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Arbeitgeber-Erwartungen für 2019: Mehr Lohn und weniger Sorgen

Der Arbeitgeberverband Sarganserland-Werdenberg (AGV) hat gestern in Bad Ragaz de Resultate der jährlichen Umfrage bei ihren Mitgliedern präsentiert. Die Stimmung der Unternehmer ist verhalten optimistisch.
Armando Bianco

Geht es den grossen Playern wirtschaftlich gut, dann stimmt die Lage auch bei den KMU. Diese Binsenweisheit hat sich in der Schweiz in Vergangenheit schon oft genug bewiesen. So präsentiert sich die Situation auch aktuell, trotz einiger berechtigter Sorgen (siehe Zweittext) ist die Grundstimmung in der Wirtschaft verhalten optimistisch. Das zeigt die Mitgliederumfrage 2018 des Arbeitgeberverbandes Sarganserland-Werdenberg. Beteiligt haben sich 116 Unternehmen mit 6656 Mitarbeitern, die Rücklaufquote beträgt 54 Prozent bezogen auf die Anzahl Mitglieder, und 51 Prozent auf die Anzahl Mitarbeiter.

Im Nachwuchsbereich tut sich ein Mangel auf

85 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass sich im 2019 die Anzahl Arbeitsplätze, der Auftragseingang und das Investitionsvolumen im Vergleich mit dem Vorjahr halten oder leicht verbessern werden.Die Bauwirtschaft spricht von einer guten Auftragslage, der Blick in die Zukunft ist aber von leichter Nervosität geprägt. Flexibilität im kurzfristigen Handeln ist gefragt, dazu steigt der Preisdruck, und die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative belastet die Branche noch immer. Besonders hoffnungsvoll nach vorne blickt die regionale Industrie, doch auch der Dienstleistungssektor trägt zum positiv gestimmten Bild bei.Ein Indikator für die positive Grundstimmung ist, dass zahlreiche Unternehmen einen Stellenausbau planen, wenn teils auch im kleinen Rahmen. Christian Eggenberger, RAV-Sekretär, sagte an der Präsentation der Umfrage

«Man kann davon ausgehen, dass rund 150 neue Jobs in unserem Einzugsgebiet geschaffen werden»

Neu geschaffen werden auch Ausbildungsplätze, aber in weit kleinerem Rahmen als dies bei den Stellen der Fall ist. Der Grund dafür ist einfach: Die Zahl unbesetzter Lehrstellen ist gestiegen, deshalb tauch im Sorgenbarometer der Umfrage auch das Stichwort Nachwuchsmangel auf. Also umso bedeutender stuft Markus Probst, Unternehmer aus Bad Ragaz und AGV-Präsident, die betriebsinterne Ausbildung ein, «wo Arbeitnehmer gezielt auf produktionstechnische Bedürfnisse eingehen können.» Rückmeldungen der AGV-Mitglieder zeigten aber auch, dass man bereits im Schulbereich andere Schwerpunkte setzen müsste. Viele wünschten sich, dass Mathematik und Naturwissenschaften grösseren Stellenwert erhalten, um künftige Arbeitnehmer näher an die Bedürfnisse der Arbeitgeber zu bringen.

Auch wenn derzeit viele Zeichen auf grün stehen, die nächste Krise kommt bestimmt. Weniger schnell und flexibel reagieren können da jeweils die kleinen Betriebe. «Ich habe durchaus Verständnis, wenn KMU vorsichtiger in die Zukunft blicken, sie trifft es in Krisen meistens am härtesten», so Vorstandsmitglied Daniel Grünenfelder. «Die kleinen Betriebe haben in den letzten Jahren hierzulande gelernt, mit Unsicherheit zu leben und die Ärmel hochzukrempeln». Für diesen Teil des Gewerbes würde er sich wünschen, dass die bürokratischen Hürden nicht noch höher werden.

Lohnerhöhungen erfolgen meistens individuell

Eine frohe Botschaft zum Jahresende liefert die Arbeitgeber-Umfrage den Arbeitnehmern. «Man darf im Vergleich mit den letzten Jahren von wesentlicheren Lohnerhöhungen ausgehen, wobei es natürlich branchenspezifische Unterschiede gibt», so Präsident Markus Probst. Durchschnittlich 0.8 Prozent mehr Lohn dürfen die Angestellten nächstes Jahr in ihrer Lohntüte erwarten. Das liegt im Rahmen der prognostizierten Teuerung in der Schweiz. Die Zeiten von generellen Lohnerhöhungen sind grossmehrheitlich passé, in der Regel profitieren Arbeitnehmer heutzutage über individuelle Lohnanpassungen, weiss die Spitze des regionalen Arbeitgeberverbandes. Lediglich eine Handvoll Arbeitgeber gibt in der Umfrage an, dass sie die Lohnsumme um mehr als zwei Prozent erhöhen wollen, der allergrösste Teil liegt zwischen 0.5 und 1.5 Prozent mehr Lohn (siehe Grafik). Absehbar ist, dass die Löhne in der Industrie überdurchschnittlich erhöht werden, da die Nachfrage nach Arbeitskräften hier hoch ist.

Seitenhieb an staatliche Löhne

AGV-Vorstandsmitglied Daniel Grünenfelder kritisierte an der gestrigen Umfragepräsentation die hohen Löhne, welche der Staat im Vergleich mit der Privatwirtschaft im Bereich der weniger qualifizierten Stellen zahle. In den oberen Etagen hingegen könne der Staat dann aber nicht mit den Salären der Privatwirtschaft mithalten. Die Folgen der Lohnpolitik würden letztlich ja mit Steuergeldern bezahlt. Und von den Unternehmen werde erwartet, Jahr für Jahr höhere Löhne zu zahlen, um der Teuerung gerecht zu werden. Dabei sei der Preis des Warenkorbs auch getrieben durch immer mehr und höhere Abgaben an den Staat. Er mahnte, dass staatliche Rahmenbedingungen eine Grundlage seien für eine prosperierende Wirtschaft in der Schweiz. (ab)

Die Sorgen bleiben die alten

Ein Teil der Mitgliederumfrage widmet sich stets aktuellen Sorgen der Arbeitgeber in der Region. Auch eine brummende Wirtschaft kann vorausblickend von Sorgen geplagt sein. Der Katalog hat sich in den letzten fünf Jahren – mit Ausnahme der seit 2015 anhaltenden Frankenstärke – nicht verändert. Es gibt Dauerbrenner, mit denen sich die Wirtschaft nach wie vor arrangieren muss. Der Mangel an Fachkräften und Nachwuchs beschäftigt die Unternehmer ebenso stark wie die hohe Bürokratie; gemeint ist das in Bezug auf die Gemeinden, in erster Linie aber auf den Kanton. «Als zunehmende Belastung werden die komplexen Bewilligungsverfahren empfunden», greift Arbeitgeberpräsident Markus Probst eine Aktualität auf. Die spezifischen Hauptsorgen betreffen die Branchen unterschiedlich: In der Industrie stehen die Frankenstärke und nach wie vor der Fachkräftemangel im Vordergrund, auf dem Bau die hohen Hürden der Bürokratie, im Sektor Dienstleistungen fehlt es ebenfalls an Fachpersonal. (ab)

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