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Des Professors Rezept im Zeitalter von Fake News: Misstrauisch sein und gründlich prüfen

Der Basler Professor Rainer Greifeneder referierte beim Seniorenforum Werdenberg in Buchs zu Fake News und welche psychologischen Mechanismen bei deren Verbreitung wirken.
Hanspeter Thurnherr
Der Basler Professor Rainer Greifeneder (rechts) im Gespräch mit Moderator Risch Cantieni. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Der Basler Professor Rainer Greifeneder (rechts) im Gespräch mit Moderator Risch Cantieni. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Fake News – Wahrnehmen, Erinnern und Teilen von Falschinformationen. So lautete der Titel des Vortrags von Professor Rainer Greifeneder von der Uni Basel am Dienstag beim Seniorenforum Werdenberg. «Trump hat Fake News nicht erfunden, sie sind so alt wie die Menschheit und gehören zur politischen Strategie.» So leitete Vorstandsmitglied Risch Cantieni die Vorstellung des Referenten ein. Der Sozialpsychologe aus Basel erklärte sein Forschungsgebiet wiefolgt:

«Wir wollen verstehen, wie Menschen denken, fühlen, wahrnehmen und handeln. Uns interessiert nicht, was wahr ist, sondern die wahrgenommene Wahrheit.»

Greifeneder zeigte an Beispielen, wie unterschiedlich Falschinformationen und die Absichten dahinter sein können und was sie bewegen.

Doch was ist heute anders als früher? «Dank moderner Technik können Falschinfos schneller und weiter verbreitet werden. Dank sozialer Netzwerke kann jeder zum ‹Nachrichtendienst› werden. Zudem sind Nachrichten und Werbung stärker gefiltert und personalisiert», sagt der aus Deutschland stammende Sozialpsychologe.

Das für wahr halten, was man hören will

Während Lügen schwierig zu erkennen sind, ist es bei Falschinformationen leichter. Im Glücksfall wissen wir die Antwort oder kennen die Quelle. Ein Hinweis auf richtig oder falsch ist auch, wenn viele Leute die Antwort unterstützen oder wenn sie zu anderen Dingen passt, die wir wissen oder für wahr halten. Oft benützen wir aber bei der Überprüfung Abkürzungen. Greifeneder zeigte an Beispielen, welche Faktoren uns dabei in unserem Urteil beeinflussen. Zum Beispiel: Wird etwas oft wiederholt, fällt es uns leichter, es zu glauben. «Abkürzen geht schnell, bringt aber häufig ein schlechtes Ergebnis. Oft halten wir als wahr, was wir hören oder sehen wollen», fasste der Sozialpsychologe zusammen.

Soziale Netzwerke erscheinen uns glaubwürdig, weil wir dort mit unseren Freunden und Verwandten eine «homogene Blase» bilden. Denn die Leute in dieser «Blase» denken ähnlich und teilen ähnliche Ansichten- und viele sagen das Gleiche.

Noch keine Gefahr für freie Medien

Was also tun, um Falschinformationen zu erkennen und zu bekämpfen? Greifeneder empfiehlt, misstrauisch zu sein, sich für das Prüfen Zeit zu nehmen, Medien zu lesen, die nicht unserer Meinung entsprechen, die Perspektive der Gegenseite einnehmen. Wir sollen nicht wiederholen, was falsch ist. «Sagen Sie lieber, was wahr ist – und zwar permanent!» Sind Fake News eine Gefahr für die Demokratie? Greifeneder glaubt es nicht, solange es freie Medien gebe. «Wenn aber die Medien ständig als Lügenpresse in Missgunst gebracht werden, fehlt ein Korrektiv», schloss der Basler Professor vor dem Seniorenforum.

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