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Für Ostschweizer Messevertreter ist klar: Messen sind gesellschaftlich und wirtschaftlich von grosser Wichtigkeit

Messevertreter aus der Ostschweiz, Liechtenstein und Vorarlberg sprechen über die aktuellen Herausforderungen.

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Vertreterinnen und Vertreter von Ostschweizer Messen: Sie stellen sich der harten Realität und hoffen auf eine bessere Zukunft.

Vertreterinnen und Vertreter von Ostschweizer Messen: Sie stellen sich der harten Realität und hoffen auf eine bessere Zukunft.

PD

(pd) Acht Messevertreterinnen und Messevertreter aus Liechtenstein, der Ostschweiz und Vorarlberg trafen sich kürzlich auf Initiative von Lihga- und Wiga-Messeleiter Georges Lüchinger zum ersten Messegipfel. Sie tauschten sich aus über ihre Erfahrungen in einem schwierigen Jahr und über mögliche Zukunftsszenarien. Für sie ist klar: Messen sind für unsere Region sowohl gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich von grosser Wichtigkeit. Das geht aus einer Medienmitteilung hervor.

Eine hohe Wertschöpfung wurde jäh gestoppt

Die regionalen Messen in der Ostschweiz bewegten jährlich über eineinhalb Million Menschen, also ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung. Sie haben damit eine wichtige wirtschaftliche Funktion als Wirtschaftsförderer und Impulsgeber für Handel, Handwerk und Gewerbe. Die Wertschöpfung, die durch die Messen von Chur bis Winterthur und von Buchs bis Weinfelden ausgelöst wird, liegt bei rund 360 Millionen Franken, heisst es in der Mitteilung weiter. Doch jetzt sind diese Marktplätze jäh gestoppt worden.

Messemacher glauben an Zukunft

Die Rheintaler Rhema gab Mitte November bekannt, dass sie 2021 ihre Tore nicht öffnen wird, die Liechtensteiner Lihga letzte Woche. Trotzdem gibt es Lichtblicke. Es wird an den Strategien weitergearbeitet. Dennoch sind die Messemacher überzeugt von der Zukunft:

«Wir werden wieder Messen organisieren und müssen bereit sein, wenn es wieder losgeht.»

Die Olma Messen erfanden die «Pätch – es bitzli Olma». «Wir wollten an etwas arbeiten und Neues ausprobieren; das Team war sehr motiviert. Auch wenn der Besucheransturm etwas unter den Erwartungen lag: Wir sind sehr zufrieden, denn wir haben viel gelernt», erzählt Direktorin Christine Bolt. Viele regionale Messen wurden abgesagt, jedoch nicht alle, die Berufs- und Bildungsmesse «next-step» in Liechtenstein konnte durchgeführt werden.

Die Herbstmesse Dornbirn war die erste Publikumsmesse in dieser Grösse, die österreichweit nach dem 1. September stattfinden konnte. Das oberste Ziel war, eine sichere Messe durchzuführen, und für alle Mitwirkenden – Aussteller wie Besucher – absoluten Schutz und Sicherheit zu gewähren. «Mit der Erlaubnis seitens der Bundesregierung, ab 1. September wieder Messen österreichweit veranstalten zu dürfen, war die Motivation im Messeteam besonders gross. Alle haben mitgearbeitet und waren happy über ein gemeinsames Projekt und Ziel, so hat uns die Covid-Zeit noch mehr zusammengeschweisst», so Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel. Andere Messen traf es hart. So wurde die Higa in Chur zwei Wochen vor der Eröffnung abgesagt.

Krise schweisst die Mitarbeiter zusammen

Die Mitarbeiter zu motivieren, sehen die Messeorganisatoren als wichtigen Part. Bei den Olma Messen arbeiten 85 Mitarbeitende, im Moment grossteils in Kurzarbeit, bei der Messe Dornbirn sind es 34. Bei den anderen Messen geht es total um rund zwei Dutzend Arbeitsplätze. Die Umsatzeinbrüche sind riesig. Die Messemacher sprechen von rund 80 Prozent. Die Olma Messen werden von Stadt und Kanton St.Gallen sowie vom Kanton Thurgau wegen der Coronafolgen finanziell unterstützt. Eine Unterstützung von Messen in den Regionen, die aber wie die Rhema überregionale Ausstrahlung haben, lehnte der Kantonsrat St.Gallen ab.

Die Rhema im Rheintal und die Lihga im Fürstentum Liechtenstein sind für 2021 ebenso abgesagt wie die Higa und die Passiun – Messe für Jäger, Fischer & Schützen in Chur. «Unsere Messe braucht die perfekte Performance, um erfolgreich zu agieren: Viel Publikum, starke Events und ein vielseitiges Rahmenprogramm, ansonsten funktioniert es nicht», erklärt Simon Büchel, Messeleiter der Rhema. Er ist überzeugt:

«Es benötigt in der jetzigen Lage unbedingt den Dialog mit der Politik. Um längerfristig erfolgreich bestehen zu können, sind wir auf Unterstützung angewiesen.»

Die Messemacher versuchen sich gegenseitig zu motivieren. Optimistisch ist Jürg Stopp von der Siga Ausstellung AG, die in der Region Sarganserland in einem Rhythmus von drei Jahren stattfindet – das nächste Mal im April/Mai 2022.