Am Gamperney-Berglauf geht es ohne Fitness und Gesundheit nicht

Der Traditionsanlass findet am Sonntag zum 35. Mal statt. Einige kämpfen gegen die Uhr, andere gegen einen Mitstreiter. Doch das Gros hat den Berg als Gegner. Eines haben alle gemeinsam: Sie dürfen den Lauf nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Robert Kucera
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35 Jahre lang unzertrennlich: Josef Schöb und «sein» Berg. (Bild: Robert Kucera)

35 Jahre lang unzertrennlich: Josef Schöb und «sein» Berg. (Bild: Robert Kucera)

Keiner kennt die Schönheiten aber auch die Tücken des Gamperney-Berglaufs so gut wie Josef Schöb. Der Gamser ist Teilnehmer der ersten Stunde und hat dem Traditionsanlass auch nach seiner Aktivzeit die Treue gehalten. Für das OK-Mitglied steht fest: Diesen Berg hochzulaufen birgt ein gewisses Suchtpotenzial. Doch es ist Vorsicht geboten:

«Es ist ein strenger Lauf. Besonders der Schlussaufstieg, die letzten zwei, drei Kilometer, ist happig.»

Der 69-Jährige weiss, wovon er spricht. Von der ersten Austragung 1985 bis 2008 nahm er jedes Jahr teil. Nur wer gut vorbereitet und bei guter Gesundheit ist, sollte die Herausforderung Gamperney-Berglauf in Angriff nehmen. Ein Grund, weshalb sich Schöb seit über einem Jahrzehnt ausschliesslich seiner Arbeit als OK-Mitglied im Unterdorf Grabs widmet.

Siege mit dem Team und mit der Tochter am Lauf

Wegen gesundheitlichen Problemen (Herz) musste Josef Schöb kürzertreten. Da dieser Berglauf einem alles abverlangt, wollte der Gamser nichts riskieren. Leicht fiel ihm das aber nicht. «Beim ersten Mal, als ich nur noch zuschaute, war es schon speziell», erinnert er sich. «Es hat mich schon etwas gewurmt, nicht mehr selber hochzulaufen. Denn es wäre schön gewesen, noch mitzulaufen – auch wenn es streng ist.»

Doch Schöb hat schnell gelernt, Abstand zu gewinnen. Nun trägt er im Herzen zahlreiche schöne Erinnerungen. Wie an den Anfang. Als er vom Berglauf vernahm, stand für den Sportler, der früher Fussball spielte und Stammgast am Engadin Skimarathon war, fest: «Wenn schon so ein schöner Berglauf in der Nähe ist, dann mache ich mit.» Er unterbot sogar die magische Marke von einer Stunde – allerdings befand sich der Start damals beim Schulhaus Quader. Mit der Sportgruppe «Zischtigshöggler» gewann er einige Male die Teamwertung.

Spricht man Josef Schöb auf das Highlight seiner Zeit als Gamperney-Bergläufer an, erklärt er:

«Für mich war jedes Jahr, an dem ich mitmachte, ein Höhepunkt.»

Eine Situation bezeichnet er jedoch als speziell: «Meine Tochter war auch gut im Laufen. Für mich war es schön, gemeinsam mit ihr an den Start zu gehen.»

Das Helfen war eine Selbstverständlichkeit

Die Gemeinschaft ist Josef Schöb wichtig. Als Läufer bestens mit dem Berglauf vertraut und als Gamser, dem die Region viel bedeutet, benötigte es vom OK keine Überredungskünste, ihn als Helfer zu gewinnen. «Dass das Engagement so lange dauert, hätte ich aber nicht gedacht.» Seit 2004 ist er im Unterdorf mit seinen Kollegen von der Sportgruppe «Zischtigshöggler» am Werk. Das Bestuhlen der Festwirtschaft in der Turnhalle, bis zu 500 Sitzplätze, dauert etwa zweieinhalb Stunden. Zudem wird der Kinderlauf ausgesteckt. Doch die «Zischtigshöggler» sind ebenfalls in die Jahre gekommen. Wenn Chef Schöb abtritt, so die Abmachung, werden auch diese fleissige Helfer den Gamperney-Berglauf verlassen. Probleme gab es während seiner Amtszeit nie. «Es war stets derselbe Ablauf. Jeder wusste, was zu tun war.»

Grösste Veränderung war die Infrastruktur

Veränderungen sind nicht das Ding des Gamperney-Berglaufs. Blickt Josef Schöb zurück, fällt ihm wenig auf. Er sagt, dass der Anlass am Anfang bestimmt schlichter war. «Mit der neuen Infrastruktur im Unterdorf wurde der Berglauf professioneller», lobt er. Was ihn sehr freut, sind die Feedbacks der Läufer. «Wir erhalten viele Komplimente, dass unser Lauf sehr gut organisiert sei.» Als grössten Trumpf des Traditionsanlasses bezeichnet der 69-Jährige die positive Atmosphäre «und die Rundsicht – wenn das Wetter stimmt.»

Ab 9 Uhr morgens geht es am Sonntag den Berg hoch

Der Start zur 35. Austragung erfolgt am Sonntagmorgen um 9 Uhr. Den Anfang macht die Kategorie Jugend mit dem Zielort Schurren, um 9.30 Uhr erfolgt dann der Startschuss für den Berglauf. Zielschluss ist 12 Uhr. Ab 13.30 Uhr geht es rund um den Start-Ort Mehrzweckhalle Unterdorf in Grabs so richtig zur Sache. Denn dann finden in den Altersklassen Mikro, Mini, Midi und Maxi die Kids-Läufe statt. Noch bevor die jüngsten Teilnehmer ihre Strecke unter die Füsse nehmen, erfolgt bereits um 13 Uhr die Rangverkündigung der Jugend. Ab 14.45 Uhr folgen dann die Ehrungen Berglauf und Kids-Läufe. Nachmeldungen für den Gamperney-Berglauf sind bis eine halbe Stunde vor dem Start möglich.