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Markus Schönholzer unterhielt im Fabriggli das Publikum mit tiefsinniger Komik

Am Donnerstag Abend trat Markus Schönholzer im Fabriggli auf. Die Lacher hatte er auf seiner Seite, auch wenn er durchaus ernste Probleme besang. So machte er sich ernsthafte Sorgen über Weltprobleme, die uns alle betreffen.

Esther Wyss
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Markus Schönholzer zeigt die Säcke, die zu seinem Untersacklied passen.

Markus Schönholzer zeigt die Säcke, die zu seinem Untersacklied passen.

Esther Wyss

Der Zürcher Songwriter Markus Schönholzer, dessen künstlerische Bandbreite enorm ist, ist im Rheintal aufgewachsen. Er komponierte für namhafte Schweizer Künstler, wie Ursus und Nadeschkin bis hin zu Michael von der Heide, schrieb Filmmusik, komponierte Musicals und stand unter anderem mit dem bekannten Schriftsteller Charles Lewinsky auf der Bühne.

Aus dem Songwriter hinter der Bühne ist ein erfolgreicher Liedermacher auf der Bühne geworden. Er selber nennt sich musikalischer Entdeckungsreisender. Am Donnerstagabend trat er mit seinem ersten abendfüllenden Soloprogramm «Schönholzer und Schönholzer» im Fabriggli auf. Am Anfang seines Auftrittes stellte er musikalisch die Frage: «Was macht eigentlich ein Liedermacher?» So banal die Frage, so einfach war auch die Antwort, die er sich gleich selber gab. «Ein Liedermacher macht Lieder.»

Liedtexte sind bittersüss, aber immer moralfrei

Die Inhalte seiner Songs sind kontrovers, überraschend, tiefsinnig und heiter, voller feinsinniger Komik. Die Lacher hat er auf seiner Seite, auch wenn er durchaus ernste Probleme besingt. So macht er sich ernsthafte Sorgen über Weltprobleme, die uns alle betreffen.

Das treibt er so weit ins Extreme, bis er sich Sorgen darüber macht, dass er sich Sorgen macht. Seine Liedtexte sind bittersüss, jedoch immer moralfrei. Nie steht er allein auf der Bühne, sein zweites Ich, der andere Schönholzer ist immer dabei. Dieser kommt ihm in die Quere, hält ihm den Spiegel vor und lässt ihn über seine eigenen Worte stolpern.

Ein lustvoller Wettstreit

Seine Themen für die Lieder findet Schönholzer im Alltäglichen. Er ist ein ausgezeichneter Beobachter und lässt die Zuhörer mit den Texten an dem, was er sieht und erlebt, teilhaben. Im Lied «Gaffer» beschreibt er einen Restaurantbesuch in einem Landgasthof. Er stellt fest, dass das Paar am Nebentisch Probleme hat und kann nicht weghören, bis er bemerkt, dass seine Frau und er von einem anderen Tisch aus ebenfalls beobachtet werden.

Als Zuhörer fühlt man sich öfters ertappt und erkennt sich in den besungenen Situationen. Immer wieder ändert Schönholzer die Perspektive. Seine Songs sind politisch inkorrekt, aber nie moralisierend. Es liegt ihm fern, den Besserwisser zu spielen.

Schönholzer blickt heiter auf die Fettnäpfchen

Auf der Bühne entsteht ein lustvoller Wettstreit auf die Sicht der Dinge, den er mit sich selber ausficht. Seine beiden Ichs wetteifern, denn das eine möchte die Welt retten, das andere findet, man lasse besser die Finger davon, mache besser nichts. Schönholzer lacht über sein Versagen und blickt heiter auf die Fettnäpfchen, die er lieber umgeht, oder vielleicht sollte er doch lieber hineintreten, um mehr vom Leben zu haben, stellt er sich die entscheidende Frage.

Schönholzer bot einen tiefsinnigen, heiteren Abend mit klangvollen Songs und wilden Gedankengängen, die die ganze Aufmerksamkeit des Publikums forderten. Es war ein Mix aus liebevoller Komik, bissigem Humor und fröhlicher Heiterkeit, mit Leichtigkeit vorgetragen.