Kommentar

Nichts sagen ist die schlechteste Lösung

Die Grabser Behörden nehmen keine Stellung zu einem bedeutenden Unterschied des Inhaltes der Schulratsmitteilungen im W&O vom 12.Februar und im Gemeindeblatt vom 19.Februar. Das ist kontraproduktiv.

Thomas Schwizer
Hören
Drucken
Teilen
Thomas Schwizer, Chefredaktor Werdenberger & Obertoggenburger.

Thomas Schwizer, Chefredaktor Werdenberger & Obertoggenburger.

Bild: Urs Bucher

In Grabs wird über die offensichtlich vorhandenen Spannungen zwischen dem Schulpräsidium/
Schulrat und der Gemeindeführung diskutiert. Sie wurden in den Schulratsmitteilungen genannt, die der Schulrat dem W&O zur offiziellen Veröffentlichung zugestellt hat – diese erfolgte am 12.Februar. Dass Schulräte, die nicht zur Wiederwahl antreten, die Spannungen zwischen Schul- und Gemeinderat ebenfalls negativ spüren, zeigt ihre kurze Stellungnahme, die der W&O am 15. Februar veröffentlichte.

Der Schulratspräsident nennt in der Version im W&O als Grund für den Verzicht auf eine erneute Kandidatur «unüberbrückbare Differenzen». In einer Stellungnahme des Gemeindepräsidenten auf Fragen des W&O dazu wurde deutlich, dass tatsächlich nicht alles «in Butter» ist.

Dass der Gemeinderat externe Fachpersonen beizog, «um zu vermitteln und nach Lösungen zu streben», ist positiv.

Für den Schulratspräsidenten und wohl auch einen Teil der Schulräte hat dies offensichtlich nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Damit und mit den Rücktritten muss man leben – auch wenn es Beteiligte schmerzt.

Unvermittelt folgte vergangenen Mittwoch eine zweite «Etappe» in dieser Sache. Im «Grabser-Blatt», das die politische Gemeinde monatlich als amtliche Publikation herausgibt, fehlt der Teil mit den Erläuterungen des Schulratspräsidenten zu seinem Rücktritt und zu den Rücktritten von drei Schulräten. Das lässt aufhorchen – und nachfragen. «Im Sinne einer Deeskalation» (Schulratspräsident) bzw. «im Sinne einer Beruhigung der Situation» (Gemeinderat) nehme man auf Fragen des W&O dazu keine Stellung, heisst es klipp und klar.

Krisenkommunikation geht anders. Wer gar nicht kommuniziert, dient der Sache am wenigsten.

Insbesondere der Gemeinderat verpasst die Chance, mit einer offenen und sachlichen Erklärung Gerüchte und damit Spekulationen (Zensur für den Schulrat?) aus der Welt zu schaffen. Mit «keine Auskunft» erreicht man das Gegenteil: Sie werden genährt.