Nussverein schafft mit Erlebnisweg in Frümsen ein neues Ausflugsziel

Der Verein Nussdorf Frümsen eröffnet diesen Sommer den Baumnuss-Weg als Erlebnis für die ganze Familie.

Corinne Hanselmann
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Nussdorf-Frümsen-Präsident Hans Oppliger (rechts) und Förster Hans Tinner begutachten die geschnitzten Nüsse.

Nussdorf-Frümsen-Präsident Hans Oppliger (rechts) und Förster Hans Tinner begutachten die geschnitzten Nüsse.

Corinne Hanselmann

Eigentlich hatte der Verein Nussdorf Frümsen für Mitte Juni ein Fest geplant. Man hätte mit der Bevölkerung das 10-Jahr-Jubiläum feiern und gleichzeitig den Baumnuss-Erlebnisweg in Frümsen eröffnen wollen. Wegen den coronabedingten Einschränkungen wird aus dem Fest nichts.

Ein Beitrag zu nachhaltigem Tourismus

«Den Weg wollen wir aber trotzdem fertigstellen und eröffnen, damit die Bevölkerung für den kommenden Sommer ein neues Ausflugsziel hat», sagt Hans Oppliger, Präsident des Vereins Nussdorf Frümsen. Es sei zwar etwas schade, dass aus dem Fest nichts werde, aber das oberste Ziel sei, mit dem neuen Erlebnisweg den Leuten in der Region etwas zu bieten. Er sieht den Erlebnisweg auch als Beitrag zu nachhaltigem Tourismus. Da Auslandreisen in den kommenden Sommerferien wohl nur eingeschränkt möglich sind, ist ein zusätzliches neues Ausflugsziel für die ganze Familie sicherlich willkommen.

Hans Oppliger ist zudem davon überzeugt, «dass die Leute nach diesen Monaten mit Einschränkungen eine andere Beziehung zur Natur haben werden». Die Leute seien nun stärker sensibilisiert und würden die wertvollen Dinge in der Region und in der Natur mehr schätzen.

«Aus dieser Sicht sind wir voll im Trend mit unserem Baumnuss-Weg.»

Nach jahrelanger Planung wird das Projekt umgesetzt

Die Idee für den Baumnuss-Weg besteht schon seit einigen Jahren. Nachdem an der Staubernbahn-Eröffnung sowie vereinsintern Ideen für die Themen der zwölf Stationen gesucht wurden, hat die Arbeitsgruppe die Linienführung erarbeitet. Die Route ist etwa vier Kilometer lang und führt von Frümsen aus unter anderem entlang der schönen Baumnuss-Allee in der Frümsner Tratt. Rund zwei Stunden wird der Spaziergang dauern, etwas Zeit für die zwölf Posten bereits eingerechnet. Optional gibt es eine Verlängerung von/nach Sennwald Äugstisriet, um den Anschluss an die ÖV-Linie Buchs–Altstätten zu gewährleisten.

Damit der Weg auch bei Betrieb im Frümsner Schiessstand begangen werden kann, wird extra ein historischer Weg als «Umleitung» wieder in Betrieb genommen.

Lokaler Bezug auch bei der Herstellung der Stationen

Seit rund eineinhalb Jahren arbeitet Hansjürg Hörler aus Gais, sein Unternehmen heisst Naturnah, am Projekt. «Er hat jahrelange Erfahrung im Realisieren von Lehrpfaden und weiss, wie man mit ganz einfachen Mitteln die Themen didaktisch sinnvoll umsetzen kann», sagt Oppliger. Zudem arbeite Hörler bei der Umsetzung von solchen Wegen und ihren Stationen möglichst mit Behindertenwerkstätten und lokalen Handwerkern zusammen, damit das Werk einen Bezug sowohl zur Natur als auch zu den Leuten, die in dem Gebiet leben, hat.

Dies ist auch dem Verein Nussdorf sehr wichtig. So hat beispielsweise David Peyer, Forstwart der Forstgemeinschaft Sennwald, mit der Motorsäge grosse Nüsse geschnitzt. Darin wird jeweils eine kleine Vitrine integriert, in der an jedem der zwölf Posten das jeweilige Thema gezeigt wird. Das ist beispielsweise die Vielfalt der Baumnuss, innovative Nussprodukte, Nüsse in der Gesundheit, der Nussbaum im Wald oder die Nuss in der Religion.

Nebst einem Beitrag für Erwachsene gibt es an jedem Posten auch eine Geschichte für Kinder, denn der Nussweg soll ein Erlebnis für die ganze Familie sein. Unterwegs gibt es auch Ruhebänkli sowie Feuerstellen und einen Aussichtspunkt.

Ortsgemeinden, Gemeinde und Bund steuern Geld bei

Wieviel die Realisierung des Baumnuss-Weges genau kostet, will Oppliger nicht sagen. Alleine könnte der kleine Verein Nussdorf Frümsen das Projekt nicht finanzieren. Aber der Präsident hat Unterstützer gesucht und gefunden.

«Noch haben wir nicht alles Geld beisammen, aber wir sind auf gutem Weg.»

Einen Teil zum «höheren fünfstelligen Betrag», wie Oppliger sagt, steuert der Bund bei. Weil der Verein mit dem Erlebnisweg den Wert der genetischen Ressourcen und der Sortenvielfalt aufzeigt und den Erhalt der Biodiversität dieser Kulturpflanze fördert. Weiter bezahlen der Lotteriefonds, die Gemeinde Sennwald, die Werdenberger Ortsgemeinden und eine Stiftung einen Teil.

Eröffnung ist für Mitte Juni geplant

Noch ist der Erlebnisweg nicht fertig. Den geplanten Arbeitstag für die Vereinsmitglieder musste coronabedingt abgesagt werden. Dennoch laufen die Arbeiten, auch mit Unterstützung der Forstgemeinschaft Sennwald. «Bis Mitte Juni wollen wir den Weg fertigstellen und dann via Medien orientieren», so Hans Oppliger. An den Postenstandorten müssen Fundamente betoniert und die grossen Baumnüsse aufgestellt werden. Entlang der Sortensammlung werden Tafeln installiert, auf denen die Besonderheiten der jeweiligen Sorten erläutert werden. «Der Weg soll für interessierte Leute und Familien aus der Region ein Erlebnis bieten», so Oppligers Wunsch.