Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Neuer Leiter und weniger Personal für das Altersheim Forstegg

Das finanziell arg gebeutelte Altersheim Forstegg in Sennwald bekommt eine neue Leitung mit klar geregelten Aufgaben und Kompetenzen. Die operative, strategische und finanzielle Verantwortung werden fortan getrennt.
Heini Schwendener
Gemeindepräsident Peter Kindler ist überzeugt, dass das Altersheim 2019 wieder schwarze Zahlen schreiben wird. (Bild: Heini Schwendener)

Gemeindepräsident Peter Kindler ist überzeugt, dass das Altersheim 2019 wieder schwarze Zahlen schreiben wird. (Bild: Heini Schwendener)

Am Montagabend hat der Sennwalder Gemeinderat die Betriebsanalyse der Vitalba Beratungs-Gruppe für das Altersheim Forstegg zur Kenntnis genommen. Darin wird aufgezeigt, welche Massnahmen es braucht, um das Altersheim wieder auf Vordermann zu bringen. Das ist nämlich dringend nötig, nachdem das Forstegg in den vergangenen vier Jahren eine unglaubliche Talfahrt erlebt hat.

Unter der vierjährigen Führung von Heimleiter M. (Name der Redaktion bekannt) wurde der Personalbestand aufgebläht, aber nicht etwa in der Pflege, sondern in der Küche und im Hausdienst. Ausserdem wurden Aufgaben, die zuvor vom Forstegg-Personal selbst ausgeführt worden waren, auswärts vergeben. Festgestellt wurde dies wegen der fehlenden Kontrolle durch die Behörden erst viel zu spät.

Altersheimkommission mit einem alten Bekannten

Bei diesen wunden Punkten setzt denn auch der Massnahmenkatalog an, den Vitalba dem Gemeinderat vorschlägt. Die Aufgaben und Kompetenzen der neuen Heimleiterin oder des neuen Heimleiters werden klar festgelegt und beschränken sich auf die operative Ebene. Die strategische Verantwortung sowie die Buchhaltung, alles bisher in der Hand von M. werden ebenfalls aufgeteilt.

Erst seit Mitte 2018 gibt es in Sennwald eine Altersheimkommission, die dem Heimleiter zur Seite steht, ihn auch kontrolliert. Die Vitalba Beratungs-Gruppe hat angeregt, diese Kommission personell aufzustocken, vor allem auch durch eine Person mit Heimleitererfahrung. Die Gemeinde konnte Hansjürg Hagmann, den Vorgänger von M., dafür gewinnen. Unter Hanselmanns langjähriger Führung hatte das Altersheim Forstegg die Reserven gespiesen, nicht ausgeblutet. Die Altersheimkommission unter dem Präsidium von Gemeindepräsident Peter Kindler wird kommende Woche erstmals tagen. Sie trägt die strategische Verantwortung für das Heim und trifft die Personalentscheide.

Stellenbabbau in Küche und Hausdienst

Im Bereich Küche und Hausdienst wird ein Abbau von 300 Stellenprozenten unumgänglich. Ohne Kündigungen werde das nicht gehen, sagt der Gemeindepräsident. Noch nicht ganz klar ist, ob allenfalls im Bereich Pflege der Stellenetat leicht ausgebaut werden muss. Da spielen viele kantonale Vorgaben eine Rolle. Der Personalbestand des Altersheims Forstegg wird somit noch in diesem Jahr wieder etwa auf den Stand von vor vier Jahren zurückgefahren. Klar ist auch, dass Arbeiten, die extern vergeben wurden, künftig wieder vom Heimpersonal erledigt werden müssen.

Gemeindepräsident Peter Kindler ist zuversichtlich:

«Wir bringen das Altersheim dieses Jahr wieder auf Kurs. Ich bin überzeugt, dass wir schwarze Zahlen schreiben werden. Schon in den ersten drei Monaten dieses Jahres habe man nämlich eine ‹schwarze Null› erreicht.»

Die Betriebsanalyse koste zwar etwas Geld, aber letztlich sei dieses gut investiert, wenn man am Schluss die finanziellen und organisatorischen Probleme gelöst habe und das Heim wieder Gewinn abwerfe und damit Reserven bilden könne.

M. hat die Leitung des Heims an eine erfahrene Interimsleitung übergeben. Am Freitag hatte er seinen letzten Arbeitstag. Erste Bewerbungen für die Nachfolge sind bereits eingegangen. Die Vitalba Beratungs-Gruppe wird die Gemeinde noch bis zur Wahl eines neuen Heimleiters/einer neuen Heimleiterin begleiten.

Nicht den Heimleiter, sondern das Heim schützen

In der Boulevardzeitung «Blick» geriet Peter Kindler in den vergangenen zwei Tagen schwer unter Beschuss. Der «Blick» hat die im Februar vom W&O aufgedeckte Geschichte aufgewärmt. Kindler decke den Altersheim-Versager und ähnliche Vorwürfe gab es in Vielzahl. Der beim Volk beliebte Gemeindepräsident will nichts schönreden. Bereits im Februar hatte er im W&O öffentlich bekanntgegeben, dass er die volle politische Verantwortung für das finanzielle Debakel des Altersheims übernehme.

Einmal mehr betonte er gestern gegenüber dem W&O, es seien nie Gelder veruntreut worden. Dann hätte die Gemeinde ganz sicher Strafanzeige gemacht. Bestärkt darin wurde der Gemeinderat auch durch eine externe Finanzrevisionsstelle, die Ende 2018 ebenfalls festgehalten hatte, dass keine Gelder veruntreut worden waren.

Gemeinderat hat entschieden

Der Sennwalder Gemeinderat habe entschieden, wegen der Buchhaltungstricks keine Strafanzeige zu machen.

«Dies taten wir nicht, um den Heimleiter zu schützen, sondern im Interesse des Heims, der Mitarbeiter und der Heimbewohner.»

Dass seine Lebenspartnerin seit rund zehn Jahren in der Altersheim-Cafeteria arbeitet, habe dabei absolut keinen Einfluss gehabt, versichert der Gemeindepräsident.

Heimleiter M. hat schliesslich selber auf Ende Mai gekündigt. Ganz vom Tisch ist die ganze Altersheim-Geschichte damit noch nicht. Anfang dieses Jahres hat die Gemeinde Sennwald gemäss Aussage von Peter Kindler das Amt für Gemeinden des Kantons St. Gallen über die Vorfälle informiert. Das Amt begleitet die Gemeinde in der Aufarbeitung dieses Falls. Im «Blick» hiess es, ob das Amt gegen den Heimleiter ein Strafverfahren einreichen müsse, werde derzeit geprüft.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.