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Natur kennen lernen und verstehen auf Rundwanderung in Sevelen

Mit Informationen über Biodiversität und vielfältige Lebensräume sensibilisiert die Gemeinde Sevelen ihre Bürger in Bezug auf die Natur; dieses Jahr ging es auf einen Streifzug durch das Talgebiet.
Heidy Beyeler
Hans Oppliger informiert über den Chriesi-Sortengarten. (Bild: Heidy Beyeler)

Hans Oppliger informiert über den Chriesi-Sortengarten. (Bild: Heidy Beyeler)

Als Einstieg zur gut organisierten Rundwanderung machte Ursula Wunder, Gemeinderätin und Präsidentin der Umwelt- und Naturkommission UNK, auf die invasiven Neophyten aufmerksam. Das sind gebietsfremde Pflanzen, die sich massiv verbreiten. Dann ging’s durch den Wald zu Josef Meier, Jagdobmann Sevelen Wald. Spannend waren seine Ausführungen zu Tierarten, die neu auf Seveler Boden gesichtet wurden: Waschbär, Marderhund und Goldschakal. Die beiden erstgenannten sind Neozoen und müssen deshalb gejagt werden. Der Goldschakal ist zugewandert und ist in der Schweiz geschützt.

«Wiss Mur» und Feuchtbiotope

Förster Peter Benz, Forstgemeinschaft Grabus, zeigte anhand einer Tafel auf, wie der Waldrand eigentlich aufgebaut sein müsste. Damit liess er durchblicken, dass der Waldrand da und dort etwas mehr und besser gepflegt werden könnte, um der Ökologie und den kantonalen Vorschriften gerecht zu werden.

Über den wichtigen Lebensraum Feuchtbiotop mit Kleinstruktur informierte Ursula Wunder. Nachdem die «Wiss Mur» – die sich direkt auf dem Grenzgebiet Sevelen zu Wartau befindet – restauriert wurde, beschloss die Gemeinde Sevelen, die kleinen ehemaligen Weiher wieder auszubaggern. Inzwischen wurden rundherum Stein- und Asthaufen geschaffen, die einer Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder einen Lebensraum bieten, wie Ursula Wunder betonte. Auf der Wanderung konnten so allerhand Pflanzen und Tiere entdeckt werden, nicht zu vergessen die wertvollen Wildsträucher, die mit ihren Beeren dafür sorgen, dass vor allem Vögel gut über die Wintersaison kommen. Heute ist man im Rheintal froh, dass schon die Vorfahren mit der Bepflanzung von Sträuchern und Bäumen dem Wind Einhalt gebieten. Diese Windfänge tragen zu einer Balance der Wertigkeit zwischen Natur- und Kulturlandschaft bei, wie Forstingenieur Jürg Trümpler ausführte.

Agronom Hans Oppliger ist stolz, dass im Rheintal ein hoher Anteil an Ökoflächen anzutreffen ist. «Etwa 14 Prozent der Landwirtschaftsflächen sind Ökoflächen – vom Bund vorgeschrieben sind nur sieben Prozent.» Nicht nur die Öffentlichkeit sei verpflichtet, für eine vielfältige Biodiversität zu sorgen, hält Andi Götz, Mitglied UNK, fest. «Die Landwirtschaft und die Bevölkerung tragen ebenso Verantwortung gegenüber Umwelt und Natur». Dabei zeigte Götz auf ein Maisfeld, auf welchem es neben den Kulturpflanzen kein einziges Beikraut zu sehen gab. «Das ist nur möglich, wenn mit hartem Geschütz, sprich Gift, aufgefahren wird.» Auf der gegenüberliegen Seite liegt ein gepflegter Schrebergarten. Dass das Gemüse, das dort angepflanzt ist, auch etwas vom Gift abbekomme, darüber denke man augenscheinlich nicht nach.

Ein Grossteil der Insekten ging verloren

«Tatsache ist, dass die Landwirtschaft eine ökologische Öde ist. Es gibt kaum mehr Trockenwiesen – ausser auf steilem Gelände», sagte Andi Götz. «Heute sind nur noch zwei Prozent der Magerwiesen erhalten. Das ist die Realität.» Dazu kommt, dass – laut einer Studie aus Deutschland (NZZ vom 1. November 2017) – in den letzten 28 Jahren 75 Prozent der Insekten verloren gingen. Man erinnere sich an Zeiten, als im Sommerhalbjahr die Frontscheiben der Autos vollgeklebt waren von Insekten. Das gibt es heute nicht mehr. Die rund zweieinhalb Stunden dauernde Rundwanderung war informativ, interessant, kurzweilig und äusserst lehrreich.

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