Am Gauschla-Berglauf gab es neben einer neuen Strecke auch eine neue Siegerin

Bei den Männern stand am Sonntag mit dem Liechtensteiner Arnold Aemisegger ein bekanntes Gesicht auf dem obersten Podestplatz. Das Gegenstück dazu war Emma Pooley bei den Frauen, die bei ihrer ersten Teilnahme am Gauschla-Berglauf reüssierte.

Robert Kucera
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Mit einem Lächeln läuft Siegerin Emma Pooley dem Ziel entgegen. (Bild: Robert Kucera)

Mit einem Lächeln läuft Siegerin Emma Pooley dem Ziel entgegen. (Bild: Robert Kucera)

«Es hat sich gelohnt, hierhin zu fahren», sagt die Engländerin Emma Pooley, die in Hausen am Albis wohnhaft ist. Doch nicht nur wegen ihres Sieges, wie sie sagt. «Es hat mich mega gefreut, wieder an einem Wettkampf zu laufen», sagt die 35-Jährige. «Vor allem ist es hier so schön und es herrscht eine freundliche Atmosphäre.» Besonders die Streckenabschnitte im Wald behagten ihr. Die ersten Kilometer waren ihr, wie sie sagt, zu flach. Doch mit jedem Prozent mehr Steigung fühlte sie sich wohler.

Bei ihrem Start-Ziel-Sieg, so hält Pooley fest, sei sie nie am Anschlag gelaufen. «Ich lief nicht wirklich Vollgas. Denn bei meinem ersten Rennen nach meiner Verletzungspause wollte ich es nicht übertreiben.» Siegen sei zwar auch für sie was Schönes. «Aber ich bin nicht verbissen, muss nicht alles gewinnen.» Doch die Olympia-Zweite von Peking 2008 im Einzelzeitfahren auf dem Rad, weiss bestens, wie es ist, auf Rang eins zu sein. Sie ist schliesslich mehrfache Rad-Weltmeisterin im Einzelzeitfahren und Duathlon-Weltmeisterin.

«Man muss viel dafür tun, um hier zu gewinnen»

Arnold Aemisegger aus Triesenberg kam alles andere als locker zum siebten Sieg in Serie beim Gauschla-Berglauf. «Es ist wirklich extrem hart gewesen», beschreibt er den Zweikampf mit Jan Walter (Lenggenwil). Erst auf dem letzten Kilometer konnte sich der Liechtensteiner von seinem Kontrahenten lösen, er spielte seinen Vorteil im besonders steilen Gelände aus. «Ich bin mega happy, dass ich auch auf der neuen Strecke siegen konnte.» Dass sich die Siegesserie fortsetzt, betrachtet der 42-Jährige nicht als Selbstverständlichkeit. «Man muss viel dafür tun, um hier zu gewinnen. Es wird härter, je älter man wird. Man muss im Training mehr tun, um das Niveau zu halten.» Bester Werdenberger am Berglauf war dieses Jahr Alexander Heim. Der Buchser belegte im Overall-Klassement Platz fünf, in seiner Altersklasse wurde er Dritter. «Es gibt so starke Konkurrenz hier, da war klar, dass es nicht zu mehr reicht», so Heim. Er ist zufrieden mit Rang und Leistung, «es hätte nicht besser laufen können». Die letzten eineinhalb Kilometer betrachtet er als die härtesten: «Da wünscht man sich, dass das Ziel näherkommt. Doch es kommt immer noch ein Aufstieg und nochmals einer», beschreibt er das Leiden, wie es viele Teilnehmer erleben.

Mit neuer Infrastruktur wird Berglauf aufgewertet

Erstmals wurde der Gauschla-Berglauf von Trübbach aus gestartet, die ersten vier Kilometer waren für die Läufer Neuland. «Wenn man gewinnt, sind beide Strecken schön», sagt Aemisegger. Doch er verschweigt nicht, dass ihm als Liebhaber steiler Gelände die Anfangs-Kilometer nicht entgegenkommen. Für Heim dagegen ist klar: «Die neue Strecke ist schöner als die alte. Es ist angenehmer von der Steigung her.»

Solche Feedbacks sind für Peter Frey, Präsident des Ski- und Bergclubs Gauschla wichtig. Wie er sagt, seien die Rückmeldungen durchwegs positiv gewesen. Da der Startort von Weite nach Trübbach wechselte, musste auch eine neue Strecke her. «Diese hat sich als die beste herauskristallisiert, weil man so den Durchgangsverkehr am wenigsten tangiert», erklärt Frey. Und da wäre noch der Standortvorteil Trübbach. Die bessere Infrastruktur ist ein Gewinn für den Berglauf, «hier haben wir mehr Platz, die Parkplätze sind in der Nähe, im Aussenbereich ist nun eine Festwirtschaft möglich und auch die Kidsläufe sind einfacher durchführbar.»

Resultate

Gesamt. Männer: 1. Arnold Aemisegger (Triesenberg) 48:38. 2. Jan Walter (Lenggenwil) 48:52. 3. Michele Paonne (Mauren). – Frauen: 1. Emma Pooley (Hausen am Albis) 55:36. 2. Angela Haldimann (Niederuzwil) 1:00:20. 3. Ruth Gauer (Grabs) 1:12:42.

Männer. Hauptklasse: 1. Michele Paonne (Mauren) 51:08. 2. Urban Signer (Appenzell) 53:44. 3. David Inauen (Appenzell) 58:00. – Senioren I: 1. Jörg Stäheli (Siegers- hausen) 54:33. 2. Simon Rutherford (Hausen am Albis) 1:05:14. 3. Ueli Kessler (Berschis) 1:09:02. – Senioren II: 1. Arnold Aemisegger (Triesenberg) 48:48. 2. Jan Walter (Lenggenwil) 48:52. 3. Alexander Heim (Buchs) 53:59. – Senioren III: 1. Köbi Schmid (Chur) 59:31. 2. Beat Brändle (Romanshorn) 59:37. 3. Baha Akyel (Trübbach) 1:02:11. – Senioren IV: 1. Stefan Süess (Schönenberg) 1:00:51. 2. Berni Litscher (Berneck) 1:05:06. 3. Ivo Good (Au) 1:10:58.

Frauen. Seniorinnen I: 1. Emma Pooley (Hausen a. Albis) 55:36. 2. Angela Haldimann (Niederuzwil) 1:00:20. 3. Ruth Gauer (Grabs) 1:12:42. – Seniorinnen III: 1. Annabelle Müller (Zürich) 1:18:00. 2. Patricia Schulz (Wald) 1:22:26. 3. Helen Zuber (St. Gallen) 1:22:58. – Seniorinnen IV: 1. Concetta Bösch (Steinach) 1:34:36.

Junioren: 1. Andreas Durrer (Vilters) 26:57. 2. Marco Walker (Fontnas) 31:56. 3. Raphael Heeb (Azmoos) 36:26. – Juniorinnen: 1. Salome Haldimann (Niederuzwil) 33:17. 2. Julia Jäggi (Grabs) 34:49. 3. Flavia Fiordimondo (Oberschan) 38:08.

Duo: 1. Gianni / Dano Fiordimondo (Oberschan) 1:09:17. 2. Victor /Manuel Nadig (Quarten) 1:20:02. 3. Yvonne Fiordimondo / Andrea Zogg (Oberschan) 1:20:20.

Obetlauf. Männer: 1. Lauftreff Buchs M45 plus 46:42,76. 2. Raiffeisenbank Sarganserland 48:36,11. 3. Müller Azmoos AG Werkstatt 53:33,62. – Frauen: 1. Lauftreff Buchs Frauen 1:03:15,08. 2. Running Sisters 1:03:55,59. 3. Müller Azmoos AG Büro 1:05:55,11. – Mixed: 1. SCS Sevelen 51:02,17. 2. Ski- und Bergclub Sevelen 55:47,74. 3. Lauftreff Buchs Müllers 58:00,60. – Plauschstafette: 1. Wartauerflitzer. 2. Fit and Fun II. 3. Zangerle.

Kidsläufe. Knaben I: 1. Yari Thoma (Weite) 14,68. 2. Leano Kalberer (Wangs) 15,06. 3. Ben Sprecher (Weite) 15,75. – Knaben II: 1. Mattia Kalberer (Wangs) 11,56. 2. Andri Gabathuler (Oberschan) 12,04. 3. Fabio Vetsch (Sevelen) 12,09. – Knaben III: 1. Andrin Kalberer (Wangs) 13,87. 2. Elias Gabathuler (Malans) 13,92. 3. Ramon Hari (Oberschan) 13,98. – Knaben IV: 1. Maurin Marquart (Oberschan) 12,93. 2. Valentin Gabathuler (Malans) 14,16. 3. Jakob Zangerle (Weite) 14,60. – Knaben V: 1. Ricardo Pietrafesa (Fontnas) 11,31. 2. Christoph Schmid (Fontnas) 11,35. 3. Joel Ottacher (Weite) 11,93. – Knaben VI: 1. Luis Guerreiro (Azmoos) 10,60 (schnellster Wartauer). 2. Patrick Oberer (Trübbach) 10,96. 3. Jonas Wellenzohn (Azmoos) 11,74.

Mädchen I: 1. Zoé Dubois (Weite) 15,61. 2. Maura Eggenberger (Weite) 15,74. 3. Moana Gabathuler (Azmoos) 17,55. – Mädchen II: 1. Emma Frei (Azmoos) 12,89. 2. Amelie Heeb (Oberschan) 12,96. 3. Lea Dütschler (Weite) 13,45. – Mädchen III: 1. Anna Hari (Oberschan) 13,03. 2. Kathrin Giger (Plattis) 13,73. 3. Leandra Flater (Oberschan) 13,91. – Mädchen IV: 1. Marina Eggenberger (Fontnas) 13,24. 2. Luisa Szacsvay (Oberschan) 13,69. 3. Alesia Giger (Plattis) 13,91. – Mädchen V: 1. Annika Flater (Oberschan) 10,99 (schnellste Wartauerin). 2. Nuria Pietrafesa (Fontnas) 11,70. 3. Svenja Gabathuler (Trübbach) 12,10. – Mädchen VI: 1. Mona Gabathuler (Azmoos) 16,14.