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Wildhaus: Bauer Peter Frei hat sich mit dem Miss-Titel für seine Kuh einen Traum erfüllt

An der Wildhauser Viehschau 2018 holte die Kuh Sereina von Peter Frei den Miss-Titel. Er ist leidenschaftlicher Braunviehzüchter, Schauexperte und in bäuerlichen Organisationen engagiert.
Adi Lippuner
Peter Frei kann mit dem Einsatz als Braunviehexperte Beruf und Passion verbinden. Bilder: Ralph RibiPeter Frei kann mit dem Einsatz als Braunviehexperte Beruf und Passion verbinden. Bilder: Ralph Ribi
Peter Frei kann mit dem Einsatz als Braunviehexperte Beruf und Passion verbinden. Bilder: Ralph RibiPeter Frei kann mit dem Einsatz als Braunviehexperte Beruf und Passion verbinden. Bilder: Ralph Ribi
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Mit dem Titel einen Traum erfüllt

Oberhalb des Dorfes, an der Strasse Richtung Gamplüt, führt Peter Frei seinen Milchwirtschaftsbetrieb mit Braunviehzucht. Für ihn passt diese Rasse einfach ins Toggenburg und er ist immer wieder fasziniert, wie langlebig und leistungsstark die «Braunen» sind. «Dass ich letztes Jahr die Miss stellen durfte, hat mich riesig gefreut. Allerdings weiss ich, dass sich Sereina aktuell nicht so stark präsentiert und wohl ein anderer Züchter erfolgreich sein wird», lautete kurz vor der Schau 2019 seine Einschätzung. Damit lag er richtig, wie sich am vergangenen Freitag zeigte.

Doch Peter Frei sagt dies ohne jeglichen Groll. Er weiss, dass bei der Zucht Wissen, Erfahrung, aber auch Glück nötig sind, um Erfolg zu haben. Als Braunviehexperte darf er auf Gemeindeviehschauen die Tiere seiner Berufskollegen bewerten. Dabei sieht er sehr viele Zuchterfolge und weiss, wie wichtig eine gute Anpaarungsplanung ist. «Ich setze gesexten Samen ein, dann stehen in der Regel Kuhkälbchen bei mir im Stall», verrät der Bauer. Sich ständig informieren und damit auf den neuesten Wissensstand bringen, ist ihm ebenso ein Anliegen wie die gute Behandlung seiner Tiere. «Mit dem Einsatz als Experte kann ich Beruf und Passion verbinden und darf immer wieder positive Erlebnisse mit nach Hause nehmen.»

Bekannt als «Chnüttler Junior»

Talauf und -ab ist Peter Frei als «Chnüttler», teilweise mit dem Zusatz Junior, bekannt. Das kam so: Sein Vater Ruedi sei schon in jungen Jahren so genannt worden, weil er einen alten VW-Käfer fuhr und an diesem immer wieder selbst herumgebastelt – oder wie es im Dialekt heisst «chnüttlet» – hat. Bereits während der Schulzeit habe man ihn dann als «Chnüttler Junior» bezeichnet. «Ich habe damit überhaupt kein Problem», so die fröhliche Aussage.

Weil ein Übername auch zu einem Markenzeichen werden kann, findet auf dem Hof der Familie Frei jeweils im Sommer, wenn der Stall leer steht, das «Chnüttler-Fest» statt. Den Ursprung dieses Anlasses erklärt Peter Frei so:

«Wir waren nach einem Auftritt der Bürgermusik noch zusammen in einem Restaurant. Nach der Polizeistunde hatten wir keine Lust, nach Hause zu gehen und machten in unserem Stall ein Fest.»

Dies habe allen Beteiligten so grossen Spass bereitet, dass daraus ein alljährlicher Anlass geworden ist, bei dem jeweils rund 600 Personen kommen.

Reihenfolge auf Kopf gestellt

Als Braunviehzüchter und aktiver Jodler im Jodelclub Thurtal ist Peter Frei sehr stark mit den Traditionen verbunden. Den klassischen Weg – Haus bauen, heiraten, Kinder kriegen – hat er, zusammen mit seiner Partnerin Fabienne Gmür, auf den Kopf gestellt. Ihre grössere Tochter Salome ist fünf Jahre alt, vor drei Jahren konnte das neu erstellte Wohnhaus neben dem seit 1991 bestehenden Stall bezogen werden. Töchterchen Maya ist knapp dreijährig. Und wenn alles wie geplant läuft, werden Fabienne Gmür und Peter Frei demnächst heiraten. All dies nimmt der 39-jährige Landwirt mit eidgenössischem Fachausweis mit Humor.

«Wichtig ist, dass die Partnerschaft klappt.»

Obwohl der Bauer im Sommer als Teilzeitangestellter im Bereich Melkmaschinenservice und im Winter beim Pisten- und Rettungsdienst beschäftigt ist, findet er Zeit, sich für die Öffentlichkeit zu engagieren. «Ganz neu wurde ich zum Präsidenten des Braunviehzuchtvereins Wildhaus gewählt, daneben bin ich im Verwaltungsrat der Toggenburger Markthalle, im Organisationskomitee der Wattwiler Stierenschau sowie der Toggenburger Herbstschau und Präsident der Strassenkorporation Gamplüt-Fros-Tesel und Brunnenmeister für einen Teil der Sonnenhalb liegenden Alpen.»

Wertvolle Unterstützung durch die Eltern

Dies alles sei nur möglich, weil Vater Ruedi Frei sowohl auf dem Hof als auch bei den Arbeiten auf den Alpen tatkräftig mit anpacke. Geht es um die aktuelle wirtschaftliche Situation der Milchbauern, wird Peter Frei nachdenklich. «Wer sich mit den Hintergründen rund um die Preisbildung befasst und sieht, was bei den Verarbeitern abläuft, kommt sich verschaukelt vor. Im Juli wurde der Preis um zweieinhalb Rappen gesenkt, obwohl zu wenig Milch vorhanden war. Auf den Herbst soll es nun drei Rappen mehr geben, das macht aber unter dem Strich nur ein Plus von einem halben Rappen aus.»

Mit tiefem Milchpreis abfinden Für ihn sei klar, dass sich die Bauern mit einem tiefen Milchpreis abfinden müssen.

«Dies bedeutet: Wir müssen den Betrieb so ausrichten, dass die Kosten überschaubar sind. Und ohne Zusatzerwerb, entweder durch den Betriebsleiter oder die Bäuerin, geht es in Zukunft kaum mehr.»

Auf seinem Betrieb wäre ein Auskommen ohne Zusatzerwerb möglich, «aber dann müssten wir uns sehr einschränken und könnten uns keine Extras leisten». Deshalb sei die Unterstützung durch die Eltern auch so wertvoll. «So kann auch Fabienne ab und zu einen Aushilfseinsatz im Service übernehmen und die Kinder sind in dieser Zeit bei der Gross- mutter», zeigt sich Peter Frei dankbar für die gute Beziehung zu seinen Eltern.

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