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Lustvoll gärtnern mit Lubera

Der 8. Werdenberger Innovationspreis geht an die Firma Lubera von Markus Kobelt in Buchs. Das Unternehmen ist schon längst nicht mehr nur eine Baumschule und zeichnet sich durch immer neue Pflanzenzüchtungen aus.
Katharina Rutz
Die Selektion von Pflanzen, mit denen weitergezüchtet wird (im Bild die Apfelbäume mit roter Etikette), gehört zu den Hauptaufgaben von Markus Kobelt, Inhaber und Gründer von Lubera. (Bild: Bilder: Katharina Rutz)
Als neues Projekt versucht sich Lubera an der Züchtung von Gemüse. Hier zu sehen sind zwei von rund 50 Auberginen-Testsorten.
An dieser Stelle wurde der veredelte Apfelbaum auf die «Unterlage» aufgepfropft.
Der Online-Verkauf macht einen immer grösser werdenden Anteil am Umsatz von Lubera aus. Die Pflanzen werden gut verpackt verschickt.
Mit der Zucht von Obstbäumen hat Markus Kobelt begonnen. Sie ist auch heute noch ein wichtiges Standbein.
Eine rot blühende Erdbeere ist ebenfalls eines der aktuellen Züchtungsprojekte von Lubera.
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Lustvoll gärtnern mit Lubera

Das Züchten von Pflanzen ist Markus Kobelt, dem Inhaber von Lubera, in die Wiege gelegt worden. Bereits sein Urgrossvater, Burkhard Gasenzer, inserierte 1889 in der Zeitung seine Obstbäume. Die Familie Gasenzer züchtete auf dem eigenen Bauernhof über drei Generationen Obstbäume. «1993 gründete ich zusammen mit meiner Tante, Anni Grässli-Gasenzer, die Rhein-Baumschulen, die diese Tradition wieder aufnahmen und fortführten», sagt Markus Kobelt.

Schliesslich konzentrierte sich Markus Kobelt statt auf den Erwerbsanbau auf Hobbygärtner und erweiterte sein Sortiment mit Beeren- und Rosenpflanzen. Es wurde Zeit für einen Markennamen. Lubera ist die Kombination von «lustvoll» und «Beeren».

Heute produziert Lubera nach wie vor Pflanzen in der Baumschule im Altendorfer Hanfland in Buchs. Ausserdem züchten Markus Kobelt und seine Mitarbeiter leidenschaftlich gerne neue Sorten. «Ein Garten an sich ist statisch, er verändert sich höchstens aufgrund der Jahreszeiten», so Kobelt. Deshalb wolle man eben Abwechslung bei den Sorten und vor allem eine andere Sorte als der Nachbar.

Feine Früchte und hübsch anzusehen

Die Herausforderungen bei der Züchtung für Hobbygärtner liegen darin, einfach zu kultivierende, resistente und robuste Pflanzen zu züchten. Die Pflanzen sollen aber auch ein Erlebnis bieten und entweder sehr gut schmeckende Früchte tragen oder hübsch aussehen. Besser noch sie tun beides. «Der Nutz- und Zierwert ist im privaten Garten wichtiger als der eigentliche Ertrag der Pflanze», ist Markus Kobelt überzeugt. Deshalb eignen sich auch nicht dieselben Pflanzen für den Hobbygarten-Markt wie für den Erwerbsanbau. «Bisweilen gelangen unsere Züchtungen auch in den Erwerbsanbau, welchen wir aber ausgelagert haben», sagt Markus Kobelt.

Für die Züchtung ist der Gründer und Inhaber von Lubera noch selber verantwortlich. Er geht persönlich durch die Reihen von Pflanzen und selektiert diejenigen, aus denen in einigen Jahren eine neue Sorte entstehen soll. Dabei spielt manchmal auch der Zufall eine Rolle. «Für den privaten Garten kann auch eine Pflanze interessant sein, die ungewöhnlich klein ausfällt – beispielsweise für auf den Balkon», erklärt Kobelt. So würden gewisse Züchtungsideen von der Pflanze ausgehen, und andere Ideen versucht Kobelt von seinem Kopf auf die Pflanze zu übertragen.

Jedes Jahr bringt Lubera bis zu 15 neue Pflanzensorten auf den Markt. Zurzeit wird das Sortiment mit Gemüse erweitert. Krankheitsresistente Freiland-Tomaten hat Lubera bereits im Angebot. Aktuell wachsen auf dem Gelände von Lubera zudem 50 verschiedene Auberginen-Sorten: weisse, gelbe, rote, runde, längliche, grosse und kleine. «Dieses Jahr war eines der besten Züchtungsjahre überhaupt», freut sich Markus Kobelt. «Wir haben sicher 180 Selektionen durchgeführt.»

Eine Geschichte gehört dazu

Beim Rundgang durch das Produktionszentrum und die Baumschule von Lubera weiss Markus Kobelt über jede Pflanze eine Geschichte zu erzählen. «Rhabarber war im Mittelalter eine Medizinalpflanze, deren Wurzel mit Gold aufgewogen wurde. Erst viel später kam man auch darauf, dass die Stängel essbar sind», so ein Beispiel. Neben der Zucht ist das Erzählen von Garten-Geschichten die zweite Leidenschaft von Markus Kobelt. Deswegen führt Lubera einen Blog im Internet und versendet regelmässig einen Gartenbrief. Auf Youtube hat Lubera den sehr erfolgreichen Kanal «Gartenvideo.com».

Der Verkauf von Lubera-Pflanzen erfolgt über die Landi, das Gartencenter Maier in Dürnten, Bestellungen aus dem Katalog und immer mehr auch über den Online-Shop. «Wir haben dieses Jahr gar auf den Druck eines Katalogs verzichtet», sagt Kobelt.

Online-Handel wächst stark

Bis zu 40 Prozent des Umsatzes generiert Lubera in der Schweiz bereits über den Online-Verkauf – Tendenz steigend. Seit 2012 betreibt Lubera auch in Deutschland, in Bad Zwischenahn, einen Baumschulstandort. Dort werden die gleichen Sorten wie in der Schweiz produziert. Die europäischen Kunden können somit auch aus dem EU-Raum beliefert werden. In Deutschland beträgt der Online-Anteil der Verkäufe sogar 70 Prozent. Für den Versand hat Lubera ein eigenes Verpackungssystem entworfen, selbst grosse Pflanzen können so verschickt werden.

1500 Sorten produziert Lubera selber, weitere 3500 Sorten hat das Unternehmen über seine Partner im Angebot. Zusammen mit der deutschen Tochterfirma macht Lubera rund sechs Millionen Franken Umsatz pro Jahr und beschäftigt in der Schweiz rund 20 und in Deutschland rund 15 Mitarbeitende.

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