Menschenbilder in grosser Vielfalt

Dem fotografischen Bild des Menschen in all seinen Variationen widmete sich der Fotoclub Spektral in seinem jährlichen Wettbewerb. Im Foyer des Gemeindesaals Eschen wurden am Freitagabend die Sieger gekürt und bis Sonntag alle Wettbewerbsfotos präsentiert.

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Der neue Clubmeister Sepp Köppel vor seinen zwei Siegerbildern in der Kategorie Schwarzweiss. (Bild: Jan Kammann)

Der neue Clubmeister Sepp Köppel vor seinen zwei Siegerbildern in der Kategorie Schwarzweiss. (Bild: Jan Kammann)

Ausdrucksstarke Gesichter, Schönheit die den Betrachter in seinen Bann zieht, oder Charakterköpfe, die Geschichten erzählen - mit einem Foto eines Menschen kann man vieles aussagen und unterschiedlichste Emotionen beim Betrachter wecken. Nicht umsonst gehört das Porträt zu den klassischen Genres der Fotografie, die sich in den Anfängen im 19. Jahrhundert noch stark an der Malerei orientierte, sich dann aber bald als eigenständige Kunstform etablieren konnte. Doch es zeigte sich anhand der ausgestellten Bilder, dass das Thema «Menschen» mehr beinhaltet als das klassische Porträt: Alltagsszenen waren ebenso zu sehen wie Bilder von Reisen in ferne Länder, Reportageaufnahmen oder Bilder aus dem persönlichen Umfeld. Egal, ob aufwändig im Studio mit perfekter Beleuchtung inszeniert, oder auf der Strasse authentische Eindrücke festgehalten wurden - es gibt viele Herangehensweisen an das Thema, und die 18 Teilnehmer des Wettbewerbes bestätigten dies mit der grossen stilistischen Vielfalt ihrer Beiträge.

Einführung mit berühmten Porträtfotos

Wie schon in den letzten Jahren stiess die Prämierung der Siegerbilder am Freitag auf grosses Interesse beim Publikum, das in dem zum Ausstellungsraum umfunktionierten Foyer des Gemeindesaales Eschen die ausgestellten Bilder genau unter die Lupe nahm. Durch die Präsentation führte Vereinskassier Markus Sievers, der zur Einstimmung herausragende Porträts und Menschenbilder aus der Fotogeschichte zeigte. Dabei fehlte kaum ein bekannter Name aus der Fotografie des 20. Jahrhunderts: Von Henri Cartier-Bresson, Richard Avedon und Steve McCurry, über Robert Doisneau und Edward Weston bis hin zu Sebastiao Salgado. Sie alle haben mit ihren Fotos unser Bild vom Menschen geprägt, neue Sichtweisen eröffnet und Stile geprägt. Doch nun ging es wieder zurück zum Fotoclub Spektral, und den Siegerfotos, die in den Kategorien Farbe und Schwarzweiss gekürt wurden. In beiden Kategorien konnten jeweils drei Fotos eingereicht werden, die eine fünfköpfige Jury mit Punkten bewertete. Zur Erstellung der Rangliste wurden jeweils die niedrigste und höchste Bewertung gestrichen, nur bei Punktegleichstand wurden die Streichresultate miteinbezogen.

Sepp Köppel als neuer Clubmeister gekürt

Etwas unterhalb des Siegertreppchens war Dietmar Walsers Bild «Méla», ein Porträt einer älteren Dame aus Kuba, angesiedelt. Dafür durfte es die Einladung zur Veranstaltung zieren - auch das ist eine Vereinstradition. Bei den Farbfotos teilten sich Rolf Naegeli und Gerhard Marock den dritten Rang, den zweiten Platz belegte Christopher Gärtner mit einem gekonnten Studioporträt. Urs Bärlochers Foto «Zwillingsbrüder» gewann in dieser Kategorie. In der Kategorie Schwarzweiss belegte Janine Graf mit dem einfühlsamen Mädchenporträt «In sich ruhend» Platz Drei. Der grosse Gewinner war jedoch Sepp Köppel, der die ersten beiden Plätze für sich verbuchen konnte.« Zulumann» und «Zulufrau» sind ästhetische Schwarzweissaufnahmen, die Köppel mit exotischen Models inszeniert hat. Er ging ebenso in der Clubmeisterschaft, bei der die Gesamtpunktezahl in beiden Kategorien zählt, als Sieger hervor. Die Ränge Zwei und Drei gingen an Gerhard Marock und Janine Graf. (jk)