Sennwald
«Todo cambia – alles verändert sich» – Ein Konzertabend mit bewegendem Abschluss

Musik als Kraft der Veränderung: Kontrastreiche Musik und Lieder der Hoffnung bot ein Konzertabend bei der katholischen Kirche Sennwald.

Hanspeter Thurnherr
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Gospelfragment begeisterte mit Country- und Gospelklängen.

Gospelfragment begeisterte mit Country- und Gospelklängen.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Die «Zutaten» für einen besonderen Konzertabend im Rahmen der Diakoniewoche Werdenberg waren am Samstagabend rund um das Antoniusstübli und die katholische Kirche perfekt: ein milder Abend unter freiem Himmel, gute Verpflegung und aufmerksamer Service durch die freiwilligen Helfer aus dem Umfeld der Pfarrei, ein gut gelauntes und zahlreiches Publikum – und insbesondere fünf hervorragende Musikgruppen, welche vielseitige und kontrastreiche Musik boten.

Dazu kam ein gelungenes Format: Die Musikgruppen traten im Halbstundentakt zweimal im Verlaufe des knapp fünfstündigen Anlasses auf, sodass auch später kommende oder früher Gehende die volle Bandbreite der Musik geniessen konnten.

Die Auftritte klangen ganz unterschiedlich

Israel Martins sang Lieder von Leid und Hoffnung.

Israel Martins sang Lieder von Leid und Hoffnung.

Bild: Hanspeter Thurnherr

«Todo cambia – alles verändert sich», lautete das Motto. Es bezieht sich auf Lieder des Leidens und der Hoffnung aus der Zeit der Diktaturen in Argentinien und Brasilien. Solche Lieder trug der begnadete brasilianische Sänger Israel Martins dos Rais mit seiner grossartigen Stimme vor, feinfühlig begleitet von Uli Zeitler am Piano und Andreas Eisenhut an der Violine.

In seiner Begrüssung hatte der Pfarreibeauftragte Günter Schatzmann aus einem dieser Lieder zitiert: «Man muss dieser Traurigkeit ein Ende bereiten. Man muss die Liebe neu erfinden.» Dass wir uns an diesem Abend wieder relativ frei begegnen können, sei Balsam für die Seele, bezog er sich auch auf die Pandemie. Musik habe die Macht, unser Erschöpftsein zu pulverisieren. Deshalb sollen wir uns ihrer verändernden Kraft aussetzen.

Diese verändernde Kraft war beispielsweise auch in der fröhlichen, teilweise auch ruhigen, besinnlichen Country-Gospel-Musik der Gruppe Gospelfragment (Hans Köppel, Brigitte Lenherr und Jürg Lori) zu spüren.

Das Saxofonensemble der Musikschule Werdenberg erfreute mit jazzig-groovigem Sound.

Das Saxofonensemble der Musikschule Werdenberg erfreute mit jazzig-groovigem Sound.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Ganz anders klang das Saxofon-Klarinette-Ensemble der Musikschule Werdenberg unter der Leitung von Bernhard Klas. Jazzig-groovig spielten sie mehrheitlich Eigenkompositionen von Ensemble-Mitgliedern und bewiesen, dass auch gekonnt wechselnde Disharmonien ihren besonderen Reiz haben. Dazu mischten sie Balkan-Stücke in ihr Repertoire.

Gewaltige Stimme: Judith Dürr wurde von David Marock begleitet.

Gewaltige Stimme: Judith Dürr wurde von David Marock begleitet.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Einmal mehr verblüffte die Gamser Sängerin Judith Dürr mit ihrer gewaltigen Stimme. Dabei spielte sie mit unterschiedlicher Intensität mit den «Gefühlen», welche die Texte ihrer Lieder zum Ausdruck brachten. Von amerikanischen Songs über französische Chansons bis zu Liedern von Kurt Weill und einer Gedichtrezitation reichte die Palette des Gebotenen. Gekonnt begleitet wurde sie von David Marock am Piano.

Feine Alphornklänge vom Waldrand her

Zwischen den Auftritten dieser Gruppen erklangen mehrmals vom nahen Waldrand aus feine Alphornklänge und lockten die Zuhörer von ihren Sitzplätzen. Edy Hehli und Othmar Lenherr setzten damit einen weiteren, heimatlichen und heimeligen «Farbpunkt» auf die breite musikalische Landschaft dieses speziellen Konzertabends.

Mitten in der Natur spielte das Alphornduo Edy Hehli & Othmar Lenherr.

Mitten in der Natur spielte das Alphornduo Edy Hehli & Othmar Lenherr.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Beim Eindunkeln sang Israel Martins, unterstützt vom Chor Contigo mit feinfühligem Backgroundgesang, das Lied «Todo cambia» der brasilianischen Sängerin Mercedes Sosa. Die Zuhörer waren eingeladen, den Refrain mitzusingen – ein bewegender Abschluss eines aussergewöhnlichen Abends.

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