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Nahwärmeverbund Azmoos wird erweitert und heizt künftig nur noch mit Holz

In Azmoos laufen die Arbeiten für die Erweiterung des Nahwärmeverbundes der Ortsgemeinde Wartau.
Corinne Hanselmann
Die drei neuen Heizkessel werden im bestehenden Raum untergebracht. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Die drei neuen Heizkessel werden im bestehenden Raum untergebracht. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Seit 2002 betreibt die Ortsgemeinde Wartau in Azmoos den Nahwärmeverbund Feldgass. Beheizt wurden bisher das Rathaus, das Betagtenheim, die Gebäude von Betreutes Wohnen, das Betriebsgebäude der Dorfkorporation, ein Schulhaus sowie zwei Wohnblöcke. Nun wird die Heizung erneuert und erweitert. Die Ortsgemeinde investiert rund 1,66 Millionen Franken. Die Leistung der Heizung wird verdoppelt und die Fernleitung um etwa 240 Meter erweitert. Beheizt werden sollen künftig auch das Schulhaus Feld, das sich derzeit im Bau befindet sowie früher oder später, einige Mehrfamilien- und Einfamilienhäuser.

Neue Kessel werden bis Januar installiert

Die alte Heizung, die sich im Untergeschoss der Alterswohnungen befindet, ist bereits ausgebaut worden. In den kommenden Wochen werden in denselben Räumlichkeiten drei neue Holzkessel installiert. Sie sollen ab Januar 2020 Wärme für die Bautrocknung des Schulneubaus liefern. Bis dahin überbrückt eine Notheizung, die auf dem Parkplatz der Alterswohnungen platziert ist und mit Öl betrieben wird.

Eine Notheizung überbrückt, bis die neue Heizung fertig ist.

Eine Notheizung überbrückt, bis die neue Heizung fertig ist.

Leichte Verzögerung wegen Verhandlungen und Einsprache

In diesen Tagen starten auch die Grabarbeiten für die Leitung bis zum Schulhaus Feld. Der Leitungsbau in bestehenden Quartieren ist aufwendiger als auf der grünen Wiese, denn es müssen mehrere Gärten durchquert und Mauern unterquert werden.
Verhandlungen mit Grundeigentümern und Interessenten für einen Anschluss und auch eine Einsprache gegen das Baugesuch erforderten recht viel Zeit. Das hat den Start etwas verzögert. Man konnte sich aber einigen, wie Paul Schlegel sagt.

Alte Heizung hätte teuer saniert oder stillgelegt werden müssen

Im November 2016 beschlossen die Bürger der Schulgemeinde Wartau den Neubau des Schulhauses Feld in Azmoos. Daraufhin hat der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde Wartau mit den Abklärungen begonnen, wie die Lieferung von Wärme aus dem Nahwärmeverbund für das neue Schulhaus bewerkstelligt werden kann.

Abklärungen haben ergeben, dass eine Revision der alten Heizung aus dem Jahr 2002 keinen Sinn macht. Denn sie hätte aufgrund von Änderungen der Luftreinhalteverordnung so oder so in diesen Jahren teuer saniert oder stillgelegt werden müssen. So hat man sich für die Installation einer neuen Anlage mit einer Leistung von 910 Kilowatt entschieden.

Bisher bei Extremsituationen mit Gas

Die alte Heizung mit einer Leistung von maximal 450 kW erzeugte die Wärme zu etwa 85 Prozent mit Holz. Bei Schwachleistung im Sommer und bei Spitzenzeiten im Winter kam zusätzlich Gas zum Einsatz. In Zukunft wird zu 100 Prozent mit Holz geheizt, wie Heinz Eggenberger vom Planungsbüro Eggenberger Ingenieur + Planer erklärt. Um dies auch bei Schwachleistung zu ermöglichen, wird nicht ein einziger, sehr grosser Kessel eingebaut, sondern ein kleiner Kessel mit einer Leistung von 250 kW und zwei grössere mit je 330 kW. «Eine Holzkesselanlage kann nur auf 30 Prozent der Nennleistung zurückgefahren werden. Darunter ist die Verbrennung nicht mehr optimal und es gibt unter anderem Probleme mit der Filteranlage», erklärt der Fachmann. Im Sommer werden häufig weniger als 100 kW Heizleistung benötigt. Welche Kessel wann zum Einsatz kommen, steuert die Anlage automatisch je nach Bedarf. Die Holzschnitzel werden mittels Schubboden und Schnecken automatisch vom Silo in den Brennraum befördert.

Ortsgemeinde ist Produzent und Kunde

Die Ortsgemeinde betreibt neben dem Nahwärmeverbund Azmoos einen weiteren in Weite (Neugrüt), sowie zwei kleinere Holzschnitzelheizungen für das Schulhaus Seidenbaum und den Werkhof Dornau. Dieses Engagement hat auch einen ökologischen Hintergrund, wie Paul Schlegel, Präsident der Ortsgemeinde Wartau, sagt.

«Wir möchten einen Beitrag leisten zum Ersatz von Heizöl durch erneuerbare Energieträger.»

Allein die Menge Öl, die durch die Notheizung in der kurzen Zeit bis Januar verbraucht werde (rund 40000 Liter), sei gewaltig und mache anschaulich, was mit der Holzschnitzelheizung an fossilen Brennstoffen gespart werden könne, so Schlegel.

Zusätzlich trägt die Holzschnitzelheizung dazu bei, den Forstbetrieb der Ortsgemeinde Wartau aufrechtzuerhalten. «Bisher fiel eher zu viel Schnitzelholz an in den Wartauer Wäldern. Der Forstbetrieb musste dies zum Teil zu schlechten Preisen verkaufen. Mit der neuen Heizung kann künftig fast alles selber verwertet werden, zu einem fairen Preis und mit nur sehr kurzen Wegen.»

Mit den Wärmeverbunden leistet die Ortsgemeinde zudem einen wesentlichen Beitrag, dass sich die Politische Gemeinde Wartau Energiegemeinde nennen kann, betont Schlegel.

Künftigen Bezüger hatten Einfluss auf Leitungsführung

Der Ortsverwaltungsrat hätte sich gewünscht, dass entlang der Fernleitung zum Schulhaus Feld noch weitere Gebäude wie etwa Wohnblocks angeschlossen werden könnten. Die Verhandlungen mit den Eigentümern haben einiges an Zeit gekostet. Der Baustart hat sich dadurch etwas verzögert. Da die künftigen Bezüger und ihre Standorte einen Einfluss hatten auf die Leistungsstärke der neuen Heizung und die Leitungsführung, konnte das Projekt nicht vorangetrieben werden, solange die Verhandlungen nicht abgeschlossen waren.

Letztlich werden nun nebst dem Schulhaus vorerst nur zwei Wohnüberbauungen an die Heizung angehängt, eine davon aufgrund eines Überbauungsplans der Gemeinde Wartau. Einige Hauseigentümer hätten aber ihr Interesse für einen allfälligen Anschluss angekündigt, wenn sie ihre Heizung in einigen Jahren erneuern müssen, so Schlegel. Liegen diese Liegenschaften nah an der neuen Leitung, sei dies durchaus möglich. «Gegenüber konventionellen Ölheizungen sind wir etwas teurer, aber im konkurrenzfähigen Bereich», so der Ortsverwaltungspräsident.

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