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Mit dem Smartphone gegen Food Waste - Betriebe im W&O-Gebiet sind dabei

Durch eine App kann Lebensmittelverschwendung in Gastronomiebetrieben reduziert werden. Auch regionale Betriebe helfen mit.
Bianca Helbling
Nicht alles wird verkauft: Cafés bieten täglich eine grosse Vielfalt an süssem Gebäck, Konfekt und Sandwiches an. (Bilder: Bianca Helbling)

Nicht alles wird verkauft: Cafés bieten täglich eine grosse Vielfalt an süssem Gebäck, Konfekt und Sandwiches an. (Bilder: Bianca Helbling)

In der Schweiz werden jährlich 2,6 Millionen Tonnen Lebensmittel fortgeworfen. Rund zwei Drittel davon wären noch geniessbar. Diese Zahlen des Bundesamts für Umwelt (Bafu) sprechen für sich. Durch Food Waste, also Lebensmittelverschwendung, gehen in der Schweiz somit pro Jahr und Kopf umgerechnet 190 Kilogramm Lebensmittel verloren.

Dies belastet nicht nur das Portemonnaie: Laut einem Bericht des Bafu trägt die Ernährung mit 28 Prozent einen erheblichen Anteil zur Gesamtumweltbelastung der Schweiz bei. Insbesondere nicht konsumierte Lebensmittel steigern die CO2-Emmissionen unnötig.

Das Fabrik-Café ist an diesem Tag bereits ausverkauft.

Das Fabrik-Café ist an diesem Tag bereits ausverkauft.

Food Waste geschieht nicht nur zu Hause, sondern auch in der Landwirtschaft, dem Detailhandel, der Lebensmittelindustrie und der Gastronomie. Mit Letzterer setzt sich «Too good to go» auseinander. Das dänische Start-Up sagt dem Food Waste den Kampf an und ist seit gut einem Jahr auch in der Schweiz aktiv. Mittels einer kostenlosen App können Kunden Restaurants, Bäckereien oder Cafés in der Nähe lokalisieren. Diese Gastronomiebetriebe bieten durch die App Lebensmittel oder Menüs an, die sie selbst an diesem Tag nicht verkaufen konnten. Die Unternehmen offerieren ihre Ware im Wert von etwa 15 Franken zu einem stark reduzierten Preis. Nach der Bezahlung per App kann der Kunde das Essen mit eigenen Behältern abholen. Was der Konsument letztlich erhält, ist meist eine Überraschung, wobei in vielen Restaurants vegetarische Optionen anwählbar sind.

Regionale Cafés machen positive Erfahrungen

Auch im Werdenberg beteiligen sich einige Betriebe an der Aktion. Darunter das Fabrik-Café in Trübbach, das Café Konditorei Fäh in Sargans, das Räfiser Cafésapore oder das Café Wanger in Buchs. Die Erfahrungen bisher sind mehrheitlich positiv. Samuel Schlittler vom Psychiatriezentrum, zu dem das Fabrik-Café gehört, zieht eine positive Bilanz: «Ich bin sehr überrascht von der Resonanz. Unser Fabrik-Café befindet sich schliesslich in Trübbach und nicht in einer Grossstadt. Wir hatten aber bereits ab der zweiten Woche Kunden von ‹Too good to go›.»

Samuel Schlittler ist über einen Zeitungsartikel auf die App aufmerksam geworden und implementierte die Vorgehensweise Ende Januar im Fabrik-Café. Die Anzahl geretteter Portionen variiert mitunter stark. Samuel Schlittler sagt:

«Die App-Benutzer konsumieren spontan. Unser Ziel ist aber auch nicht, möglichst viele Portionen zu verkaufen. Der Fokus liegt klar auf der Vermeidung von Food Waste. Wenn wir zu viel gekocht haben, sind wir froh, wenn wir dies über den zusätzlichen Kanal noch an jemand anderen vermitteln können und wenn wir genau richtig produzieren, sind wir ebenfalls zufrieden.»

Das Café Wanger setzt seit rund drei Monaten auf die App. Kunden können hier überwiegend Sandwiches und Patisserie aus der Auslage abholen. Mitarbeiterin Rahel Eggenberger erklärt: «Meistens bereiten wir pro Tag etwa zwei Portionen für die App zu. Wir versuchen, eine möglichst ausgewogene Auswahl an Salzigem und Süssem zusammenzustellen, manchmal auch Pralinés.»

Eggenberger schätzt die Möglichkeit, die die App bietet:

«Wir vermeiden Lebensmittelverschwendung bestmöglich.»

Aus übrig gebliebenem Weissbrot produziert das Café Paniermehl, während Nussgipfel und dergleichen als Basis für das süsse Pendant dienen. «Auf der App bieten wir jene Produkte an, die wir nicht mehr weiterverwenden können, aber immer noch frisch und geniessbar sind.»

Essen retten lohnt sich finanziell und ökologisch

«Too good to go» verbindet in der App Produzenten und Konsumenten in einer Symbiose, von der beide Seiten nicht nur finanziell profitieren. Insgesamt konnten dadurch in der Schweiz bereits über 400 000 Mahlzeiten gerettet und somit mehr als eine Tonne CO2 gespart werden. Auch verschiedene Detailhändler wie die Migros prüfen derzeit die Einführung der vielbeachteten App.

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