Walter Strassnigg holt an Tischfussball-WM Bronze mit der Schweizer Nati

An den Tischfussball-Weltmeisterschaften im spanischen Murcia war der Seveler Walter Strassnigg Teil des erfolgreichen Seniorenteams.

Robert Kucera
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Wichtige Stütze im Schweizer Senioren-Team: Walter Strassnigg. Bild: Robert Kucera

Wichtige Stütze im Schweizer Senioren-Team: Walter Strassnigg. Bild: Robert Kucera

An den Weltmeisterschaften im Tischfussball im spanischen Murcia (2. bis 7. Juli) wurde die Schweizer Seniorenmannschaft erst im Halbfinal vom späteren Weltmeister Deutschland gestoppt.

«Ich bin ein bisschen traurig, dass wir nicht Gold geholt haben»,

kommentiert Walter Strassnig die schmerzliche Niederlage gegen den nördlichen Nachbarn. «Im Prinzip wäre der WM-Titel drin gelegen.» Dies war auch das erklärte Ziel des 69-jährigen Sevelers und seinen Nationalmannschaftskollegen.

Doch mit etwas Abstand zum Halbfinalspiel und gestärkt durch den Sieg im Spiel um den dritten Platz gegen die Niederlande ist Strassnig stolz auf das Erreichte und hat grosse Freude an der Bronzemedaille. Mehr noch: «Ich bin stolz, dass ich überhaupt mit an die WM durfte.»

Der Deutschland-Spezialist 
musste im Halbfinal passen

Die Finalspiele erlebte der Seveler in der Zuschauerrolle. Eine kürzlich durchgeführte Operation im Unterleib behinderte ihn mehr als gedacht. «Ich hatte Schmerzen und im Interesse der Mannschaft habe ich auf die weiteren Spiele verzichtet», erklärt Strassnig. Ein schwerer Verlust für die Schweizer Nati. Denn in den drei gewonnenen Gruppenpartien gegen Kanada, Grossbritannien und Portugal absolvierte er neun Doppelpartien – nur einmal erzielte das gegnerische Duo mehr Tore.

«Im Nachhinein war es wohl ein Fehler, dass ich gegen Deutschland nicht gespielt habe»,

blickt das Mitglied des Tischfussballvereins Gams zurück. Ohne ihn wurde Frankreich im Viertelfinal souverän besiegt. Doch im Halbfinal wurde sein Know-how auch deshalb schmerzlich vermisst, weil die deutschen Kontrahenten nicht gerne gegen Walter Strassnigg spielen.

«Ich habe eine sehr gute Bilanz gegen Deutschland», sagt er. «Gegen diese Nationalmannschaftsspieler habe ich praktisch immer gewonnen.» Doch verständlicherweise wollte er in Bezug auf seine Gesundheit nichts riskieren. «Wäre ich zu 100 Prozent fit gewesen, hätten wir Deutschland besiegt.»

Eine Medaille fehlt in 
Walter Strassniggs Sammlung

Mit seiner persönlichen WM-Bilanz ist Walter Strassnigg zufrieden: «Was ich gespielt habe, war gut.» Als schönsten Erfolg nennt er den Sieg über Gros
britannien. Dem nachmaligen Silbermedaillengewinner liess die Schweizer Nati keine Chance.

In seiner Sammlung befinden sich nun zwei WM-Medaillen. Vor zwei Jahren in Hamburg reichte es ihm und seinen Teamkollegen gar zu Silber.

«Das Ziel muss sein, dass die Schweiz nach Silber und Bronze nun Gold holt»,

fordert Strassnig. Die nächste Chance erhält man 2021, wenn Nantes (Frankreich) der WM-Austragungsort ist.

Der 69-Jährige hat klare Vorstellungen, was man besser machen müsse, um Platz eins zu erobern: «Der Teamzusammenzug muss früher stattfinden. Wir müssen von der Einstellung Deutschlands lernen und unseren Teamspirit fördern.»