Mehr Fahrgäste an den Bahnhöfen der Region - nur Buchs fällt aus der Reihe

Im Jahr 2019 wurden im abgeltungsberechtigen Verkehr im Kanton
St. Gallen 83.1 Millionen Fahrgäste befördert. Dies entspricht einer Zunahme von 1.8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Region Werdenberg haben einige Buslinien einen vergleichsweise tiefen Kostendeckungsgrad.

Armando Bianco
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Das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St. Gallen hat dieser Tage den Bericht «Öffentlicher Verkehr 2020» mit detaillierten Zahlen und Analysen veröffentlicht. Im Jahr 2019 wurden im abgeltungsberechtigen Verkehr im Kanton St. Gallen 83.1 Millionen Fahrgäste befördert. Dies entspricht einer Zunahme von 1.8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über den ganzen Kanton hinweg betrachtet sind 27 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sehr gut bis gut und 63 Prozent mittelmässig bis gering mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen.

«Die Fahrgäste nehmen das Angebot an und nutzen Busse und Züge immer stärker»,

erklärt Regierungsrat Beat Tinner (Wartau), Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes, im Vorwort des Berichtes zum öffentlichen Verkehr. Eine leichte Steigerung des durchschnittlichen täglichen Verkehrs (DTV) ist bei den relevanten Bahnhöfen in der Region zu erkennen: Zwischen 2016 und 2018 ist die Zahl der ein- und aussteigenden Personen in Salez-Sennwald von 93 auf 103 gestiegen, in Sevelen von 238 auf 261. In Sargans ist der DTV von 10 925 auf 11 3000 gestiegen Leicht zurück gegangen ist die Zahl hingegen Buchs, von 4764 auf 4678.

Buchs-Sargans spielt mehr als die Hälfte der Kosten selbst ein

Eine wichtige Kennzahl ist auch der Kostendeckungsgrad. Er gibt an, welcher Anteil der gesamten Kosten einer Buslinie durch Verkäufe von Billetten und Abonnements oder durch Beiträge Dritter finanziert wir. In der Region Werdenberg haben viele Buslinien einen sehr tiefen Kostendeckungsgrad (siehe Grafik), wie Vergleiche mit den Angeboten in Regionen wie dem Sarganserland oder dem Toggenburg zeigen. Lediglich die Buslinie von Buchs über Sevelen nach Sargans kann mehr als die Hälfte der Kosten in Prozenten selbst decken. Der ungedeckte Teil wird durch Abgeltungen aufgefangen.

Corona wird einen Strich durch die Zahlen 2020 machen

Im Bericht des Kantons wird auch eine Anpassung der Buskonzepte der Regionen Werdenberg und Obertoggenburg skizziert, und zwar speziell im Hinblick auf die Einführung des Interregio-Halbstundentakts auf den Fahrplan 2025. Dabei sollen auch die grenzüberschreitenden Busangebote von und nach Liechtenstein und Vorarlberg geprüft werden.

Bedingt durch die Corona-Krise wird der öffentliche Verkehr seit März 2020 deutlich weniger genutzt. Die detaillierten Auswirkungen auf die Anzahl Fahrgäste und dadurch auf den Abgeltungsbedarf werden derzeit ermittelt. Der Kanton geht davon aus, dass für das Jahr 2020 für Kanton und Gemeinden rund 19 Millionen und für das kommenden Jahr zehn Millionen Franken zusätzliche Abgeltungen resultieren.