Kantonales Musikfest bringt die Vereine musikalisch weiter

Am kommenden Wochenende findet das St. Galler Kantonalmusikfest in Lenggenwil statt. Aus dem Werdenberg beteiligen sich vier Vereine mit total 174 Musikantinnen und Musikanten.

Corinne Hanselmann
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Im März hat der Organisator des Kantonalmusikfests 2014, der Musikverein Diepoldsau-Schmitter, die Fahne des St. Galler Blasmusikverbands in feierlichem Rahmen an die Musig Lenggenwil übergeben. (Bild: PD)

Im März hat der Organisator des Kantonalmusikfests 2014, der Musikverein Diepoldsau-Schmitter, die Fahne des St. Galler Blasmusikverbands in feierlichem Rahmen an die Musig Lenggenwil übergeben. (Bild: PD)

Am Wochenende vom 25. und 26. Mai werden rund 3300 Musikantinnen und Musikanten am alle fünf Jahre stattfindenden St. Galler Kantonalmusikfest in der Gemeinde Niederhelfenschwil teilnehmen. 78 Musikvereine präsentieren in den Wettspiellokalen und auf der Parademusikstrecke unterhaltende und hochstehende Blasmusik. Zu hören sind Vereine aus jeder Ecke des Kantons, Vereine unterschiedlicher Stärkeklassen, Vereine in verschiedener Besetzung.

Azmoos-Sevelen, Buchs-Räfis, Sennwald und Gams nehmen teil

Aus dem Werdenberg nehmen die Spielgemeinschaft Azmoos-Sevelen, der Musikverein Buchs-Räfis, die Musikgesellschaft Sennwald und die Bürgermusik Gams am Kantonalen Musikfest teil. Sie treten in Harmoniebesetzung an, Gams und Buchs in der 2. Stärkeklasse, Sennwald und Azmoos-Sevelen in der 3. Stärkeklasse. Die Stärkeklassen unterscheiden sich vor allem durch die Schwierigkeit und Dauer der zu spielenden Werke.

Spielzeiten der Werdenberger Vereine

Bürgermusik Gams, Kategorie H2, Samstag, 25. Mai, Wettspiel 10 Uhr (Lokal Sproochbrugg), Parademusik 14.20 Uhr

Spielgemeinschaft Azmoos-Sevelen, Kategorie H3, Samstag, 25. Mai, Parademusik 10.50 Uhr, Wettspiel 14.30 Uhr (Lokal Niederhelfenschwil)

Musikgesellschaft Sennwald, Kategorie H3, Sonntag, 26. Mai, Wettspiel 10 Uhr (Lokal Niederhelfenschwil), Parademusik 14.20 Uhr

Musikverein Buchs-Räfis, Kategorie H2, Sonntag, 26. Mai, Wettspiel 12 Uhr (Lokal Sproochbrugg), Parademusik 15.05 Uhr

Weitere Informationen unter www.topof19.ch.

Die Musikanten befinden sich mit ihren Dirigenten in den letzten Zügen der Vorbereitung.

«Wir möchten das zeigen, was wir können»

Die Bürgermusik Gams hat am 10. Mai am Vorbereitungskonzert in Vilters teilgenommen, wie Präsident Daniel Lenherr auf Anfrage des W&O sagt. «Wir sind auf Kurs, haben aber beim Vorbereitungskonzert gerade im Zusammenspiel Details entdeckt, wo noch Verbesserungspotenzial besteht», sagt der Gamser. Seit Anfang Mai probt die Bürgermusik zweimal wöchentlich intensiv, auch ein Probesamstag fand statt.

Das Ziel der Bürgermusik ist eine Rangierung im vorderen Drittel der 2. Stärkeklasse. «Zudem möchten wir nach dem Wettbewerb das Gefühl haben, das gezeigt zu haben, was wir können», ergänzt Daniel Lenherr. Das intensive Üben der einzelnen Wettspielstücke bringe den Verein musikalisch weiter. Das sei ein schöner Effekt unabhängig von der Bewertung am Musikfest. Die Bürgermusik Gams reist mit 35 Musikantinnen und Musikanten nach Lenggenwil und wird dirigiert von Harry Zierler.

Dirigenten wechseln sich auch am Musikfest ab

Seit zwei Monaten probt auch die Spielgemeinschaft Azmoos-Sevelen zweimal wöchentlich statt einmal. Zuerst jeweils Parademusik und anschliessend Selbstwahl- und Aufgabenstück. «Die Proben finden abwechselnd in Trübbach und in Sevelen statt», sagt Jeanette Hofmänner. Sie ist OK-Präsidentin der Spielgemeinschaft Azmoos-Sevelen. Die Musikgesellschaften Azmoos und Sevelen haben diese im vergangenen Jahr gebildet mit dem Ziel, am Kantonalmusikfest 2019 teilnehmen zu können. Einzeln wären die Vereine zu klein für eine Teilnahme.

Die jetzt 46 Mann und Frau starke Gruppe strebt eine Rangierung im Mittelfeld der 3. Stärkeklasse an. Damit dies gelingt, feilt sie derzeit besonders am Schluss der Parademusik sowie an Feinheiten des Aufgabenstücks, das die Vereine erst zehn Wochen vor dem Musikfest erhalten haben. Bei der Parademusik sowie beim Selbstwahlstück leitet der Seveler Dirigent David Lüthi die Spielgemeinschaft, beim Aufgabenstück der Azmooser Dirigent Jan Köpfli.

Ob es nach dem «Kantonalen» noch weitere gemeinsame Konzerte von Sevelen und Azmoos geben wird, ist noch offen. «Das beraten wir dann beim Abschlussfest Anfang Juli», so Hofmänner. Ein Zusammenschluss der beiden Vereine sei aber kein Thema.

«Auch das Gesellschaftliche ist wichtig»

«Wir sind in der Rhythmik ziemlich weit und das Zusammenspiel klappt, daran haben wir in den vergangenen acht Wochen intensiv gearbeitet. Auch mit dem Klangausgleich, also dass zum Beispiel die Trompete gegenüber der Klarinette nicht zu laut ist, haben wir uns beschäftigt», sagt Roland Wohlwend, Dirigent der Musikgesellschaft Sennwald.

«In den letzten Proben vor dem Fest achten wir besonders darauf, dass die einzelnen Stimmen gut miteinander harmonieren und es einen schönen Klang gibt. Zudem braucht es noch mehr Durchlaufsicherheit, dafür spielen wir die Stücke von A bis Z durch.» In der 3. Stärkeklasse, in welcher Sennwald antritt, dauern die geforderten Stücke rund sieben Minuten. Die grösste Herausforderung ist für die 40 Musikantinnen und Musikanten eindeutig das Selbstwahlstück «Dublin Pictures», wie Wohlwend sagt. «Es ist technisch auf den einzelnen Instrumenten schwierig, die Musikanten mussten viel üben. Zudem ist das ganze Stück recht schnell, wie halt irische Musik ist.»

Roland Wohlwend hat sich verschiedene Ziele vorgenommen. «Ich möchte nach dem Musikfest sagen können, dass wir uns gut vorbereitet haben, davon profitieren konnten und als Verein weitergekommen sind. Die Rangierung ist nicht so zentral. Ich möchte, dass wir zeigen können, was wir musikalisch erreicht haben und dass dies im Bericht der Jury auch hervorgehoben wird.»

«Wenn es zu einem guten Rang reicht, ist das umso motivierender.»

Ebenfalls eine wichtige Rolle spiele aber der gesellschaftliche Teil, dass die Vereinsmitglieder am Musikfest gemeinsam einen schönen Tag verbringen. «Zudem haben wir einige junge Mitglieder dabei, für die es ein riesen Erlebnis sein wird, an einem Kantonalmusikfest dabei zu sein», so Roland Wohlwend.

Motivation durch Abwechslung

Der Musikverein Buchs-Räfis reist mit 53 Musikantinnen und Musikanten nach Lenggenwil. Sie treten seit vielen Jahren wieder einmal in der schwierigeren 2. Stärkeklasse an. «Für uns ist es wichtig, dass wir in der 2. Stärkeklasse wieder Fuss fassen können», sagt Präsidentin Corinne Bänziger gegenüber dem W&O. Erst vor zwei Wochen führten die Buchser ihre jährliche Unterhaltung durch. «Im ersten Teil spielten wir die Wettspielstücke und zeigten der Öffentlichkeit, was an so einem Musikfest verlangt wird. Der zweite Teil war dann eher unterhaltend.» Man habe sich schon Überlegungen gemacht bei der Festlegung dieser Termine. Sie sei kein Fan davon, zwei Monate lang nur noch die Wettspielstücke zu spielen, so Bänziger. «Es braucht Abwechslung, dass alle Musikantinnen und Musikanten motiviert dran bleiben.» Jetzt sei man aber mit Dirigent Christian Mathis am Feinschliff der Wettspielstücke. «Wir sind gespannt, wie es dann läuft in Lenggenwil.»

Die Aufbauarbeiten in Lenggenwil sind längst im Gange:

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