Mit Humor und Schalk Corona ausgeblendet: Der Berner Slampoet Christoph Simon ist in der Alten Mühle Gams aufgetreten

«Es ist mutig von euch die Saison trotz Corona zu eröffnen.» Mit diesen Worten startete Christoph Simon am vergangenen Samstag in den Abend in der alten Mühle Gams.

Christian Imhof
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Freute sich, endlich wieder auf der Bühne zu stehen: Slampoet Christoph Simon aus Bern in der Alten Mühle Gams.

Freute sich, endlich wieder auf der Bühne zu stehen: Slampoet Christoph Simon aus Bern in der Alten Mühle Gams.

Christian Imhof


Zugleich sei es auch der richtige Weg zurück, erklärte der Berner Slampoet, der es sichtlich genoss wieder auf der Bühne stehen zu können.

Sein 60-jähriger Fahrer «Fäbu» sei ein guter Typ erklärte Simon zu Beginn seines vierten Soloprogramms «Der Suboptimist». Den Althippie könne kaum etwas aus der Ruhe bringen. Durch die vielen gemeinsamen Ausfahrten zu Auftritten habe sich zwischen ihnen eine Freundschaft mit Tiefgang entwickelt. Auch wenn er hin und wieder fast verzweifle am Leben, «Fäbu» habe immer eine Antwort bereit und sei stets in seiner inneren Mitte.

Schläfrige Körperteile, Schlangen und der VW-Bus

Im Verlauf der Geschichte gesellt sich die Hausärztin Gloria zu den beiden Kollegen. Diese wurde von ihrer Lebenspartnerin Susanne versetzt und bringt ihr durcheinander geratenes Leben nur schwer mit der Hilfe von Simons Lebensberatung auf die Reihe. Die von Christoph Simon beschriebenen Abenteuer sind kurzweilig und stets sehr malerisch beschrieben.

In seinem neuen Stück erzählt er beispielsweise wie ihm beide Gesässbacken an der Beerdigung seines Cou-Cousins eingeschlafen sind und er deshalb nicht mit dem Tragen des Trauerkranzes behilflich sein konnte.

Eine andere Geschichte ereignete sich, als «Fabü» und er kampierten und danach die Bekanntschaft mit einer ausgebrochenen Würgeschlange machten.

Eine dritte Geschichte ereignete sich in den Bündner Bergen, wo Simon die Hausärztin Gloria auf andere Gedanken bringen wollte. Als ein Hirsch plötzlich auf der verschneiten Strasse auftauchte, kam es zu einem Ausweichmanöver und der VW-Bus blieb stecken.

Er war dankbar, wieder auftreten zu können

Die knapp zweistündige Vorstellung hat dem Publikum, aber auch dem Kabarettisten gutgetan. Einen Abend lang entführte Christoph Simon die Zuschauer mit seinen «Geschichten von früher» zurück in die Zeit vor Corona.

Auch wenn das Desinfektionsmittel inzwischen überall steht und auch an Kulturveranstaltungen auf Abstand geachtet werden muss, schaffte es der Poet für einen Moment die Pandemie auf die Seite zu schieben und das Publikum zum Lachen zu bringen.

Erleichtert bedankte sich Christoph Simon beim Team der Alten Mühle für die Möglichkeit. Es sei schön wieder auf einer Bühne zu stehen, wo Akustik und Licht stimme. Die kompakte Zuschauerschar bedankte sich bei ihm mit euphorischem Applaus und liess es so klingen, als wäre das Lokal komplett ausverkauft.