Mitwirkungsverfahren
«Keinen erkennbaren Mehrwert für die Bevölkerung»: SVP-Ortspartei fordert «Zurück auf Feld Eins» bei der Grabser Zentrumsplanung

Nach Jahren der Planung präsentieren die Zentrum Grabs Genossenschaft und der Gemeinderat den Sondernutzungsplan «Zentrum Grabs» und ein Richtprojekt für das Volg-Areal. In einem offenen Brief an den Gemeinderat möchte die SVP Grabs Antworten auf offene Fragen und fordert ein Umdenken.

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Die SVP Grabs fordert ein Umdenken bei der Grabser Zentrumsplanung.

Die SVP Grabs fordert ein Umdenken bei der Grabser Zentrumsplanung.

Bild: Richtprojekt SNP Zentrum Grabs

(pd/wo) Die SVP Grabs schreibt in einer Medienmitteilung:

«Grundsätzlich begrüssen wir die Bemühungen zur Gestaltung eines attraktiven Dorfzentrums. Die aktuelle Vorlage wird den Anforderungen der Gemeinde und der Bevölkerung jedoch nicht gerecht und muss daher überarbeitet werden.»

In ihrem offenen Brief an den Gemeinderat fordert die SVP Grabs, dass die Planung zum Sondernutzungsplan «Zentrum Grabs» neu angegangen wird. Eine zielführende Zentrumsplanung müsste die Bereiche beidseitig der Staatsstrasse zwischen Grabserbach und Lindenweg/Sporgasse einschliessen, fordert die SVP. Es sei zudem wichtig, dass eine langfristige Planung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger erreicht wird.

«Die aktuell geplante Überbauung bietet keinen nachhaltigen und erkennbaren Mehrwert für die Grabser Bevölkerung.»

Dass ein Teil der Grabser Bevölkerung diese Auffassung teilt, zeige auch eine laufende Petition zum Thema. Der Verdacht liegt zudem nahe, dass der Sondernutzungsplan primär dazu dient, die geltenden Bauvorschriften zu umgehen.

Verkehrsführung für individuellen und öffentlichen Verkehr verbessern

Im Sinne einer vorausschauenden Planung ist die bereits heute ungenügende Verkehrssituation im Bereich Werdenstrasse-Staatsstrasse-Dorfstrasse für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Obwohl es bestehende Pläne für einen Kreisverkehr an dieser Stelle gibt, wäre dies unter den im Sondernutzungsplan vorgesehenen Platzverhältnissen kaum mehr möglich. Der vorliegende Plan sieht tendenziell eine weitere Verengung der Verkehrsflächen und damit definitiv keine Verbesserung der Situation vor. Die entlang der Werdenstrasse angeordneten Parkplätze und der reduzierte Strassenabstand im Bereich der Kreuzung Staatsstrasse-Werdenstrasse reduzieren zudem die Sicht und beeinträchtigen damit die Verkehrssicherheit, schreibt die Ortspartei weiter.

«Eine gute ÖV-Anbindung ist auch in unserer ländlichen Gegend wichtig. Dazu gehören grosszügige und sichere Haltestellen und Warteräume. Die aktuelle Situation beim Postplatz ist ungenügend.»

Ideal wären zwei grosszügige, einander gegenüberliegende Busbuchten mit überdachten Warteräumen. Dies wäre einerseits bei der Post und andererseits beim Volg-Areal beidseitig möglich. «Als kritisch erachten wir auch, dass der Abschnitt Werdenstrasse zwischen Marktweg und Staatsstrasse zukünftig nicht mehr dem ÖV als Wendestrecke zur Verfügung stehen soll. Wo die Busse später wenden sollen, ist nicht ersichtlich», so die SVP Grabs.

Ausreichend kostenlose Parkplätze in Zentrumsnähe

Im Dorfzentrum herrscht mit Ausnahme des jetzigen Volg-Areals ein ungenügendes Angebot an gut zugänglichen Parkplätzen. Entsprechend wird der Volg-Parkplatz regelmässig auch für den Besuch der umliegenden Geschäfte genutzt. Allein für die geplanten 35 Wohnungen entsteht ein Bedarf von bis zu 70 Parkplätzen. Für Verkaufsgeschäfte, Büros und Dienstleistungsbetriebe wird im Planungsbericht von einem realistischen Bedarf von weiteren 87 Parkplätzen ausgegangen, womit in einer bedarfsgerechten Planung mindestens 150 Parkplätze eingeplant werden müssten. Stattdessen sieht die Projektplanung lediglich 96 Parkplätze vor, was das Platzangebot weiter verknappen wird.

Die SVP Grabs wehrt sich zudem gegen eine Gebührenerhebung für die Parkplätze. Wir befürchten, dass sich bei der sich abzeichnenden akuten Parkplatzknappheit eine Bewirtschaftung sämtlicher Parkplätze in Zentrumsnähe aufdrängen wird. Die SVP setzt sich dafür ein, dass mit einer bedarfsgerechten Planung genügend gut erreichbare und kostenlose Parkplätze in Zentrumsnähe für Anwohner und Gewerbe erstellt werden.

Dorfplatz und Begegnungszonen, welche auch genutzt werden können

Der als Mehrwert für die Bevölkerung und zur Nutzung für Märkte und Veranstaltungen angepriesene Grabser Dorfplatz ist offensichtlich viel zu klein und kann dem vorgesehenen Zweck nicht gerecht werden. Auch der geplante Quartierplatz entspricht kaum den Anforderungen an die Spiel- und Begegnungsfläche für die geplanten Wohnungen. Ein Mehrwert für die Bevölkerung ist auch hier nicht erkennbar. Weiter fragt die SVP Grabs, ob die öffentliche Nutzung des neuen Dorfplatzes und des Quartierplatzes mit den Eigentümern vertraglich vereinbart bzw. vorgesehen wurde. Die SVP fordert klar, dass ein neuer Dorfplatz im Zentrum der Bevölkerung zugutekommen und öffentlich nutzbar sein muss.

SVP unterstützt Petition «Nein zum Sondernutzungsplan Zentrum Grabs»

Aufgrund der oben genannten Ausführungen hat der Vorstand der SVP Grabs beschlossen, die Petition «Nein zum Sondernutzungsplan Zentrum Grabs» zu unterstützen.

«Abweichend zur Petition fordern wir aber, dass die Zentrum Grabs Genossenschaft die Kosten für ihre bisherige Fehlplanung selber trägt und nicht dem Steuerzahler übertragen wird.»

Mit den Fragen an den Gemeinderat erhoffen wir uns umfassende Einblicke in die Beweggründe für seine Zustimmung zum vorliegenden Projekt. Weiter möchte die SVP mit den Anregungen einen konstruktiven Beitrag für eine bedarfsgerechte Planung eines neuen Dorfzentrums für Grabs leisten.

Die Petition kann unter https://www.petitio.ch/petitions/1iZlw unterstützt werden.