Mehr als eine Million Franken erbeutet: Brutaler Räuber muss lange büssen

Das Bundesgericht bestätigt ein Urteil des hiesigen Kreisgerichts. Es schickt einen brutalen Räuber für sechseinhalb Jahre in den Knast. Er hat in Trübbach und Flums eingebrochen. Der spektakulärste Raubzug fand in Bad Ragaz statt: Sein Opfer war eine mildtätige Dame, die durch den Überfall mehr als eine Million Franken verloren hat.

Reinhold Meier
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Für seine Raubzüge muss der Täter nun sechseinhalb Jahre in den Knast. (Symbolbild: Archiv)

Für seine Raubzüge muss der Täter nun sechseinhalb Jahre in den Knast. (Symbolbild: Archiv)

Das Urteil aus Lausanne lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Und es bestätigt bereits zum wiederholten Male in welcher Qualität das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland der Rechtspflege in der Region dient. Denn die Bundesrichter finden am Urteil aus Mels nicht das Geringste auszusetzen. Sie bestätigen es vielmehr vollumfänglich. «Insgesamt hat die Vorinstanz sämtliche Aspekte berücksichtigt», heisst es lobend. Der Fall selbst hatte in der Region für grosses Aufsehen gesorgt. Denn dem Beschuldigten waren insgesamt acht Einbrüche zur Last gelegt worden, bei denen er 80 000 Franken erbeutet hatte, namentlich in Trübbach und Flums.

Für den «kalkulierenden Kriminaltouristen» aus Kroatien, so das Bundesgericht, war das aber noch nicht genug. Er hatte den ganz grossen Wurf im Sinn und landete den Coup schliesslich in Bad Ragaz. Dabei richtete er sein Augenmerk auf eine freistehende Villa, bewohnt von einer vermögenden Dame. Mit einem Trick, mit Masken vermummt und mit viel rücksichtloser Gewalt verschaffte er sich zunächst Zutritt ins Haus und später auch Zugang zum Tresor. Über 1.1 Millionen Franken erbeutete er hier. Bitter, dass das Opfer, eine Dame mit Verbindungen in englische Adelskreise, sich der Fürsorge für Bedürftige verschrieben hat und aus betont christlicher Grundhaltung Menschen in Not unterstützt.

Deutlich abgeblitzt

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland sprach den Täter denn auch schuldig und verhängte sechseinhalb Jahre Haft. Das fand der Mann zu streng und verlangte beim Kantonsgericht mehr Milde. Doch St. Gallen bestätigte das Melser Urteil. Der nach eigenen Angaben hochverschuldete Räuber zog den Fall daraufhin ans Bundesgericht und beantragte in Lausanne ein Jahr Ermässigung auf die Haft, also fünfeinhalb Jahre Gefängnis. Er führte dafür vor allem an, dass die Sachbeschädigungen sowie die Hausfriedensbrüche, die er unvermeidlicherweise bei seinen Raubzügen begangen hatte, bloss «unbedeutende Nebendelikte» seien.

Diese dürften nicht auf die Gesamthaftstrafe angerechnet werden, sondern seien lediglich mit Geldstrafen zu belegen. Zudem habe er gestanden und Reue gezeigt, dies sei strafmildernd zu berücksichtigen. Doch auch damit blitzte er bei den Bundesrichtern unmissverständlich ab. Das Kreisgericht habe völlig korrekt festgehalten, dass das gewaltsame Eindringen in Privaträume kein «unbedeutendes Begleitdelikt» sei, sondern das Sicherheitsgefühl Betroffener massiv beeinträchtige. «Die Vorinstanz weist zurecht auf die psychischen Folgen hin», heisst es.

Er bleibt in Haft

Eine Straferhöhung dafür liege somit im Ermessenrahmen des Kreisgerichts. Auch die Reue und das Geständnis seien vom Kreisgericht angemessen beurteilt worden. Im konkreten Fall hätten sich die beiden Regungen der Einsicht ohnehin nicht in der wünschbaren oder möglichen Klarheit präsentiert. Zudem seien die Bemühungen, den verursachten Schaden zu ersetzen zu wenig sichtbar, heisst es sinngemäss weiter.

So weist das Bundesgericht alle Anträge des Beschwerdeführers ab und hat auch nichts an seiner Kostenbeteiligung zu kritisieren. Er muss in Lausanne 1 200 Franken zahlen, in St. Gallen drei Fünftel der Kosten, in Mels waren 52 000 Franken fällig. Der Mann sitzt seit November 2015 in Haft, wo er nun auch vorderhand bleibt, insgesamt jene sechseinhalb Jahre lang, die schon das Kreisgericht für angemessen hielt.