Neuer Buchser Werkhof aus Holz von nebenan

320 Kubikmeter Fichte und Douglasie, ein Grossteil davon aus dem Werdenberg, werden beim neuen Werkhof für das Elektrizitätswerk Buchs und die Forstgemeinschaft Grabus verbaut.

Corinne Hanselmann
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Mit dem Kran wurden tonnenschwere Elemente platziert.

Mit dem Kran wurden tonnenschwere Elemente platziert.

Millimetergenau befördert der Kranführer ein tonnenschweres Innenwandelement aus Holz an die richtige Stelle. Auf dem Dach des rund zwölf Meter hohen Gebäudes schraubt ein Zimmermann Holzplatten fest. Weitere Arbeiter packen bereits die nächsten zu platzierenden Elemente aus. Auf der Baustelle der Ortsgemeinde Buchs im Rietli herrschte in den vergangenen Tagen Hochbetrieb. Vor zwei Wochen begann das Team der A. Gantenbein Holzbau AG mit dem Aufrichten des neuen Werkhofs für die Forstgemeinschaft Grabus und das EW Buchs. Innert etwa acht Arbeitstagen hat das aus fünf bis sechs Zimmerleuten bestehende Team den Bau aufgerichtet. Sie waren dabei auf trockenes Wetter angewiesen.

Vier-Millionen-Projekt

Für rund vier Millionen Franken baut die Ortsgemeinde Buchs im Rietli einen neuen Werkhof. Mieter werden einerseits die Forstgemeinschaft Grabus und andererseits das Elektrizitätswerk Buchs sein. Gebaut wird ein einteiliger Baukörper, bestehend aus zwei grossen, unbeheizten Hallentrakten sowie einem beheizten Kopfteil mit Büros. Im Aussenbereich gibt es neben Manövrierflächen auch ungedeckte Lagerflächen.

Auf der Baustelle im Rietli herrscht Hochbetrieb.

Auf der Baustelle im Rietli herrscht Hochbetrieb.

Corinne Hanselmann

Am Computer gezeichnet und in Grabs vorfabriziert

Jede Schraube ist im CAD-Programm eingezeichnet.

Jede Schraube ist im CAD-Programm eingezeichnet.

«Die total 1600 Einzelteile haben wir zuvor in der Halle in Grabs vorfabriziert», erklärt Lukas Gantenbein. Der 29-jährige Holzbautechniker ist in der vierten Generation im Familienunternehmen tätig und der Projektleiter Holzbau bei der Werkhof-Baustelle.
Dieses Projekt beschäftigt ihn schon seit der Planungsphase. Am Computer hat er im CAD-Programm die Umsetzung des Holzbaus geplant. Das frühe Miteinbeziehen der Holzbauplaners trage wesentlich zur reibungslosen Umsetzung eines solchen Baus bei, ist er überzeugt.

«Jede Schraube und jede Kerbe ist im CAD-Programm eingezeichnet.»
Lukas Gantenbein

Lukas Gantenbein

Die einzelnen Teile werden danach von der CNC-Maschine zugeschnitten, nummeriert und so zu Lastwagen-Ladungen zusammengepackt, damit die Teile zur richtigen Zeit und in der richtigen Reihenfolge auf der Baustelle sind. «Das grösste Einzelteil am ganzen Bau ist 23 Meter lang, 1,15 Meter hoch und 3,2 Tonnen schwer», weiss der Fachmann.

320 Kubikmeter Schweizer Holz werden total verbaut. 80 bis 90 Prozent davon stammen direkt aus der Grabus-Region. Das Tragwerk ist aus Fichte gebaut, die Fassade wird mit Douglasie verkleidet. Es freut Gantenbein, dass hier mit einem Rohstoff gebaut wird, der direkt vor der Haustüre in Hülle und Fülle wächst.

1600 Einzelteile haben die Zimmerleute vorproduziert.

1600 Einzelteile haben die Zimmerleute vorproduziert.

«Das Holz wird direkt in der Region geschlagen, gesägt und geleimt. Die Transportwege sind dadurch sehr kurz.»

Die Ortsgemeinde Buchs habe sich dafür eingesetzt, dass beim Bau einheimisches Holz verwendet wird, und sei auch bereit, den Mehrpreis dafür zu bezahlen. Für ihn bedeute dies ein Schritt in die Zukunft, um Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und lokale Rohstoffe zu nutzen.

Nach dem Aufrichten geht’s mit Arbeiten im Innern weiter.

Nach dem Aufrichten geht’s mit Arbeiten im Innern weiter.

Bezug ist für Anfang 2021 geplant

«Wir liegen gut im Zeitplan», so Gantenbein. Unmittelbar nach dem Aufrichten des Rohbaus geht es nun mit der Fassade und dem Innenausbau weiter. Der Bezug des Gebäudes ist für Anfang 2021 geplant. Doch am kommenden Freitag feiern die am Bau beteiligten Arbeiter erst einmal das Aufrichtfest.

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Heini Schwendener