zindel + Co. AG). (Bild: Katharina Rutz)

Früher stand auf dem Grundstück an der Churerstrasse 41 in Buchs das sogenannte Försterhaus. Es hiess so, weil tatsächlich einmal der Förster darin gewohnt hat. Bis vor rund einem Jahr war es vermietet. Danach stellte sich für die Besitzerin, die Ortsgemeinde (OG) Buchs, die Frage, wie weiter. Um das Potenzial der Liegenschaft auszunutzen, wird auf der Parzelle nun ein Mehrfamilienhaus mit elf Wohnungen entstehen. Das Baubudget beläuft sich auf fünf Millionen Franken.

Die 31/2- und 41/2-Zimmer-Wohnungen werden im Eigentumsstandart ausgebaut. «Sie werden über eine Wohnessküche, separates Bad/WC und Parkettböden verfügen», erklärt Hans Rothenberger, der das Ressort Bau im OG-Verwaltungsrat betreut. Bezugsbereit werden sie im März 2021 sein. Allerdings ist nur noch eine der elf Wohnungen frei. Die anderen sind bereits vertraglich reserviert.

Grundwasser muss abgesenkt werden

Der Zeitplan sieht vor, dass bis Ende Jahr der Rohbau mit dichtem Dach stehen soll. Das Jahr 2020 steht dann im Zeichen des Innenausbaus. Als erstes werden die Bauleute den Aushub machen, danach muss das Grundwasser abgesenkt werden. Dann entstehen die Tiefgarage und die vier Stockwerke. Anlässlich des Spatenstichs gestern zeigte sich Heini Senn, Präsident der Ortsgemeinde Buchs, vor allem dankbar für die gute und reibungslose Zusammenarbeit.

Die Vertreter der Baufirmen griffen also zusammen mit Heini Senn zu Helm und Schaufel, um den symbolischen Spatenstich auszuführen. Dies waren neben den Ortsgemeinde-Verwaltungsräten das Architekturbüro Märk Architektur AG in Buchs und Zürich sowie die Baufirmen Marty Bauleistungen AG in Azmoos und Zindel + Co. AG in Maienfeld.

Mit diesem neusten Projekt besitzt die Ortsgemeinde Buchs dann fünf Mehrfamilienhäuser. Hinzu kommen zwei Einfamilienhäuser und das alte Zollhaus am Schläppliweg in Buchs. Heini Senn, Präsident der Ortsgemeinde Buchs, sagt:

«Wir vermieten unseren Wohnraum zu günstigen Konditionen. In unserem Leitbild halten wir fest: Wir fördern das Angebot von sozialverträglichem Wohnraum.»

Dennoch verdient die Ortsgemeinde dabei etwas. «Wir streben aber keine Gewinnmaximierung an, sondern wollen unseren Mietern schönen Wohnraum zu fairen Mietzinskonditionen bieten.»

Alle Wohnungen sind vermietet

Offenbar liegt die Ortsgemeinde mit ihrem Konzept richtig. «Im neuen Mehrfamilienhaus am Felbenweg 4 konnten die Wohnungen Ende letzter Woche den Mietern übergeben werden. Die Liegenschaft ist voll vermietet und das notabene ohne ein einziges Inserat», freut sich Heini Senn. Beim Mehrfamilienhaus an der Churerstrasse 41 sind bereits 10 der 11 Wohnungen vertraglich reserviert. Auch die anderen Wohnungen der Ortsgemeinde Buchs sind vermietet. Einen Leerstand kennt die Ortsgemeinde nicht. Die Mieterinnen und Mieter sind laut Senn durchmischt.

«Jüngere, Ältere, Familien, Ausländer, Schweizer, einfach querbeet.»

Ein wichtiges Ziel der Ortsgemeinde ist es, Werte auch für künftige Generationen zu erhalten und der Öffentlichkeit etwas zurück zu geben. «In Zeiten von Negativzinsen setzen wir mit dem Bau von Liegenschaften unser Kapital sinnvoll ein und generieren nachhaltige Einnahmen für unsere Aufgaben im öffentlichen Interesse», so der Präsident.

Ein Familienskitag für 60 Franken

Neben den Wohnliegenschaften betreibt die Ortsgemeinde Buchs das Berghaus Malbun, im Winter einen Skilift auf dem Buchserberg, sowie den Busbetrieb dahin. All dies wäre ohne die finanziellen Zuschüsse der Ortsgemeinde Buchs nicht möglich. «Wir wollen, dass eine Familie auf dem Buchserberg für 50 oder 60 Franken einen Skitag verbringen kann», sagt Heini Senn. Schliesslich verfügt die Ortsgemeinde über Landwirtschaftsland, Alpen und Wald.

Heini Senn, Präsident Ortsgemeinde Buchs

Heini Senn, Präsident Ortsgemeinde Buchs

Wie finanziert die Ortsgemeinde das alles? «Wir nehmen jedes Jahr rund eine Million Franken aus Baurechtszinsen und 0,3 Millionen Franken aus landwirtschaftlichen Pachten ein», sagt Heini Senn. «Mit den Erträgen finanzieren wir die defizitäre Alp- und Waldbewirtschaftung und erbringen Leistungen für die Allgemeinheit wie Berghaus, Skilift, Busbetrieb, kulturelle Beiträge an Vereine und Institutionen und so weiter.»

Die Ortsgemeinde Buchs gehört damit zu den fünf finanzstärksten des ganzen Kantons St. Gallen. An der Spitze der «Rangliste» steht die Ortsgemeinde St. Gallen. Heini Senn ist auch Präsident des Verbandes St. Galler Ortsgemeinden. Ihm sind 106 Ortsgemeinden angeschlossen. «Darunter sind viele kleinere, die auch zu kämpfen haben.»

Baurechtsvergabe als Erfolgsrezept

Das Erfolgsrezept der Ortsgemeinde Buchs ist wohl die Vergabe von Land im Baurecht. «Wir waren in den 1970er-Jahren eine der ersten Ortsgemeinden, die ihr Land nicht mehr verkauften, sondern im Baurecht abgaben», sagt Heini Senn.

«Verkauft wird heute nichts mehr.»

Dies sei eine Win-Win-Situation, so der Präsident. «Das hat man an der Räfiserhalde gesehen. Von den knapp 48000 Quadratmetern Bauland wurden gegen 90 Prozent im Baurecht abgegeben. Für die Refinanzierung der Erschliessungskosten wurden zu Beginn einige Parzellen verkauft.»

Ein Baurechtsvertrag läuft über 99 Jahre bei einem Einfamilienhaus und über 50 Jahre bei Industriebauten. Gerade Personen, die ein Einfamilienhaus bauen möchten, würden vielleicht das Land aber lieber kaufen. «Das ist so», sagt Heini Senn. «Aber auch unsere Baurechtskonditionen sind sehr interessant, wir gewähren in der Regel einen Rabatt von 50 Prozent auf dem Handelswert.» Dies ermöglicht oftmals auch weniger finanzkräftigen Bauwilligen den Bau eines Eigenheims. «Nach 99 Jahren muss der Vertrag zudem verlängert werden, ausser ein öffentliches Interesse vom Bund oder Kanton besteht», erklärt Heini Senn. Dies könnte zum Beispiel der Bau einer Autobahn sein. Heute berät die Ortsgemeinde Buchs andere Ortsgemeinden bei Baurechtsfragen. «Dank des Baurechts können wir unsere Werte für die nachfolgenden Generationen erhalten», ist Heini Senn überzeugt.

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