Kunstausstellung im Glashaus zeigt Momentaufnahmen der Gefühle

Zwei Künstler, zwei Stilrichtungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und ein grosser Zustrom von Gästen, so präsentierte sich die Vernissage im Glashaus Blumen Keusch am Samstagnachmittag.

Heidy Beyeler
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Eugen Moser begrüsst die grosse Schar der Gäste während sein langjähriger Freund Hans Kürschner konzentriert zuhört.
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Freundschaften durch die Malerei – hier Alice Moser und Marianne Holtappels. (Bild: Bilder: Heidy Beyeler)

Eugen Moser begrüsst die grosse Schar der Gäste während sein langjähriger Freund Hans Kürschner konzentriert zuhört.

Die Überraschung von Seiten der beiden malenden Künstler – Marianne Holtappels, Lüchingen, und Eugen Moser, Buchs, – war gross ob den vielen Kunstinteressierten. Teils wurde es recht eng beim Schlendern durch das Glashaus.

Sechzig Bilder, dreissig von Eugen Moser und dreissig von Marianne Holtappels. Dass Eugen Moser in seinem ehemaligen Glashaus eine derart erfolgreiche Ausstellung erleben würde, hat er wohl nicht gedacht, als er seine Gärtnerei an der Grünaustrasse vor rund 25 Jahren der Familie Keusch übergab.

Leidenschaft und Hingabe

Die Begrüssung der Besucher übernahm Eugen Moser. Er drückte seine Freude aus, dass er gemeinsam mit Marianne Holt-appels – mitten in einem grünen Umfeld – Werke aus den vergangenen drei Jahren zeigen darf. Anschliessend trat Hans C. Kürschner, Ehemann und Unterstützer von Marianne Holtappels, und langjähriger Freund von Eugen Moser, ans Mikrofon. Darum kam es vor vier Jahren zur ersten gemeinsamen Ausstellung der beiden Künstler in Altstätten, die mit ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen, Gestaltungsweisen und Besonderheiten schon damals zur Vielfalt der Ausstellung beitrugen.

«Seinerzeit hat Eugen Moser gesagt ‹das ist wahrscheinlich meine letzte Ausstellung›».

«Wie man sieht, ist es bei ‹wahrscheinlich›, geblieben», sagte Kürschner schmunzelnd.

Kurz nach der Pensionierung wandte sich Eugen Moser der Malerei zu und meldete sich für einen Malkurs an, um die Kunstmalerei zu erlernen. Am ersten Kurstag blieb Moser gerade mal zwei Stunden. Als es hiess «jetzt malen wird eine Sonne» schien ihm das unsinnig. Er verliess den Kurs und malt seither ohne Anweisungen, aber nach seiner Intuition. Er lässt sich von der Natur und seinen Gefühlen inspirieren.

Seine Bilder sind facettenreich. Die leuchtenden, teils grellen Farben strahlen Heiterkeit und Energie aus. Kraftvoll ist die Ausdrucksweise. Kräftig sind die Farben.

Genauso schwungvoll wie seine Bilder ist er selber auch noch im Alter von fast 92 Jahren. Seine Werke entstehen durch seine Spontaneität und basieren auf seinem Bauchgefühl, seiner Leidenschaft und Hingabe. Die ausgestellten Bilder stammen aus den letzten drei Jahren. Etliche Werke sind Momentaufnahmen, die in Eintracht mit Pflanzen und der Natur stehen.

Gegensätze ziehen sich an

Marianne Holtappels hat ihre Kreativität als Designerin in der Textilindustrie entdeckt. Nach einer Pause von einigen Jahren hat sie 2011 ihre Kreativität wiederaufleben lassen und wandte sich der Malerei zu. Ihre Bilder sind so anders als jene von Eugen Moser; und dennoch, so gegensätzlich die beiden Stile sind, die unterschiedlichen Ausdrucksweisen ergänzen sich gut.

Die Bilder von Marianne Holtappels verströmen Ruhe und haben etwas Mystisches an sich. Formen und Farben harmonieren in einer speziellen Art der Eleganz. Einfühlsam und weiblich. Man könnte fast sagen: Diese Bilder sind der Spiegel der Seele. Sie regen an stehen zu bleiben, um sich vertieft auf die Wirkung der Bilder einzulassen.

Hinweis
Die Ausstellung im Glashaus Blumen Keusch ist während der Ladenöffnungszeiten offen und dauert bis zur Finissage am Samstag 2. Februar, 14.30 Uhr.