Neue Hoffnung für Intensivplätze im Lukashaus Grabs kommt auf

Der Kanton St. Gallen startet Projekt zur Intensivbetreuung. Auch Vertreter der Lukashaus Stiftung sind mit dabei.

Katharina Rutz
Hören
Drucken
Teilen
Die Lukashaus Stiftung möchte sein Angebot an Betreuungsplätzen für gewaltbereite Menschen mit Behinderung beibehalten.

Die Lukashaus Stiftung möchte sein Angebot an Betreuungsplätzen für gewaltbereite Menschen mit Behinderung beibehalten.

Bild: Susanne Basler

Aktuell ist die Lukashaus Stiftung die einzige Trägerschaft im Kanton St.Gallen, die zwei Intensiv-Betreuungsplätze betreibt. Allerdings wären eigentlich vier Intensiv-Betreuungsplätze nötig, damit das Angebot für die Lukashaus Stiftung wirtschaftlich tragbar wäre (der Werdenberger & Obertoggenburger berichtete). Deshalb ist unklar, ob das Angebot weitergeführt werden kann.

Jetzt hat das Amt für Soziales ein Projekt «Angebotsentwicklung Intensivbetreuung» gestartet, bei dem auch die Lukashaus Stiftung involviert ist.

«Wir haben bereits im Jahr 2013, als wir mit unserem Angebot begonnen haben, die Bildung einer Fachgruppe angeregt»,

sagt Hubert Hürlimann, Geschäftsleiter des Lukashaus. Das Projekt gehe deshalb in die richtige Richtung.

Der Bedarf an Plätzen, wo Menschen mit Behinderung, die sich chronisch selbst oder Fremde gefährden, betreut werden können, ist ausgewiesen. «Wir haben in den letzten Jahren bis zu acht Personen abgewiesen, die einen solchen Platz benötigt hätten», sagt Hürlimann. Er ist überzeugt, dass es im gesamten Kanton zehn bis zwölf Intensiv-Betreuungsplätze benötigt.

Der politische Druck steigt

Auch die Kantonsräte der Region sind sich des Bedarfes sowie der Vorreiterrolle, die das Lukashaus hier einnimmt, bewusst. Bereits im Sommer startete Sascha Schmid von der SVP mit einer Einfachen Anfrage einen politischen Vorstoss.

Weiteres Gewicht wird dem Anliegen nun von einer überparteilichen Interpellation der Kantonsrätinnen und Kantonsräte Katrin Schulthess (SP, Grabs), Katrin Frick (FDP, Buchs), Barbara Dürr (CVP, Gams) sowie Sascha Schmid (SVP, Grabs) verliehen. Sie bezeichnen die Ausgangslage hinsichtlich der Leistungsvereinbarung für das Jahr 2020 als unklar und möchten deshalb von der Regierung wissen, wie die kantonale Bedarfsplanung im Bereich Intensivwohnplätze für Menschen aussehe und ob die betroffenen Institutionen in die Planung einbezogen würden.

Stiftung hat schon über 750000 Franken investiert

Weitere Fragen betreffen die Finanzierung und die Auslastung der Wohnplätze. Schliesslich wollen die Kantonsräte auch wissen, ob die bereits investierten Ressourcen in der weiteren Planung berücksichtigt werden. Diese Frage dürfte auch für die Lukashaus Stiftung wichtig sein, da dort bereits über 750000 Franken in die Intensiv-Betreuungsplätze investiert wurden und auch im Neubauprojekt, welches im Januar vorgestellt werden soll, eine Möglichkeit für solche Betreuungsplätze einfliesst.

«Die bisherigen Antworten seitens Kanton waren für mich zu vage, weshalb wir diese Interpellation verfasst haben», sagt Katrin Schulthess. «Wir wollen sicherstellen, dass auch im südlichen und nicht nur im nördlichen Kantonsteil solche Plätze angeboten werden, zumal wir ja eine Institution haben, die das bereits macht», sagt die Kantonsrätin. «Das Lukashaus hat in der Intensivbetreuung eine Pionierrolle im Kanton eingenommen. Ausserdem gibt es von benachbarten Kantonen ebenfalls Anfragen.»

Der Kanton hat den Bedarf erkannt

Mit dem Projekt «Angebotsentwicklung Intensivbetreuung» möchte das Amt für Soziales den Bedarf und die mögliche Umsetzung nun für den gesamten Kanton klären.

«Erste Ergebnisse erwarten wir im Herbst 2020»,

sagt Christina Manser, Leiterin Amt für Soziales des Kantons St.Gallen. In der Planungsgruppe des Projektes sind neben der Lukashaus Stiftung die Heimstätten Wil sowie das Spezialwohnheim Eggfeld Wil. Ebenfalls involviert seien Vertreter aus der Psychiatrie und des Branchenverbandes.

Die Regierung bestätigte im August bereits einen Bedarf von «künftig höchstens zehn Intensivplätzen». «Im Idealfall soll mittelfristig sowohl im Norden als auch im Süden des Kantons ein Angebot an Intensivplätzen bestehen», heisst es in der Antwort auf die Einfache Anfrage von SVP-Kantonsrat Sascha Schmid vom Juni.

Beide Plätze im Lukashaus sind besetzt

Die beiden Plätze der Lukashaus Stiftung sind nach wie vor besetzt. Ein Klient stammt aus dem Kanton Graubünden, welcher den Platz auch finanziert. Hubert Hürlimann, Geschäftsleiter der Lukashaus Stiftung, ist mittlerweile optimistisch, was die Intensiv-Betreuungsplätze im Lukashaus betrifft. «Der Kanton hat den ausgewiesenen Bedarf inzwischen auch erkannt.»