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Noch gibt es genügend Tierärzte für Kühe und Schweine

Noch gibt es genügend Nutztierärzte in der Region Werdenberg. Ist allerdings eine Neuanstellung nötig, ist es schwierig Tierärzte mit Erfahrung zu finden.
Katharina Rutz
Künftig könnten Nutztierärzte in der Region fehlen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Künftig könnten Nutztierärzte in der Region fehlen. (Bild: Hanspeter Schiess)

«Zurzeit kümmern sich genügend Tierärzte um Rind und Schwein», so der Titel einer Medienmitteilung der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte. Dies zeige eine Studie der Universität Bern. Auf einzelne Regionen begrenzt, würden allerdings Engpässe bestehen. Bei der Studie gaben auch acht Tierärztinnen und Tierärzte aus der Region Werdenberg und Toggenburg Auskunft. Eine detaillierte Auswertung ihrer Antworten zeigt, dass sich diese in der Tendenz mit den Studienresultaten decken. Das Werdenberg scheint also auf den ersten Blick keine Region mit einem Engpass zu sein.

Geeignete Bewerbungen fehlen jedoch

Die meisten Praxen gaben an, dass die Abdeckung gut sei. Von fünf Praxisinhabern in der Region gaben drei in der Studie allerdings an, nicht genügend Bewerbungen von geeigneten Nutztierpraktikern zu erhalten. In der Studie wurden auch Landwirte befragt. Die Landwirte in der Region gaben ebenfalls an, dass die tierärztliche Versorgung bei den Rindern und Schweinen ihre Erwartungen gut erfüllt.

Nicht ganz mit der Studie einig ist Urs Leisi aus Wil, Präsident der Tierärztegesellschaft der Kantone St. Gallen und beider Appenzell. Die Studie möge zwar rechnerisch stimmen, diene aber der Betreuung eines kranken Nutztieres auf einer Alp oder nachts in keiner Art und Weise. «Jede fehlende Tierärztin ist zwar nur ein Einzelfall, aber diese Fälle können sich regional summieren. Jede Unterbesetzung fehlt bei der Organisation eines funktionierenden Pikettdienstes», sagt er auf Anfrage des Werdenberger & Obertoggenburgers.

Bisher habe der übermässige Einsatz der Praxisinhaber während der Nächte eine Unterversorgung verhindert», ist Leisi überzeugt. Er mahnt jedoch, dass gerade auch im Werdenberg und Toggenburg in den nächsten zehn Jahren viele Praxisinhaber in Pension gehen werden.

Nachwuchssorgen im Werdenberg

Über Nachwuchssorgen klagen auch die vom Werdenberger & Obertoggenburger befragten Tierärzte in der Region. Markus Gabathuler aus Fontnas kümmert sich als Tierarzt in der Gemeinde Wartau um Grosstiere. Er ist nicht gänzlich gleicher Meinung wie die Resultate der nationalen Studie. Zusammen mit zwei anderen Tierärzte aus der weiteren Region teilt er sich Pikettdienste und Notfälle. Einsätze auf der Alp macht er für seine Kunden, obwohl «diese nicht kostendeckend» seien. Neue Nutztierärzte zu finden, sei schwierig. «Studienabgänger gibt es viele, aber nur wenige wollen dann auch wirklich als Nutztierärzte arbeiten», sagt er.

Der selben Meinung ist auch Luzia Schweizer von der Praxis Kreuzberg in Gams. «Zurzeit ist die Abdeckung in der Region noch gut. Allerdings sind viele der Praktiker schon älter. Das Problem entsteht erst in einigen Jahren», sagt sie. Studienabgänger würden keine Nutztiere mehr machen wollen. Den Grund sieht sie darin, dass der Studierendenanteil an Frauen stark ansteigt. Frauen würden weniger die Selbstständigkeit suchen, sondern einen geregelten Arbeitstag bevorzugen, sagt sie. Luzia Schweizer führt die Praxis zusammen mit ihrem Mann. Auch sie besuchen Tiere wenn nötig auf den Alpen. «Für mich ist das sehr schön, zwischendurch auf den Alpen zu arbeiten. Allerdings ist man dann einen halben Tag weg und wenn man alleine ist, wird das natürlich ein Problem», sagt sie.

Drei Bewerbungen für zwei Stellen ist sehr gut

Das obere Toggenburg wird hauptsächlich von der Tierklinik Nesslau abgedeckt. Den Bereich Nutztiere verantwortet Miriam Scherrer. Sechs Tierärzte kümmern sich um die Grosstiere. Die Abdeckung sei ausreichend. Etwas schwierig sei einzig, dass viele Tierärzte zwar in Nesslau arbeiten aber nicht im Toggenburg wohnen. Diese würden dann nicht rasch einspringen können, so Scherrer. Die Suche nach neuen Tierärzten sei jeweils nicht ganz einfach. «Letzten Herbst konnten wir die ausgeschriebene Stelle mangels geeigneter Bewerbungen nicht besetzten. Dieses Jahr haben sich für zwei Stellen drei Tierärzte beworben, was ein Glücksfall für uns war», sagt Scherrer.

David Sutter von der gleichnamigen Tierarztpraxis in Buchs ist mit den Studienergebnissen einverstanden. «Im Werdenberg hat es genügend Nutztierärzte», sagt er. Er spricht gar von einer Konkurrenzsituation, welche Tierärzte zwingen würde, sich aktiv weiterzubilden.

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