Maximal 30 Personen an Veranstaltungen, Maskenpflicht im Restaurant: Liechtenstein erlässt zusätzliche Corona-Regelungen

Maximal 30 Personen an Veranstaltungen, Mindestabstand von 1,5 Metern, wo nicht möglich Pflicht für Trennwände oder Maskentragen. In der Gastronomie Maskenpflicht für die Bedienung, nur sitzend essen und trinken, maximal sechs Personen pro Tisch: Das sind die Haupt-Massnahmen, welche die Liechtensteiner Regierung am Donnerstagmorgen beschlossen hat. Sie gelten ab Montag.

Thomas Schwizer
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Serviceangestellte müssen im Fürstentum Liechtenstein ab Montag Masken tragen.

Serviceangestellte müssen im Fürstentum Liechtenstein ab Montag Masken tragen.

Bild: Roger Gruetter

Die Liechtensteiner Regierung hat angesichts stark gestiegener Corona-Fallzahlen am Donnerstagmorgen «wenige einfache, aber klare Regelungen» bekannt gegeben, um die Verbreitung des Coronavirus möglichst einzuschränken. Das sagte Regierungschef Adrian Hasler vor den Medien.

Die Massnahmen im Fürstentum Liechtenstein:

  • Bei allen öffentlichen Veranstaltungen darf der Mindestabstand von 1.5 Metern nur noch unterschritten werden, wenn Trennelemente aufgestellt oder Gesichtsmasken getragen werden.
  • Private Veranstaltungen ohne Schutzkonzept sind nur noch bis zu einer Obergrenze von 30 teilnehmenden Personen möglich. 
  • Für grössere private Veranstaltungen gelten die gleichen Bestimmungen wie für öffentliche Veranstaltungen.
  • In Restaurationsbetrieben wird die maximale Grösse der Gästegruppen pro Tisch auf sechs Personen reduziert. Die Konsumation darf nur noch sitzend erfolgen. Zudem muss das Personal im Gästebereich Masken tragen.
  • Die Bestimmungen für Restaurationsbetriebe gelten auch für Veranstaltungen, wenn dort Speisen oder Getränke angeboten werden.

Maximal 30 Personen an Veranstaltungen

Die Lage sei ernst, wie sie bereits im März gewesen sei. Die Fallzahlen seien in den letzten Tagen steil angestiegen, betonte Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini. Man wolle aber nicht wie im Frühlingdas gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben erneut runterfahren, als man sehr schnell reagieren musste und beispielsweise Schulen und die Gastronomie geschlossen wurden.

De facto gilt im Fürstentum Liechtenstein ab Montag eine Maskenpflicht bei den meisten Veranstaltungen – schlicht «überall dort, wo der Abstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann». Wo die Abstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden können, sind Trennwände zu installieren oder es gilt Maskenpflicht.

Maximal sechs Personen am Wirtshaustisch

In Restaurantionsbetrieben dürfen ab Montag maximal sechs Personen am gleichen Tisch essen und trinken, die Tische müssen in einem Abstand von 1,5 Metern sein. Wenn man sich nach dem Essen gemütlich unterhalte, empfiehlt der Gesundheitsminister die Maske freiwillig zu tragen.

Die Sechser-Regelung ermögliche es, dass bei einem Coronafall nur die an diesem Tisch Sitzenden in Quarantäne gehen müssen.

Die Bedienungen müssen Masken tragen, da sie ja an verschiedenen Tischen arbeiten. Hier sei es schon zu Ansteckungen gekommen, sagte Mauro Pedrazzini.

Stehapéros sind nicht mehr erlaubt, Sitzplätze und Sechsertische sind auch hier Pflicht.

Einschränkungen gelten auch für private Veranstaltungen

Die Abstands- und Maskenpflicht sowie Teilnehmerzahl-Beschränkung gelte auch für Anlässe im Freien und für privat organisierte Veranstaltungen, betonte Pedrazzini. Nur so könnten die Infektionsketten stark eingeschränkt werden.

Firmen, so zeige die Erfahrung, würden als Arbeitgeber die Schutzpflicht für Mitarbeitende meistens sehr gut wahrnehmen. In Firmen seien die Ansteckungen vorwiegend am Pausentisch oder im Sitzungszimmer erfolgt.

Sportveranstaltungen hätten schon bisher weitgehende Schutzkonzepte, die umgesetzt werden müssen, wurde betont.

Noch keine Maskenpflicht in Läden

In Läden gilt keine Maskenpflicht, aber ebenfalls die Empfehlung, dann Masken zu tragen, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Die Liechtensteiner Regierung appelliert an die Disziplin und den gesunden Manschenverstand der Bevölkerung. Es gelte zu vermeiden, dass weiter gehende Einschränkungen beschlossen werden müssten. Die Regierung beurteile die Entwicklung der Situation laufend und werde wenn nötig strengere Regeln beschliessen. «Die Einhaltung der Regeln wird kontrolliert», machte Regierungschef Adrian Hasler klar.

Das wolle man aber so lang wie möglich vermeiden und mit den massnahmen nicht «überschiessen». Der Regierungschef appellierte:

«Konzentrieren wird uns darauf, diese einfachen, klaren Grundregenl einzuhalten, damit nicht eine generelle Maskenpflicht nötig ist, zum Beispiel in Läden.»

Verschärfe sich die Situation weiter, müsse die Regierung wieder über die Bücher gehen.