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38 Jungstörche im Saxerriet beringt

Bei einem Rundgang auf dem Gelände der Strafanstalt Saxerriet führte Reto Zingg am Samstag die Besucher zu den Störchen. Gleichzeitig wurden 38 Jungvögel beringt.
Heidy Beyeler
Faszinierend anzuschauen: Ein etwa sieben Wochen alter Jungvogel wird hier beringt. (Bilder: Heidy Beyeler)

Faszinierend anzuschauen: Ein etwa sieben Wochen alter Jungvogel wird hier beringt. (Bilder: Heidy Beyeler)

Auf Anregung der Strafanstalt bot Reto Zingg, Geschäftsführer Verein Rheintaler Storch, einen Einblick in das Leben der Storchenkolonie Saxerriet. Diese Kolonie hat sich gut entwickelt, besonders im vergangenen Jahr, als insgesamt 80 Jungvögel verzeichnet werden konnten. Heuer war das Frühjahr für die Brut der Störche dagegen eher mittelmässig. Dennoch überlebten 38 junge Störche. Am Samstag wurden sie beringt.

Störche bauen wieder Nester auf Bäumen

Zingg erzählte den Besuchern über die Anfänge der Wiederansiedlung des Storches im Rheintal. Diese verlief anfänglich ziemlich harzig. Die Mitglieder des Vereins Rheintaler Storch haben während den vergangen 25 Jahren viel Herzblut, Engagement und Zeit investiert. Unzählige Plattformen wurden auf Holzmasten montiert, damit die Störche ihr Nest bauen konnten. Inzwischen kehren die Saxerriet-Störche wieder zurück zu ihrem natürlichen Verhalten. Sie bauen zusehends Nester in Bäumen – auch wenn diese ab und an durch Windböen zerstört werden.

«In kürzester Frist bauen die Störche ihre Horste wieder auf.»

Die Störche bauen wieder vermehrt Nester auf Bäumen.

Die Störche bauen wieder vermehrt Nester auf Bäumen.

Heute gehören die Störche zum Landschaftsbild im Gebiet Saxerriet. Das sei eine Erfolgsgeschichte.

Klimatisch gute Verhältnisse

Das Rheintal, insbesondere die Region rund um das Saxerriet bietet den Störchen ein optimales Habitat. «Der am südlichsten vom Saxerriet gelegene Horst befindet sich im Grabserriet», erzählt Reto Zingg. Dass die Störche wieder hierher zurückfinden und sich recht gut entwickeln konnten, ist auf die klimatisch guten Verhältnisse zurückzuführen.

In diesem Frühjahr habe es nämlich beispielsweise bei den Brutvögeln im Gebiet Altstätten wegen der Kälte und Nässe bedauerlicherweise zwei Drittel Ausfall gegeben. Solange die Jungvögel bei solch garstigen Wetterbedingungen noch keine Federn haben, gebe es für kaum Überlebenschancen, erklärte Zingg.

Ein solcher Horst kann gut und gerne eine Tonne wiegen.

Ein solcher Horst kann gut und gerne eine Tonne wiegen.

Die klassische Nahrung sei nicht etwa der Frosch, erklärte Reto Zing zur Ernährung der Störche. Zumal der Frosch nur aus Haut und Knochen bestehe und demzufolge sehr wenig Kalorien liefere. «Dass Störche vor allem Frösche vertilgen, ist also eine alte Mär», so der Storchenspezialist. Sie mögen Muskelfleisch von Mäusen und Maulwürfen, die seien nahrhafter. Das habe zur Folge, dass Störche dafür sorgen, dass es weniger Mäuse auf den Feldern gebe. «Ein junger Förster aus Kriessern hat das bestätigt», berichtete Reto Zingg.

Spezielles Erlebnis nicht nur für die Kinder

Besonders fasziniert waren die Kinder und Erwachsenen, als sie bei der Beringung eines Jungvogels das Tier von ganz nah betrachten konnten. Der junge Storch war kaum grösser als eine ausgewachsene Hauskatze aber bereits befiedert. Man kann sich kaum vorstellen, dass dieser (noch) kleine Vogel bereits in zwei Monaten das Land gen Süden verlassen wird und mit seinen gleichaltrigen Kumpanen – nicht etwa mit seinen Eltern – eine lange Reise vor sich hat.

Die Führung mit Reto Zingg durch das «Storchenparadies» war mit interessanten Geschichten über die Storchenkolonie Saxerriet gespickt. Immer wieder hat er gewonnenes Wissen parat über das Leben der Störche. «Ja, das Projekt Rheintaler Storch ist ein Erfolg», sagt Zingg, der den Spitznamen «Storchenvater» trägt. Wer jetzt mit dem Velo oder zu Fuss von Salez bis Gams Kulturlandschaft streift, wird mit Sicherheit Störchen begegnen.

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