Mit Aufwertungsprojekt im Rietli bei Buchs wird Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen geschaffen

Die zweite Etappe des Aufwertungsprojektes im Rietli nimmt Gestalt an.

Hanspeter Thurnherr
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Jürg Mäder und Veronika Müller begutachten die Quelle, während im Hintergrund derzeit die künftige Feucht- und Wasserfläche ausgebaggert wird.

Jürg Mäder und Veronika Müller begutachten die Quelle, während im Hintergrund derzeit die künftige Feucht- und Wasserfläche ausgebaggert wird.

Bilder: Hanspeter Thurnherr

Zurzeit wird mit dem Bagger das künftige Feuchtbiotop modelliert. Die oberste Erdschicht aus Humus und Torf wird abgetragen, aber die darunter liegende Lehmschicht belassen. Gleichzeitig wird das 70 Aren umfassende Gelände im Besitz der Ortsgemeinde Buchs so gestaltet, dass später Feucht- und Wasserflächen entstehen können. Damit sollen vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen werden.

In Zukunft entstehen Streueflächen und ein Hochstaudenriet

Gespiesen werden die Flächen aus einer bestehenden Karstquelle am Hangrand, deren Wasser heute durch ein Rohr abfliesst. Der Abfluss des Wassers kann durch das neu erstellte Auslaufbauwerk mit Schieber reguliert werden. An verschiedenen Orten rund um die Wasserflächen werden geeignete Sträucher gepflanzt.

Die Projektverantwortlichen erwarten, dass sich in den Überflutungsflächen ein Gross-Seggenried (Streueflächen) und entlang der Wasserlinien Schilf- und Rohrkolbenbestände sowie ein Hochstaudenried entwickeln.

Aktuell wird mit einem Kleinbagger ein Feuchtbiotop modelliert.

Aktuell wird mit einem Kleinbagger ein Feuchtbiotop modelliert.

Aus einer Idee entstand das Aufwertungsprojekt

Die rund 1200 Kubikmeter ausgebaggertes Erdmaterial werden teilweise auf Böden in der Region zur Bodenverbesserung ausgebracht. Ein anderer Teil wird entlang des nahen Wanderweges deponiert und soll später für Bodenverbesserung verwendet werden. Jürg Mäder, der zusammen mit Veronika Müller das Projekt koordiniert, sagt:

«Wer für seinen Garten von diesem Material möchte, darf sich ebenfalls mit Erdmaterial bedienen.»

Beide waren bis vor einem Jahr Schulleiter der Scuola Vivante. Dort entstand aus einer Froschlaich-Rettungsaktion die Idee, für Amphibien einen geeigneten Standort zu schaffen. Doch dies war im Bereich der Schule nicht möglich.

Durch einen benachbarten Bauer wurde die Schulleitung auf den Quellaufstoss auf jener Wiese hingewiesen, auf dem die ursprüngliche Rettungsaktion stattfand. Mäder ergriff die Initiative. Letztlich entwickelte sich daraus ein grösseres Aufwertungsprojekt auf dem ursprünglich rund 3,5 Hektar grossen, ehemaligen Moor. Dieses Projekt soll in drei Etappen umgesetzt werden. Nun werden Jürg Mäder und Veronika Müller dieses Projekt noch bis zur Fertigstellung begleiten.

Zum Abschluss ist noch eine dritte Etappe geplant

In der ersten Etappe im Winter/Frühling 2019 wurde der Waldrand am nahen Hang, der teilweise auf Seveler Gebiet liegt, ausgelichtet und mit gegen 20 Arten heimischer Hecken- und Wildbeersträuchern bepflanzt sowie eine alte Trockensteinmauer ersetzt. Nebst Fachleuten und anderen Helfern engagierten sich auch Schüler, Eltern und Lehrpersonen der Scuola Vivante bei diesen Arbeiten.

Noch in Planung ist die dritte Etappe. In Ergänzung zu den vorgängigen zwei Etappen soll das Projekt in der vorliegenden Etappe 3 in Richtung Süden erweitert werden. Neu wird dabei ein heute in Betonschalen sowie unterirdisch verlaufender Bach naturnah gestaltet und offen in Richtung der Etappe 2 geführt. Entlang dieses Baches sollen beidseits wieder Feucht- bzw. Streueflächen entstehen. Angrenzend, in den trockeneren Bereichen, ergänzen Blumenwiesen und Hochstaudenflu- ren die Feuchtflächen. Damit wird das von der Bevölkerung rege genutzte Naherholungsgebiet noch vielfältiger und attraktiver.