In der Grabser Ortsplanung ist neues Denken gefragt

Der Infoanlass zur Revision der Ortsplanung gab den rund 150 Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche Denkanstösse für das Vernehmlassungsverfahren.

Hanspeter Thurnherr
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Zahlreiche Denkanstösse für die Ortsplanung von Grabs sind auf dieser Karte grafisch festgehalten. (Bild: PD)

Zahlreiche Denkanstösse für die Ortsplanung von Grabs sind auf dieser Karte grafisch festgehalten. (Bild: PD)

Wie Gemeindepräsident Niklaus Lippuner einleitend sagte, trat 2014 das eidgenössische Raumplanungsgesetz (RPG) und im Oktober 2017 das kantonale Planungs- und Baugesetz in Kraft. Die Gemeinden im Kanton hätten nun zehn Jahre Zeit, ihren Richt- und Raumplan sowie die Baureglemente anzupassen. «Wir wollen dies zügig umsetzen und dabei die Bevölkerung einbeziehen», sagte Lippuner.

Raumplaner Armin Meier vom Büro Strittmatter Partner AG nannte die grundsätzlichen Änderungen beim RPG. Der Bund verlangt von den Kantonen, Wachstumsangaben zu definieren und auf die Gemeinden zu verteilen. Dadurch sei der Spielraum der Gemeinden kleiner geworden. Baulanderschliessung sei nur noch dort zulässig, wo das Land vom öffentlichen Verkehr erschlossen sei. Neueinzonungen seien nur «nach konsequenter Mobilisierung» bestehender Bauzonen zulässig. Die Bauzonen seien heute zu gross, weil bei der Berechnung nicht nur das Wachstum, sondern auch der Komfortausbau und eine Reserve eingerechnet wurden. Neu dürfen diese zwei nicht mehr einbezogen werden.

Nicht in jedem Fall verdichten

Um sicherzustellen, dass das Bauland auf den Markt kommt, haben die Gemeinden neu ein gesetzliches Kaufrecht – allerdings nicht für sich, sondern um es an Bauwillige weiterzuverkaufen. Letztlich gehe es darum, das Bauland besser zu nutzen. Verdichten sei dabei nicht in jedem Fall das Richtige. Vielmehr stelle sich die Frage, «was macht die Attraktivität des Dorfes aus»? Unter diesem Blickwinkel habe man die Gemeinde angeschaut und die einzelnen Gebiete beurteilt. «Erstaunlich ist, dass nicht in den älteren Gebieten der rechtlich mögliche Rahmen zum verdichteten Bauen schlecht genutzt wurde», sagte Meier.

Im kantonalen Baugesetz wurden die Bauvorschriften geändert. Bisher steckten Normen wie Geschossigkeit, Grenzabstand, Gesamthöhe und Gebäudelänge den Rahmen ab. Neu gebe es keinen grossen Grenzabstand mehr und auch die Ausnützungsziffer sei nicht mehr zulässig. Sie wurden aus dem «Werkzeugkasten» genommen. Nun müssten neue «Werkzeuge» gefunden werden. Und: «Wir müssen die Ortsplanung neu denken», sagt Meier. Wie dieses Neudenken geschehen kann, haben die Raumplaner mit dem Gemeinderat in einem Raumkonzept angedacht und auf einer Karte dargestellt. Mögliche Bereiche für längerfristige Einzonungen, Verknüpfungen zwischen Landschaft und Siedlung, Aufwertungen entlang der Gewässer, Strassen als öffentliche «Plätze» verknüpft mit Privatgrundstücken sind Beispiele solcher Denkanstösse.

Öffentliche Auflage im Winter 2020/21 vorgesehen

Niklaus Lippuner erläuterte das weitere Vorgehen: Bis Ende Februar läuft die Vernehmlassung zum Raumkonzept. Auf der Website der Gemeinde sind Karte, Bericht und die Umfrage zur Innenentwicklung aufgeschaltet (www.grabs.ch unter Aktuelles). Die Vernehmlassung zum Richtplan ist auf Winter 2019/20 vorgesehen, jene zum Zonenplan und Baureglement im Herbst 2020. Lippuner hofft, die öffentliche Auflage dazu im Winter 2020/21 vornehmen zu können.

Hinweis

www.grabs.ch/de/aktuelles/

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