«Mehr Wohn- als Schulzimmer» – Auszeichnung für Wildhauser Schulhaus

Für die Verkleidung des Primarschulhauses hängt seit gestern das Laben «Schweizer Holz» beim Eingang. Das gute Raumklima im mehrgeschossigen Schulhaus in Wildhaus wird von den Nutzern sehr geschätzt.

Adi Lippuner
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Peter Abderhalden, ehemaliger Schulratspräsident, Rita Elmer, amtierende Schulratspräsidentin, Gemeindepräsident Rolf Züllig und Sepp Fust, Geschäftsführer Lignum Holzkette St. Gallen (von links), bei der Label Übergabe vor dem Schulhaus in Wildhaus.

Peter Abderhalden, ehemaliger Schulratspräsident, Rita Elmer, amtierende Schulratspräsidentin, Gemeindepräsident Rolf Züllig und Sepp Fust, Geschäftsführer Lignum Holzkette St. Gallen (von links), bei der Label Übergabe vor dem Schulhaus in Wildhaus.

Das aus Holz erstellte Schulhausgebäude, in der Nähe der Wildhauser Curlinghalle, fällt nicht nur optisch auf. Seit gestern hat es auch den «roten Schweizer Pass» für die Holzfassade aus Schindeln. Verliehen wird diese Auszeichnung durch Lignum Holzkette St. Gallen, wobei Geschäftsführer Sepp Fust sich sehr über das Engagement der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann freute:

«Von Beginn an war für die Verantwortlichen klar, dass ein mehrgeschossiger Holzbau realisiert werden soll und damit wurde auf den einheimischen Rohstoff gesetzt.»

Strahlende Gesichter auch bei Gemeindepräsident Rolf Züllig, der Schulratspräsidentin Rita Elmer und ihrem Amtsvorgänger und Gemeinderat, Peter Abderhalden. Rolf Züllig:

«Wir haben uns für die Werthaltung eingesetzt und sind überzeugt, dass dieser Schulhausbau nicht nur für den Begriff Nachhaltigkeit, sondern auch Enkeltauglichkeit steht.»

«In unserer Gesellschaft werden Auszeichnungen für ausserordentliche Verdienste und Leistungen verliehen», betonte Sepp Fust, Geschäftsführer der Lignum Holzkette St.Gallen, an der gestrigen Label-Übergabe. Einerseits freue er sich sehr, dass sich die Bauherrschaft für die Verwendung von Schweizer Holz starkmachte, «andererseits stimmt es mich nachdenklich, dass dies in unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit ist». Gehe es doch beim Begriff Nachhaltigkeit darum, den Ansprüchen der Gesellschaft, der Umwelt und der Wirtschaft gerecht zu werden, ohne die Chancen von zukünftigen Generationen zu schmälern.

Natürliche Materialien für entspanntes Lernen

Und genau diese zukünftigen Generationen fühlen sich im Schulhaus äusserst wohl, wie ein Kurzbesuch bei der zweiten Klasse mit Lehrerin Eva-Maria Kaiser zeigte. Die Kinder bestätigten einhellig, dass sie sehr gerne in ihrem Klassenraum sind und es vor allem auch schätzen, wenn sie, nebst dem Lernen, auch ab und zu spielen dürfen. «Der Klang, wenn jemand Flöte spielt, ist in unserem Schulzimmer sehr schön,» so eine der Aussagen.

Die Zweitklässler, mit Lehrerin Eva-Maria Kaiser fühlen sich in ihrem Schulraum sichtlich wohl.

Die Zweitklässler, mit Lehrerin Eva-Maria Kaiser fühlen sich in ihrem Schulraum sichtlich wohl.

Bilder: Adi Lippuner

Von der Lehrerin war zu erfahren, dass sie am vergangenen Wochenende ihr iPad im Schulzimmer vergessen hatte und dies, in Begleitung ihrer Eltern holte. Die hätten gemeint: «Das ist ein wunderschöner Raum, mehr Wohn- als Schulzimmer.»

Hohe Hürde für Auszeichnung

Nur wenn ein Gebäude im Gesamten mindestens aus 80 Prozent Schweizer Holz besteht, kann die Auszeichnung für den Gesamtbau verliehen werden.

Beim mehrgeschossigen Schulhaus in Wildhaus wurden insgesamt 467 Kubikmeter Holz verbaut. Weil ein Anteil verleimter Halbfertigprodukte und Dämmmaterialien nicht in der Schweiz hergestellt werden konnte, liegt der Prozentsatz für das ganze Gebäude bei 63 Prozent.

87 Prozent der Verkleidung ist Schweizer Holz

Ganz anders bei der inneren und äusseren Verkleidung an Decken, Böden, Wänden und der Schindelfassade: Dafür wurden 119 Kubikmeter Holz verbaut, 87 Prozent davon stammen aus der Schweiz.

Damit sind für diesen Bereich die strengen Vorgaben erfüllt und die Verantwortlichen dürfen sich über die Auszeichnung freuen. Bezüglich des Wertes von Schweizer Holz sagte Sepp Fust, in Anlehnung an das Zitat eines irischen Schriftstellers:

«Heute kennt man von allem den Preis, aber von nichts den Wert.»

Um die Wertschätzung des Schweizer Holzes den Menschen näher zu bringen, brauche es solche Leuchttürme, wie das neu erbaute Schulhaus.

«Roter Schweizer Pass»

Alles Holz, das in der Schweiz gewachsen ist und im Land verarbeitet wird, darf das Label Schweizer Holz tagen. Das rote Logo ist quasi der Schweizer Pass für einen der wenigen Rohstoffe, welcher die Schweiz hervorbringt. Das Label garantiert den Schweizer Ursprung und wird von der Lignum vergeben. Ist ein Produkt aus verschiedenen Hölzern zusammengesetzt, müssen mindestens 80 Prozent des Holzes aus der Schweiz stammen. Der Rest muss aus Ländern oder Regionen mit vergleichbaren Produktionsbedingungen kommen. Das Label ist konform mit den Vorgaben der Swissness-Gesetzgebung. (pd)