Offiziersgesellschaft Werdenberg sprach an der Hauptversammlung über die Herausforderung der Schweizer Armee

Die Armee hat die Aufgaben helfen, schützen und kämpfen, wie Divisionär Willy Brülisauer in Buchs betonte.

Adi Lippuner
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Swen Büchel, Präsident der Offiziersgesellschaft Werdenberg (links) und Divisionär Willy Brülisauer, Kommandant der Territorialdivision 4 bei den letzten Vorbereitungen für das Referat.

Swen Büchel, Präsident der Offiziersgesellschaft Werdenberg (links) und Divisionär Willy Brülisauer, Kommandant der Territorialdivision 4 bei den letzten Vorbereitungen für das Referat.

Bild: Adi Lippuner

Auf Einladung der Offiziersgesellschaft Werdenberg (OGW) referierte der Kommandant der Territorialdivision 4, Divisionär Willy Brülisauer, am Freitagabend in Buchs über die Herausforderung der Schweizer Armee. Dabei machte er klar, dass ihm verschiedene Bereiche Sorge bereiten. Mit Blick auf die Weltlage seien es die über 70 Krisenherde und damit verbunden auch Gefahren für die Schweiz. Bezogen auf das Inland wurden Bedrohungen durch den Klimawandel, Hochwasser sowie der Schutz kritischer Infrastrukturen, um nur einige zu nennen, erwähnt.

Grosse Sorge bereitet Willy Brülisauer die Alimentierung der Schweizer Armee, also der fehlende Nachwuchs und die Verlagerung zum Zivildienst. Es gehe nicht darum, den zivilen Organisationen die Leute abspenstig zu machen, «wenn wir aber jährlich nur zwischen 14000 und 15000 Rekruten ausbilden, aber deren 18000 benötigen würden, liegt unser Problem auf der Hand. Viele sehen ein, dass die Schweiz eine Armee braucht, sagen aber ‹ohne mich›», brachte er das aktuelle Problem auf den Punkt.

Ein grosses Potenzial sieht der Kommandant bei den Frauen. «Dabei schwebt mir nicht eine obligatorische Dienstpflicht für Frauen vor, aber wir sollten Interessentinnen besser erreichen können.»

Schutz aus der Luft nötig

Für Divisionär Brülisauer ist klar, dass Truppen, die im Ernstfall am Boden im Einsatz stehen würden, auch Schutz aus der Luft benötigen. Es brauche deshalb eine robuste Infanterie Ausbildung, eine bodengestützte Luftverteidigung und nicht zuletzt auch eine Luftverteidigung. Gemäss Bundesratsentscheid vom 15. Mai 2019 liege das maximale Finanzvolumen für neue Kampfflugzeuge bei sechs Milliarden Franken.

Bezüglich Bedrohung und Gefahren war zu hören. «Bedrohung setzt einen Willen voraus, die Schweiz oder ihre Interessen zu schädigen oder zumindest eine solche Schädigung in Kauf zu nehmen. Im Unterschied zur Bedrohung setzen Gefahren keinen Willen zur Schädigung voraus, beispielsweise Naturgefahren, technologische oder gesellschaftsbedingte Gefahren.»

Militär gegenüber Zivilgesellschaft vertreten

Für Swen Büchel, Präsident der Offiziersgesellschaft Werdenberg (OGW), ist es eine der Aufgaben, das Militär gegenüber der Zivilgesellschaft zu vertreten. Auch ihn stimmen die Rekrutierungszahlen nachdenklich, wie er bei seiner Begrüssung zur Hauptversammlung betonte. Die OGW werde auch im laufenden Jahr die bewährten Anlässe wie die zwei Pistolenschiessen auf St.Luzisteig, den Stand am Buchserfest, aber auch einen Fachvortrag durchführen. Auf dem Programm steht ein WAP-Anlass, das bedeutet, eine Informationsveranstaltung im Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik der Armee.

Kassier Peter Vetsch konnte, bei Ausgaben von gut 15000 Franken, eine ausgeglichene Rechnung mit einem kleinen Gewinn von rund 130 Franken präsentieren. Durch den Rücktritt von Vizepräsident Enrico Mungo und Beisitzer Christoph Widmer wurden Neuwahlen nötig. Karl Widmer wurde als Aktuar gewählt, Jan Schildknecht als technischer Leiter bestätigt. Die übrigen Vorstandsmitglieder haben sich im dreijährigen Turnus erst in einem Jahr der Wiederwahl zu stellen. Vizestadtpräsidentin Katrin Frick überbracht die Grüsse der Standortgemeinde und Elisabeth Stadelmann-Meier, Präsidentin der Offiziersgesellschaft des Kantons St.Gallen gab Einblick in die Aufgaben der kantonalen Vereinigung.