Mit koordinierter Bewässerung lediglich das Minimalziel erreicht

Mit der koordinierten Bewässerung ist zwar im rekordtrockenen Sommer 2018 Qualität und Quantität der landwirtschaftlichen Kulturen deutlich unter einem Normaljahr geblieben. Aber wenigstens gab es keine Totalausfälle.

Thomas Schwizer
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Das schlimmste, nämlich ein vollständiges «Vertrocknen» der Kulturen, insbesondere von Jungkulturen, konnte mit der stark reduzierten Bewässerung weitgehend verhindert werden. Das sagt René Gabathuler von der Müller Azmoos AG.

Nur dank Koordination eine Ausnahmebewilligung

Er hatte am 25. Juli die anspruchsvolle Aufgabe erhalten, die massive Reduktion der Bewässerung der Gemüsefelder im Wartau zu koordinieren – also festzulegen, wer seine Felder wann bewässern darf. Diese anspruchsvolle Aufgabe habe die Müller Azmoos AG in erster Linie aus Goodwill den lokalen Produzenten gegenüber wahrgenommen, die man gut kenne, so Gabathuler.

Nur weil er die Koordination und Kontrolle übernommen hat, war der Kanton St. Gallen einverstanden, auf ein vollständiges Verbot der Bewässerung zu verzichten. Denn der Wasserstand in den Fliessgewässern war ab Ende Juli bis Ende August extrem tief.

Wachstum und Qualität blieb eingeschränkt

René Gabathuler zieht auf Anfrage des W&O ein erstes Fazit. Das Minimalziel habe man erreicht: «Die Kulturen konnten wenigstens am Leben erhalten werden». Allerdings blieben bei den nur noch absolut minimal bewässerten Kulturen das Wachstum und die Qualität der Pflanzen deutlich eingeschränkt. Gabathuler spricht von einer eigentlichen «Kulturpause» als Folge des Wassermangels.

Eine derart massive Einschränkung der Bewässerung und Koordination wie nun umgesetzt erachtet er nur als Notmassnahme in einem absoluten Ausnahmejahr als sinnvoll. Das sei auf keinen Fall dauerhaft praxistauglich. Deshalb hofft Gabathuler, dass die nächsten Sommer deutlich weniger trocken werden.

Alle Beteiligten hielten sich gut an die Vorgaben

René Gabathuler musste immer wieder Nein sagen, wenn ein Landwirt ihn drängte, dass er wegen des trockenen Feldes unbedingt bewässern müsse. Das war nicht einfach für ihn. «Am liebsten hätte ich gesagt, dass jedes Feld jeden Abend bewässert werden darf.» Doch ihm war klar vorgeben, wieviel Wasser pro Nacht maximal bezogen werden darf. Er musste darüber dem Kanton wöchentlich Bericht erstatten.

Der Koordinator, der auch kontrollieren musste, ob seine Vorgaben eingehalten wurden, windet den Produzenten ein Kränzchen. «Alle Beteiligten haben sich gut daran gehalten.» Nicht bewässert werden durften Maisfelder und Wiesen sowie jene Felder, auf denen dieses Jahr als «Kulturpause» turnusgemäss eine Graseinsaat erfolgte. Hier ist deshalb das Gras teilweise wegen der Trockenheit nicht gewachsen und es wurden starke Ertragseinbussen verzeichnet.