Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Mittel zur Bekämpfung von Armut in der Region greifen

Die Caritas St. Gallen-Appenzell hat den Fach- und Armutsbericht 2018 veröffentlicht. Von Sargans aus werden die Aktivitäten im Werdenberg koordiniert.
Armando Bianco

«Armut ist in der Schweiz noch immer ein Tabuthema. Über Armut wird nicht gesprochen und wir wollen sie nicht wahrhaben. Armutsbetroffene Menschen wiederum schämen sich, über ihre Situation zu sprechen und ziehen sich zurück.» Das sagt Lorenz Bertsch, Bereichsleiter Sozial- und Schuldenberatung bei der Caritas St. Gallen-Appenzell und Mitglied der Geschäftsleitung. Sorgen bereiten ihm allen voran die Auswirkungen der steigenden Krankenkassenprämien. In der Beratung zeige sich beispielsweise immer öfter, dass Familien zwei Drittel ihres Einkommens für Miete und Krankenkasse ausgeben müssen.

20 000 Kilo Lebensmittel in der Gemeinde Wartau

Die Caritas-Regionalstelle Sargans ist die Koordinationsstelle der Sozialfachstellen in den Regionen Werdenberg und Sarganserland. Das Angebot ist vielseitig, beispielsweise werden in den Gemeinden Wartau, Walenstadt und Vilters-Wangs Lebensmittelabgabestellen unterstützt, die durch die Organisation «Tischlein deck dich» mit Lebensmitteln beliefert werden. In der Gemeinde Wartau werden wöchentlich mit der Hilfe von Freiwilligen rund 85 Personen unterstützt, im letzten Jahr gingen so rund 20 000 Kilogramm Lebensmitteln über den Tisch (siehe Grafik). «Mit dem Angebot sprechen wir alle Menschen aus Wartau und Sevelen an, die am oder knapp über dem Existenzminimum leben», so Lorenz Bertsch.

Kirchlichen Sozialdienst im Werdenberg etabliert

Einem Bedürfnis entspricht auch der 2015 gegründete «Aktivitäten-Fonds für Armutsbetroffene». Damit werden in der Region Werdenberg-Sarganserland armutsbetroffene Menschen unterstützt, denen die finanziellen Mittel für die Teilnahme in Vereinen oder Aktivitäten im soziokulturellen Bereich fehlen. «Wenig finanzielle Mittel zu haben ist belastend, aber einsam und sozial ausgegrenzt zu sein ist für viele Armutsbetroffene noch schlimmer. Denn Einsamkeit macht krank», lautet die Einschätzung von Lorenz Bertsch, basierend auf langjähriger Erfahrung.

Ein Erfolgsmodell ist der Kirchliche Sozialdienst der Seelsorgeeinheit Werdenberg, der nach einer dreijährigen Pilotphase in den Regelbetrieb überführt wird. Das hat der Zweckverband der Kirchgemeinden kürzlich entschieden. Die Grundlage dazu bildete ein Evaluationsbericht der Stellenleitern Snjezana Gajski. Sie ist seit dem 1. Januar fest beim Zweckverband angestellt, womit das Angebot nun ein fester Bestandteil der Seelsorgeeinheit Werdenberg ist. Die Caritas ist für die fachliche Leitung und Support zuständig. «Das Erfolgsrezept ist, dass neben der Sozialberatung auch Diakonie, sprich soziales Engagement angeboten wird», so Lorenz Bertsch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.