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Experte kritisiert Fällung des Mammutbaums: «Das Ortsbild von Walenstadt ist zerstört»

Dass der Mammutbaum beim Spital Walenstadt vergangene Woche gefällt wurde, hatte Sicherheitsgründe. Dieser Entscheid erntet nun Kritik.
Nadine Bantli/Jessica Nigg
Der Stumpf des Mammutbaumes, der zu den zehn höchsten des Landes gehörte, wird langsam absterben. (Bild: Nadine Bantli)

Der Stumpf des Mammutbaumes, der zu den zehn höchsten des Landes gehörte, wird langsam absterben. (Bild: Nadine Bantli)

Der Bergmammutbaum beim Parkplatz des Spitals Walenstadt ist in Menschenjahren gerechnet mit 132 zwar uralt geworden; in ihrer amerikanischen Heimat wachsen die Baumgiganten allerdings über mehrere Tausend Jahre lang. Mit einer Höhe von 45 Metern hat der Mammutbaum sogar die Kirche in Walenstadt überragt und das Ortsbild geprägt. In den Augen von Lukas Wieser sogar «den Anblick des Spitals verschönert».

Kein Verständnis für Vorgehen

Wieser ist Baumsachverständiger und Mammutbaumexperte. Für die Fällung hat er kein Verständnis. In seinem Garten stehe ein 50 Meter hoher Schwesternbaum desjenigen beim Spital. Als Sicherheitsmassnahme bei Stürmen, hat Wieser Äste, die eine potenzielle Gefahr darstellen, gesichert. Sollten die Äste brechen, können sie nicht herunterfallen. Anders verhielt es sich beim nun gefällten Baum beim Spital: Während des Wintersturms Burglind brach im Januar ein Ast und beschädigte ein darunter parkiertes Auto total – verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Für die Geschäftsleitung der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SRWS) sei dieses Ereignis ausschlaggebend gewesen für den Entscheid, den Baum aus Sicherheitsgründen zu fällen, erklärt Roland Rubin, Leiter Betrieb und Organisation, auf Anfrage. Alternative Sicherheitsmassnahmen wie jene, die Wieser getroffen hat, seien nicht infrage gekommen.

Bevölkerung hat nichts zu sagen

Als Eigentümer der Spitalanlagen ist die Spitalregion RWS für die Sicherheit auf dem Areal verantwortlich und darf frei über Massnahmen entscheiden, die auf dem Grundstück umgesetzt werden. Zudem ist der Mammutbaum kein einheimisches Gehölz und geniesst keinen Artenschutz. So kam es, dass weder das Bauamt noch die Bevölkerung von Walenstadt über die Fällung informiert, geschweige denn in die Diskussion einbezogen wurden.

«Mit der Fällung des Mammutbaumes hat man das Ortsbild von Walenstadt zerstört. Bis ein neuer Baum solche Dimensionen erreicht, befinden wir uns im Jahr 2150», empört sich Lukas Wieser. Roland Rubin zeigt sich unbeeindruckt und stützt sich auf die Beurteilung eines spezialisierten Unternehmens, das nach Sturm Burglind sämtliche Hochstämmer auf dem Areal begutachtete.

Aktuell würden die anderen Mammutbäume im Spitalpark in Walenstadt wesentlich weniger Probleme aufweisen, sie seien gesund. Und da sie im Park keine unmittelbare Gefahr für Personen darstellen, sind sie bei regelmässiger Pflege und Kontrolle vorerst nicht in Gefahr, ebenfalls gefällt zu werden.

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