Nachfrage treibt im ersten Halbjahr 2020 Umsatz und Auftragseingang deutlich an: VAT spürt wirtschaftlich wenig von Corona

Nach einer Delle in den beiden Vorjahren profitiert das Unternehmen, das weltweit hochleistungsfähige Vakuumkomponenten und -ventile verkauft, im laufenden Jahr von höheren Investitionen im Halbleiterbereich.

Thomas Schwizer
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Nach dem deutlichen Aufschwung im ersten Halbjahr erwartet die börsenkotierte VAT für das Gesamtjahr 2020 einen substanziell höheren Nettogewinn als im schwierigen Vorjahr.

Nach dem deutlichen Aufschwung im ersten Halbjahr erwartet die börsenkotierte VAT für das Gesamtjahr 2020 einen substanziell höheren Nettogewinn als im schwierigen Vorjahr.

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

Im Sommer 2018 musste die VAT für ein Dreivierteljahr Kurzarbeit anmelden, die bis Juni 2019 galt. Die abwartende Haltung der weltweiten Kunden in Bezug auf Investitionen in neue Produktionsanlagen brachte für die VAT einen markanten Einbruch.

Im zweiten Halbjahr 2019 zeichnete sich eine langsame Erholung der Märkte ab. Das Ergebnis für das erste Halbjahr 2020 zeigt: Der Turnaround ist geschafft.

Halbleiterbereich: Weltweit grosser Investitions-Nachholbedarf

Der Vakuumventilhersteller aus Haag profitiert vom weltweit grossen Nachholbedarf für Investitionen in der Halbleiterindustrie. So ist im ersten Halbjahr 2020 der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr mit 358 Millionen Franken um 37 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr, der Nettoumsatz legte um 21,3 Prozent zu.

Für das Gesamtjahr erwartet die VAT einen substanziell höheren Nettogewinn als 2019.

Coronapandemie hat kaum einen negativen Einfluss

Selbst die Coronapandemie konnte die positive Entwicklung nicht stoppen. Die Nachfrage sei gestützt worden, weil der Halbleitersektor während der Pandemie als systemkritisch eingestuft wurde. Die VAT erläutert in ihrer Mitteilung: «Das ermöglichte es den Unternehmen, die Produktion auch während der Krise aufrecht zu erhalten, insofern sie die Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten sicherstellen konnten.»

Im Stammwerk in Haag konnte die VAT auch während der Pandemie durchgehend produzieren, teilt sie auf Nachfrage des W&O mit. In Malaysia und den USA gab es dagegen kurze Produktionsunterbrüche, die sich aber nicht nachteilig auswirkten, so Unternehmenssprecher Michel Gerber. Die Zulieferkette habe mit ganz wenigen Ausnahmen immer funktioniert.

Produktion in sechs strikt getrennten Zonen

In der Fertigung und Montage wurden in Haag zahlreiche Schutzmassnahmen umgesetzt. So wurde der gesamte Betrieb in sechs Zonen unterteilt. Die Mitarbeitenden mussten in ihrer Zone bleiben. Die Belegung der Pausenräume wurde so reduziert, dass der nötige Abstand stets möglich war.

Für Mitarbeiter, die näher als zwei Meter zu Kollegen mussten, um Arbeiten an grösseren Werkstücken zu erledigen, galten Masken und Handschuh-Pflicht. Schliesslich wurden die Schichten mit einem Zeitfenster geteilt, so dass die Mitarbeitenden der einen Schicht gehen konnten, bevor die anderen eintrafen.

Home Office wird weiterhin ermöglicht – im Rahmen der EU-Regeln

Die Büromitarbeitenden wurden gleich zu Beginn der Covid-19-Pandemie an allen VAT-Standorten weltweit ins Home Office geschickt, so weit es technisch möglich war. Seit dem 1.August können Büromitarbeitende in Absprache mit den Vorgesetzten bis zu 25 Prozent ihrer Zeit zuhause arbeiten.

Die EU-Regeln für Grenzgänger würden vorgeben, wie viel Arbeitszeit aus dem Wohnsitzland geleistet werden könne, ohne die Richtlinien zu verletzen, erläutert Michel Gerber.

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