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«Das ist böswillig – unglaublich»: Nägel auf Grabser Bergweg +++ Unbekannte nehmen Verletzungen von Wanderern und Bikern in Kauf

Auf dem Studnerberg in Grabs hat jemand in eine hölzerne Entwässerungsrinne Nägel eingeschlagen und mit Laub bedeckt. Die Attacke galt wohl den Bikern und Quadfahrern. Stattdessen verletzte sich eine Wanderin.
Alexandra Gächter
Auf einen dieser Nägel stand eine Wanderin aus Grabs. Der Nagel bohrte sich durch die Schuhsohle und in den Fuss hinein. Sie musste ärztlich versorgt werden. (Bild: PD)

Auf einen dieser Nägel stand eine Wanderin aus Grabs. Der Nagel bohrte sich durch die Schuhsohle und in den Fuss hinein. Sie musste ärztlich versorgt werden. (Bild: PD)

Ein plötzlich stechender Schmerz unterbrach die idyllische Wanderung auf dem Studnerberg zweier Frauen aus Buchs und Grabs. Ein spitzer Gegenstand hatte sich durch die Schuhsohle und in den Fuss der Grabserin gebohrt. Das geschah vergangene Woche an einem heiteren Tag und noch ahnte niemand Schlimmes. Schliesslich kann man sich immer und überall mal verletzen.

Doch was die Frauen dann sahen, erschreckte sie: Vier Nägel ragten aus dem Boden. Sie wurden in ein Stück Holz geschlagen und mit Laub bedeckt. Jemand hat also die Verletzung von Menschen und Tieren böswillig in Kauf genommen.

Die Frauen wollten daraufhin das Stück Holz mit den Nägeln entfernen und mussten feststellen, dass es befestigt war. Sie informierten den Werkhof Grabs, der wiederum den örtlichen Verkehrsverein beauftragte, das Corpus Delicti zu entfernen.

Nägel steckten in Entwässerungsrinnen

Der Verkehrsverein fuhr unmittelbar danach in die Bannholzgasse, auf deren unterem Drittel das mit Nägel präparierte Holzstück gefunden wurde. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine hölzerne Entwässerungsrinne handelt, in welche vier Nägel geschlagen wurden. Damit stellte der Täter sicher, dass die Konstruktion nicht verrutschen und nicht so leicht entfernt werden konnte. Um das Ganze noch gefährlicher zu machen, wurden die Nagelköpfe abgeschnitten. So ragten also Spitzen aus dem Holz.

Ein Mitglied des Grabser Verkehrsvereins zog diese Nägel mit dem nötigen Werkzeug aus dem Holz. Mittlerweile war die Grabser Wanderin zu Hause und desinfizierte ihren verletzten Fuss. Als er im Verlaufe des Nachmittags immer mehr anschwoll und die Wunde sich entzündete, entschied sie sich, zum Arzt zu gehen. Dieser empfahl ihr eine Starrkrampfspritze und gab ihr Medikamente gegen die Entzündung und die Schwellung.

Zwei Tage später meldete sich die Grabserin bei der Polizei und erstattete Anzeige gegen unbekannt. «Ich denke, dass der Täter es eher auf Biker und Quadfahrer abgesehen hat und ich zufällig Opfer wurde», sagte sie gegenüber dem W&O.

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher St.Galler Kantonspolizei. (Bild: Urs Bucher)

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher St.Galler Kantonspolizei. (Bild: Urs Bucher)

«Das ist böswillig»

Mediensprecher Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen bestätigt, dass die Anzeige eingegangen ist. Er kennt keinen anderen Fall im Kanton St.Gallen, bei welchem Holzstücke auf Wander- oder Bikerwegen mit Nägeln bespickt wurden. Hingegen komme es zwei- bis dreimal im Jahr vor, dass Drähte über solche Wegen gespannt werden. Einmal sei es sogar ein Stacheldraht gewesen, der einen Biker zu Sturz brachte.

«Bei den gespannten Drähten ist nicht immer klar, mit welchem Vorsatz gehandelt wurde», so Krüsi. Die Drähte dienen den Landwirten als Absperrungen, beispielsweise bei Auf- oder Abtrieben des Viehs. Wurde die Absperrung nicht oder zu wenig gekennzeichnet? Wurde die Absperrung zu früh entfernt? Hat der Landwirt vergessen, den Draht abzumontieren? Oder hat er den Draht gar mit Absicht den Bikern zu schaden gespannt oder hängen gelassen?

Bei den Nägeln sei hingegen die Absicht klar erkennbar. «Das ist böswillig. Unglaublich. Ich persönlich verurteile so ein Handeln», sagt Krüsi. Der Verkehrsverein Grabs wird in nächster Zeit das Gelände auf neue Fallen für Biker und Quadfahrer absuchen. Wer derzeit auf dem Studnerberg unterwegs ist, muss dennoch aufpassen. Möglich ist, dass noch weitere mit Nägeln präparierte Entwässerungsrinnen dort sind oder dass der Täter erneut welche anbringt.

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