Nistkasten in Gams soll Vogelnachwuchs sichern

Der Verein Pro Riet Rheintal montiert neue Nistkästen für Turmfalken und Schleiereulen in seinem Tätigkeitsgebiet. Diese werden in der Brutsaison ab April genutzt. Helfer haben auch in einer Scheune in Gams einen solchen Kasten montiert.

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Helfer an der Arbeit in einer Scheune in Gams: Ein Nistkasten für Turmfalken und Schleiereulen wird montiert. (Bild: PD)

Helfer an der Arbeit in einer Scheune in Gams: Ein Nistkasten für Turmfalken und Schleiereulen wird montiert. (Bild: PD)

(pd) Turmfalke und Schleiereule sind typische Kulturlandbewohner, die gerne siedlungsnah brüten. Ruhige Winkel in Scheunen, Schuppen und Ställen sind bevorzugte Brutorte. Moderne landwirtschaftliche Betriebsgebäude bieten allerdings kaum Einflugmöglichkeiten.

Um das Angebot an attraktiven Brutplätzen zu erhöhen, liess Pro Riet bereits 2006 rund 140 neue Nistkästen zwischen Au und Oberriet montieren. Davon konnte vor allem der Turmfalke profitieren. Innerhalb von zwölf Jahren verdoppelte sich der Brutbestand im Projektgebiet.

Unterstützung durch die Landwirtschaft

Was sich im Kleinen bewährt hat, wird nun auf das gesamte Tätigkeitsgebiet des Vereins zwischen Altenrhein und Sargans ausgeweitet. Dabei darf Pro Riet auf die finanzielle Unterstützung durch die Schweizerische Vogelwarte Sempach und das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen zählen.

In den neuen Teilgebieten von Oberriet bis Sargans und Au bis Altenrhein werden zurzeit durch ortsansässige Landwirte und durch Personal des Maschinenrings Ostschweiz über 150 zusätzliche Nistkästen in landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden montiert.

Brutzeit wird jährlich kontrolliert

Die gut harassgrossen Spezialnistkästen aus Holz werden auf der Gebäudeinnenseite auf einer Höhe von vier bis sechs Metern über Boden befestigt. Die Vögel erreichen den Kasten über ein Einflugloch, das in die Fassade gesägt wird. Das Nistkasteninnere ist durch ein Brett in zwei Teile unterteilt.

Der Turmfalke brütet im hellen Teil beim Ausflugsloch und die Schleiereule bevorzugt die dunklere Kammer hinter dem Brett. Um den Bruterfolg der Zielarten zu ermitteln, ist eine jährliche Brutzeitkontrolle vorgesehen.

Den Nachwuchs mit einer Webcam beobachten

Beide Zielarten nutzen die Nistkästen vor allem während der Brutzeit ab April, doch auch ausserhalb der Brutsaison können sie gelegentlich dort beobachtet werden. Beim Turmfalken gehen der definitiven Wahl eines Nistkastens in der Regel mehrere Erkundungsbesuche in verschiedenen Nistkästen voraus.

Wie Webkamera-Aufnahmen von sechs erfahrungsgemäss gut besetzten Nistkästen im alten Projektgebiet zeigen, sind die Turmfalken bereits wieder auf Nistkastensuche. Dank des frühlingshaft milden Wetters stehen die Chancen gut, bei einem Blick durch die Webkamera einen Turmfalken beobachten zu können.

Webcam im Internet auf www.pro-riet.ch