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Noch höherer Hirschabschuss im Werdenberg

Die Werdenberger Hirsche sind mehrheitlich standorttreu und müssen folglich auch hier reguliert werden. Dies führt zu einem noch höheren Abschussplan für die hiesigen Jägerinnen und Jäger.
Katharina Rutz
Auch dieses Jahr müssen die Grabser Jäger einen grossen Anteil am Hirschabschuss leisten. (Bild: Markus P. Stähli/wildphoto.ch)

Auch dieses Jahr müssen die Grabser Jäger einen grossen Anteil am Hirschabschuss leisten. (Bild: Markus P. Stähli/wildphoto.ch)

Seit Mitte August müssen die Hirsche wieder auf der Hut sein. Die Jagd auf sie ist eröffnet. Und die Abschussvorgabe des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei ist nochmals höher als letztes Jahr. 304 Hirsche müssen in der Region Werdenberg-Rheintal erlegt werden, 116 im oberen Toggenburg. Ziel ist es, den Bestand im oberen Toggenburg stabil zu halten und im Werdenberg zu reduzieren.

Bisher sind die Hirschjäger gut in die diesjährige Saison gestartet. Bis Mitte September konnten die Werdenberger Jägerinnen und Jäger 66, die Toggenburger 28 Tiere vom Sollabschuss erlegen. «Damit bewegen wir uns im Rahmen der Vorjahre», sagt Nic Wohlwend, seit diesem Jahr neuer Obmann der Hegegemeinschaft 1, in der sich die Jagdreviere der Region mit Hirschvorkommen zusammengeschlossen haben. Im ganzen Kanton St. Gallen müssen in dieser Jagdperiode 830 Stück Rothirsche erlegt werden. Das ist so viel wie noch nie. In die Jagdplanung 2018 sind bereits die Ergebnisse des Forschungsprojektes «Rothirsch in der Ostschweiz» eingeflossen, welches letztes Jahr nach vier Jahren abgeschlossen wurde. Der Schlussbericht liegt nun vor.

Diese Hirschkuh wurde für das Forschungsprojekt «Rothirsch in der Ostschweiz» besendert. (Bild: Markus P. Stähli/wildphoto.ch)

Diese Hirschkuh wurde für das Forschungsprojekt «Rothirsch in der Ostschweiz» besendert. (Bild: Markus P. Stähli/wildphoto.ch)

Standorttreue Werdenberger Hirsche

«Hirsche sind eine sehr intelligente und anpassungsfähige Wildart, welche sich rasch und individuell auf neue Situationen einstellen kann. Generelle Verhaltensmuster sind dabei schwer auszumachen», sagt Nic Wohlwend. Dies zeigen auch die Resultate des Forschungsprojektes. Die Daten über die Wildtiere wurden mittels GPS-Telemetrie gesammelt. 45 Rothirsche wurden mit Telemetrie-Halsbändern ausgestattet und 24 weitere Individuen mit Ohrmarken gekennzeichnet. Es zeigte sich, dass die Mehrheit der Werdenberger Hirsche auch im Sommer im Gebiet bleiben. Einzelne Rothirsche unternahmen aber auch weite Wanderungen, beispielsweise zu anderen Brunftplätzen. «Die Hirschrudel im Winter im Rheintal sind grösstenteils Werdenberger Hirsche», bestätigt Dominik Thiel, Leiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei. Aufgrund dieser Erkenntnis wurden in den Kernrevieren des Werdenbergs die Abschussvorgaben erhöht. «Zudem wird auch im Toggenburg der Abschuss bei den Stieren zurückhaltend betrieben, weil diese ja zur Brunft teilweise ins Werdenberg ziehen», ergänzt Dominik Thiel.

«Die Bejagung von Hirschen setzt von den Jägern ein hohes Mass an Können und Kenntnis dieser Wildart voraus», sagt Nic Wohlwend. Untersucht wurde deshalb auch die Reaktion des Hirsches beim Zusammentreffen mit dem Menschen. Es zeigte sich, dass die Tiere auf Drückjagden und Annäherungen durch Pilzsucher mit unterschiedlichen Strategien reagieren: «Einige Rothirsche verharrten trotz Störung in der Deckung und/oder verliessen das gestörte Gebiet erst nach Einbruch der Dunkelheit, andere reagierten mit direkter Flucht auf grosse Distanz», heisst es im Forschungsbericht. Für Dominik Thiel zeigt die Reaktion der Hirsche auf Drückjagden, «dass vermehrt mit Stöberhunden gearbeitet werden sollte, weil die Hirsche sich von Menschen nur schwer bewegen lassen. Dies ist neu, da der Stöberhund bis im Jahr 2016 für die Hirschjagd sogar verboten war.»

Gefahr von Schäden eindämmen

Die Abschusszahlen für die Hirsche sind seit Jahren hoch. Das Ziel der Jagdplanung ist es, einen dem Lebensraum angepassten Wildbestand zu erreichen. Zwar sind noch nicht alle geeigneten Lebensräume im Kanton St. Gallen besetzt. Laut Dominik Thiel gibt es vor allem im unteren Toggenburg ab Wattwil noch Potenzial. Doch konzentrieren sie sich offensichtlich beispielsweise im Werdenberg und hier vor allem in Grabs.

Wildtierkonzentrationen bergen die Gefahr von Schäden. Beim Hirsch sind dies mögliche Waldschäden durch Verbiss und Schälungen. Das Forschungsprojekt zeigte jedoch nun, dass vor allem auch das Reh für den Verbiss beispielsweise der Weisstanne verantwortlich sein könnte. Eine weitere Studie wird dies noch genauer untersuchen. Hier ist also ein Umdenken nötig. «Bei der Verbissthematik spielt das Reh eine dominante Rolle», sagt Thiel. «Der Rothirsch kann aber Bäume schälen, vor allem in strengen Wintern und deshalb möchte man die Bestände auch dort im Griff haben und lokal reduzieren, nicht dass es wieder zu grossen Schälschäden kommt wie früher.»

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