Oberschan
Mit «Ein militärischer Adlerhorst» wird ein wenig bekanntes Festungswerk vorgestellt

Beim «Militärischen Adlerhorst» handelt es sich um den weitgehend unbekannten ehemaligen Artillerie-Kommandoposten Guggstein A6050 westlich über Oberschan, der im Jahre 1940 auf 1489 Meter über Meer mit Beobachtungsständen und drei Kavernen hoch oben in den Felsen gebaut wurde.

Hansruedi Rohrer
Drucken
Teilen
Titelblatt der neuen Schrift von Hans Eggenberger.

Titelblatt der neuen Schrift von Hans Eggenberger.

Bild: Hansruedi Rohrer

Nach seinem Porträt der Grossfestung Magletsch liegt mit «Ein militärischer Adlerhorst» die zweite Publikation von Hans Eggenberger über Festungsbauten vor. Die neue, 70 Seiten umfassende Schrift in A4-Grösse ist reich illustriert und sehr interessant.

Zum Bau dieser Anlage wurden damals immense Leistungen im steilen Felsgelände erbracht. Das Gleiche galt auch von den im Aktivdienst gestandenen Artilleriebeobachtern. Der Zugang zu diesem «Adlerhorst» ist für die Öffentlichkeit nicht möglich. Der Oberschaner Hans Eggenberger vermittelt als Autor der Leserschaft jedoch einen umfassenden Einblick in diese einzigartige Anlage.

Heimat war existentiell bedroht

Valentin Vincenz schreibt unter anderem dazu im Vorwort der Broschüre: «Diese immensen Leistungen sollen nicht in Vergessenheit geraten. Hans Eggenberger hat keine Mühe gescheut, bis er das Material für die Beschreibung des ‘Adlerhorstes’ Guggstein beisammen hatte. Er selber hatte den Mut, kürzlich den Aufstieg wieder zu bewältigen, um an Ort und Stelle die Verhältnisse zu dokumentieren. Unsere Heimat war damals existentiell bedroht. Auch das neue Buch von Hans Eggenberger wird die Nachwelt an die unvorstellbaren Opfer und Anstrengungen unserer Vorfahren erinnern, denen wir heute ein Leben in Freiheit und Wohlstand verdanken, selbst wenn die Geschichtsforschung heute vieles anders beurteilt.»

Ab September 1943 war die Anlage bezugsbereit

Die militärische Anlage Guggstein wurde im Jahr 1940 geplant, ab September 1943 war sie bezugsbereit. Sie bestand aus fünf Beobachtungsständen sowie drei Kavernen mit Einbauten für Maschinen, Mannschaft und KP. Alle Werke und Beobachterposten wurden telefonisch mittels in der Erde verlegten Leitungen miteinander verbunden. Für die Errichtung des Artillerie-Kommandopostens diente eine extra gebaute Materialseilbahn ab Buchboden, oberhalb des Kurhauses Alvier.

Die Aufgabe des Kommandopostens war es, im Kriegsfall Truppenbewegungen zu beobachten sowie das Feuer der Festungs- und Feldartillerieeinheiten zur Bekämpfung der feindlichen Truppen zu leiten respektive zu koordinieren, schreibt der Kenner Hans Eggenberger. Von den Standorten aus hatte man bei gutem Wetter eine optimale Sichtlage.

Auf eindrücklichste Art dokumentiert

Der Autor erlebte die Kriegszeit im Kindesalter. In seiner Umgebung hatte man Vertrauen in die eigenen Schutztruppen. So erwuchs schon dem kleinen Schüler Hans Eggenberger das Geschichtsbewusstsein und die Freiheitsliebe sowie auch eine grosse Achtung vor der Arbeit der Armeeangehörigen in den Festungen seiner Heimat.

«Für mich hatten Festungswerke und Bunkeranlagen seit je eine magische Anziehungskraft», sagt er denn auch. Die neue Schrift «Ein militärischer Adlerhorst» dokumentiert auf eindrücklichste Art die einstige Artillerieanlage hoch über Oberschan.

Hinweis
Publikation erhältlich bei Hans Eggenberger, Saschela 2, 9479 Oberschan, Tel. 081 783 24 66 oder E-Mail hs.eggenberger@bluewin.ch

Aktuelle Nachrichten