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«Man muss seine Grenzen kennen»: Eine Rettungsschwimmerin über die Gefahren beim Schwimmen in Bergseen

Beim Schwimmen in Bergseen lauern Gefahren, wie der tragische Badeunfall am Voralpsee in Grabs zeigt. Unter Umständen kann sogar eine leere PET-Flasche als Auftriebsmittel Leben retten.
Corinne Hanselmann
Corina Rupp zeigt einige sinnvolle Auftriebsmittel, die Leben retten können: Ein Rettungswürfel, ein Trockensack oder eine simple Stofftasche mit leeren Petflaschen.(Bild: Corinne Hanselmann)

Corina Rupp zeigt einige sinnvolle Auftriebsmittel, die Leben retten können: Ein Rettungswürfel, ein Trockensack oder eine simple Stofftasche mit leeren Petflaschen.(Bild: Corinne Hanselmann)

Baden in idyllisch gelegenen Bergseen kann sehr schön, aber auch gefährlich sein. So kam es am Sonntag im Voralp­see bei Grabs tragischerweise zu einem tödlichen Badeunfall, wobei die Unfallursache noch nicht geklärt ist.

Die Präsidentin der Sektion Sarganserland der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) erklärt auf Anfrage des W&O, worauf man achten sollte, um Badeunfälle möglichst zu verhindern. «Grundsätzlich gelten auch an Bergseen die allgemeinen Baderegeln der SLRG», so Corina Rupp. Diese sind: Kinder nur begleitet ans Wasser lassen; nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser; nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen; Luftmatratzen und Schwimmhilfen bieten in tiefem Wasser keine Sicherheit; lange Strecken nie alleine schwimmen und nie überhitzt ins Wasser springen.

Körper muss sich der Umgebung anpassen

«Gerade wenn man von einer Wanderung oder Biketour an einen See kommt und sich erfrischen möchte, ist es wichtig, dass man langsam ins Wasser geht. Nur so hat der erhitzte Körper eine Chance, sich an die kühle Umgebung anzupassen», so Rupp, die regelmässig Rettungsschwimmkurse leitet. Bei flachen Bergseen gilt es zu beachten, dass die Temperaturschwankungen gross sein können. An heissen Sommertagen heizt sich das Wasser schnell auf, kühlt aber nachts oder bei schlechtem Wetter auch schnell ab. «Grundsätzlich ist Baden in Wasser, welches kühler als unsere Körpertemperatur ist, für unseren Kreislauf anstrengend. Der Körper muss Energie aufwenden, um sich warm zu halten», erklärt Rupp.

Pflanzen und Schlamm können Panik auslösen

Alle, die ausserhalb eines Schwimmbads oder Badestrands mit Bademeister ins Wasser gehen, sind selber für die persönliche Sicherheit verantwortlich. «Man muss sich der eigenen Leistungsfähigkeit und der eigenen Tagesverfassung bewusst sein und seine Grenzen gut kennen», sagt Rupp. Ein besonderes Augenmerk gelte dabei Kindern. Im Vergleich mit einem Schwimmbad mit klarem und allenfalls geheiztem Wasser lauern an einem See weitere Gefahren. «Wenn jemand wegen Berührungen mit Pflanzen Panik bekommt und sich unkontrolliert strampelnd darin verheddert, kann dies schnell gefährlich werden. Schlammiger Untergrund kann, wenn man es sich nicht gewohnt ist, ebenfalls Panik auslösen», so die Fachfrau. Auch Strömungen bei Bach­ein- oder ausläufen muss Beachtung geschenkt werden.

Eine leere PET-Flasche reicht zur Not als Hilfsmittel

Das Wasser im Voralpsee ist sehr trüb. Man sieht nur wenige Zentimeter weit.

«Das trübe Wasser ist grundsätzlich nicht gefährlich. Aber man vergisst gerne, dass man etwas Verlorenes darin fast nicht mehr findet – auch untergehende Personen nicht.»

Doch wie erkennt man überhaupt eine Person, die in Schwierigkeiten geraten ist? Und was kann man tun, wenn man selber kein ausgebildeter Rettungsschwimmer ist? «Jemand, der in Panik gerät, fuchtelt meist wild herum oder schreit», so die Fachfrau. Ertrinken hingegen geschieht meistens lautlos und wird oft erst bemerkt, wenn jemand plötzlich nicht mehr da ist. «Wichtig ist, dass man eine beobachtete Situation als Notfall wahrnimmt. Im Zweifelsfall fragt man lieber einmal zuviel, ob alles in Ordnung ist. Wenn dies nicht möglich ist, sollte man Alarm auslösen». Auch wenn man kein Rettungsschwimmer ist, könne man helfen, indem man zum Beispiel einer Person in Not mit Zurufen Mut macht oder sie beruhigt. Etwa mit: «Legen Sie sich auf den Rücken und versuchen Sie ruhig zu atmen.»

Bevor man selbst ins Wasser steigt, gilt es an die eigene Sicherheit zu denken und ein Auftriebsmittel mitzunehmen.

«Zur Not reicht eine leere PET-Flasche. Diese kann man einer ertrinkenden Person reichen und sie so ans Ufer zurück bringen.»

Tatsächlich reiche die Auftriebskraft einer PET-Flasche, dass eine normalgewichtige erwachsene Person nicht untergehe. «Ideal wäre natürlich, wenn auch an unbewachten Badestränden Rettungsmittel wie Rettungsringe stationiert sind. Leider wird damit aber immer wieder Unfug getrieben, sie werden zum Spielen verwendet oder geklaut», so Corina Rupp.

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