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Mit Kokain unter der Nase und alkoholisiert gefahren und Polizei zu bestechen versucht: Schweizer kommt in Liechtenstein mit bedingter Strafe davon

Ein 23-jähriger Schweizer stand am Donnerstag in Liechtenstein vor Gericht: Er hat versucht, die Polizei zu bestechen. Das Kriminalgericht blieb bei der Strafbemessung im unteren Rahmen.
Bettina Stahl-Frick
Mit 200 Franken wollte der Autofahrer, der zuvor Kokain und Alkohol konsumiert hatte, die Polizisten bestechen. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Mit 200 Franken wollte der Autofahrer, der zuvor Kokain und Alkohol konsumiert hatte, die Polizisten bestechen. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

«Ich kann mich nicht genau erinnern – aber ich glaube den Polizisten, dass es so war», sagte ein 23-jähriger Schweizer, wohnhaft in Liechtenstein, vor Gericht. Damit meinte er den Vorfall, der sich im August vergangenen Jahres zugetragen hatte.

Alkoholfahne war deutlich zu riechen

Zwei Polizeibeamten fiel in Schaan ein Lenker auf, der sein Fahrzeug unkontrolliert führte. Um ihn zu überprüfen, hielten sie den jungen Mann an. Wie sie später vor dem Landgericht angaben, sei ihnen bereits durchs Autofenster eine deutliche Alkoholfahne entgegengekommen.

Weiter ist den beiden Polizisten eine weisse Substanz unterhalb der Nase des Autolenkers aufgefallen. Der Verdacht auf Kokain lag nahe, und ein Drogenschnelltest vor Ort bestätigte diese Vermutung schliesslich auch. Die Augen des Lenkers seien gerötet gewesen, er habe undeutlich gesprochen und beim Gehen geschwankt.

Schon mehrfach negativ aufgefallen

Auch den Verdacht auf Alkohol bestätigte ein Atemalkoholtest: Der 23-Jährige hatte 1,7 Promille intus. Schon einmal musste er seinen Führerschein abgeben, ausserdem hat er mehrere Vorstrafen wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes sowie wegen Körperverletzung.

Somit trat der junge Mann die Flucht nach vorne an – und versuchte, die Beamten zu einem Amtsmissbrauch anzustiften, um damit das Ganze zu vertuschen. Damit ritt er sich allerdings noch mehr in die Misere.

«Ich hatte Angst vor den Konsequenzen»

Betrunken und unter Einfluss von Kokain fragte der 23-Jährige die zwei Polizisten mehrmals, ob sie ihn nicht einfach «laufen lassen» und «ein Auge zudrücken» können. Nachdem diese klar verneinten, ging der junge Mann einen Schritt weiter und bot den Polizisten jeweils 200 Franken an, um die ganze Sache zu vergessen. Nach mehrmaligem Fragen gab er sich dann aber geschlagen und gab vor Ort ausserdem noch zu, Kokain konsumiert zu haben.

Davon wollte er jedoch später weder bei der polizeilichen Befragung noch bei jener auf dem Landgericht etwas gewusst haben. Er hätte noch nie Drogen konsumiert, habe er gemäss Strafantrag behauptet. Auch kenne er keinen Dealer. Zu dumm: Der Dealer kennt ihn und hat ausgesagt, dass der Beschuldigte zehn Gramm Kokain bei ihm gekauft habe. Dies geht ausserdem aus Kurzmitteilungen via Handy hervor.

«Ja, ich habe gelogen, als ich sagte, dass ich noch nie Drogen konsumiert habe»

gab der Beschuldigte nun vor Gericht zu. «Ich war so nervös und sah keinen Ausweg mehr», begründete er. «Ich hatte Angst vor den Konsequenzen.»

«Ich möchte bitte nicht ins Gefängnis»

Der Beschuldigte zeigte sich in allen Punkten geständig. «Zudem sieht er auch ein, dass es falsch war, was er getan hat», sagte seine Verteidigerin. Sie betonte in ihrem Plädoyer, dass sich ihr Mandant seit dem Vorfall wohl verhalten habe.

Ein Schreiben des Amtes für Gesundheit bestätigte aufgrund von Haarproben, dass der 23-Jährige seit Herbst vergangenen Jahres alkohol- und drogenabstinent lebt. Das werde auch so bleiben, versprach er.

Bedingte dreimonatige Freiheitsstrafe

Aktuell habe er sich für eine Weiterbildung angemeldet. «Wenn es geht, möchte ich bitte nicht ins Gefängnis», sagte er an den Senat gerichtet, bevor sich dieser zur Beratung zurückzog. Der Richter verhängte schliesslich eine bedingte dreimonatige Freiheitsstrafe, angelegt auf eine dreijährige Probezeit.

Der Strafrahmen für das Verbrechen der versuchten Anstiftung zum Amtsmissbrauch beträgt bis zu fünf Jahre. So ist das Kriminalgericht mit seiner Strafbemessung im unteren Rahmen geblieben.

Unbedingte Geldbusse und Verfahrenskosten

Unbedingt verhängt wurde aber eine Geldbusse in der Höhe von 3000 Franken, die der Beschuldigte bezahlen muss. Diese rührt von gleich mehrere Übertretungen im Strassenverkehrsgesetz: Er fuhr unter Einfluss von Betäubungsmitteln, hatte den Führerschein nicht mit sich und trug die Sicherheitsgurte nicht. Hinzu kommen die Kosten des Strafverfahrens in der Höhe von 500 Franken.

Der Beschuldigte nahm dieses Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Somit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

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