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Mit Hasenpest im Spital Grabs

Zuletzt gab es im Werdenberg und in Liechtenstein mehrere Fälle von Tularämie, auch Hasenpest genannt, wie der Fund von toten Tieren zeigt. Mit der Seuche haben sich Menschen auch angesteckt. Zecken und Mücken sind meistens die Überträger.
Armando Bianco
Die Fallzahlen nehmen seit Jahren zu: Auch Menschen können sich mit der Hasenpest anstecken. (Bild: Susann Basler)

Die Fallzahlen nehmen seit Jahren zu: Auch Menschen können sich mit der Hasenpest anstecken. (Bild: Susann Basler)

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verzeichnet seit 2010 einen starken Anstieg von Tularämie bei Menschen. Damals wurden 14 Fälle gezählt, im letzten Jahr waren es bereits 121 Personen, die sich mit dem Bakterium angesteckt haben. In der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (RWS) wurden 2018 mehrere infizierte Personen hospitalisiert. «Wir hatten zwei Fälle in Altstätten, einen in Walen­stadt und eine einstellige Zahl im Spital Grabs», so Andrea Bachmann, Kommunikationsverantwortliche der Spitalregion.

Im ganzen Kanton St. Gallen waren gemäss BAG-Statistik letztes Jahr zehn, im Jahr zuvor 17 erkrankte Personen in Spitalbehandlung. Im laufenden Jahr wurde in Grabs und Walenstadt noch kein Fall registriert, in Altstätten einer.

Zecken und Mücken übertragen den Erreger

An Hasenpest erkranken bzw. verenden vorwiegend Hasen, aber auch andere Nagetiere wie Mäuse, Eichhörnchen oder Steinmarder. Heim- und Nutztiere waren hingegen laut BAG noch nie betroffen. Menschen stecken sich durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren an, nicht aber untereinander. Die Übertragung erfolgt meistens durch verseuchte Zecken oder Mücken, selten auch durch den Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch.

Die Infektion zeigt sich als grippeartige Erkrankung mit Fieber, Gliederschmerzen und einer geschwürigen Veränderung an der Infektionsstelle. Eine rechtzeitige Antibiotikatherapie hat im Allgemeinen einen guten Behandlungserfolg. Unbehandelt kann die Krankheit auch einen tödlichen Verlauf nehmen, wobei die Sterblichkeit in der Schweiz laut BAG bei unter einem Prozent liegt.

Kontakt mit kranken oder toten Tieren vermeiden

In der Region Werdenberg wurden vergangenes Jahr einzelne an Hasenpest verendete Tiere gefunden. In Liechtenstein sind zwischen November 2018 und April 2019 offiziell drei tote Feldhasen aufgefunden, die an Tularämie erkrankt waren. Silvan Eugster, Wildhüter der Region Rheintal-Werdenberg, geht davon aus, dass es auch in diesem Jahr Fälle geben wird. Als Folge der Übertragung von Erregern durch Parasiten kommt es nach wenigen Tagen zu einer Infektion, die befallenen Tiere schwächeln, bekommen Fieber, werden apathisch und verenden innerhalb von einigen weiteren Tagen.

In den letzten Monaten mehrten sich die Meldungen von Hasenpest in Mitteleuropa, vor allem im süddeutschen Raum. Letzten November berichteten Medien im Bundesland Bayern von neun Jägern, die nach einer gemeinsamen Jagd an der Hasenpest erkrankt sind. Wildhüter Silvan Eugster geht davon aus, dass die trotz allem immer noch seltene Krankheit aus diesem Gebiet in die Schweiz vordringt, und stellt fest, dass das seit Jahren wellenartig passiert.

Wichtige Schutzmassnahmen

Die wichtigste Schutzmassnahme besteht darin, offensichtlich kranke und tote Tiere nicht mit blossen Händen anzugreifen. Zudem soll die Einatmung von Staub oder Wasser in unmittelbarer Umgebung solcher Kadaver vermieden werden. (ab)

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