Lukashaus-Bad und ein zweites regionales Hallenbad als Lösungen diskutiert

Wie der W&O zeigte, werden die Wasserzeiten für den schulischen Schwimmunterricht in der Region Werdenberg-Liechtenstein immer knapper. Am Infoanlass mit Podium im Lukashaus sorgten diese Recherchen für Dynamik in der Diskussion.

Hanspeter Thurnherr
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Die Besichtigung des seit 2014 wasserlosen Hallenbades im Lukashaus bildete den Auftakt zum Informationsabend.

Die Besichtigung des seit 2014 wasserlosen Hallenbades im Lukashaus bildete den Auftakt zum Informationsabend.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Der Informationsanlass des Forums Hallenbad Grabs vom Donnerstagabend im Lukashaus war auch verbunden mit einem Podiumsgespräch, an dem neben Initiant Christian Lippuner auch Gemeindepräsident Niklaus Lippuner, die Buchser Schulpräsidentin und Stadträtin Katrin Frick, der Gamser Schulpräsident Matthias Wettstein und Erich Koch, Präsident des Schwimmclubs Flös, teilnahmen. Dass die Wasserzeiten heute in den Hallenbädern sehr knapp seien, bestätigten Frick, Koch und mehrere Lehrkräfte im Publikum.

«Wir haben das Problem wahrgenommen»

Zum Auftakt konnten die Besucher des Anlasses das wasserlose Lukashaus-Hallenbad besichtigen. Später blickte Christian Lippuner, Initiant des Forum Hallenbad Grabs und Stiftungsrat der Lukashausstiftung, zurück. 2014 hatte der damalige Schulrat entschieden, den Schwimmunterricht aus Kostengründen ins Buchser Hallenbad Flös und nach Eschen zu verlegen, auch weil Schwimmen kein obligatorisches Schulfach war.

Ohne die Mitfinanzierung der Schule machte es aber für das Lukashaus keinen Sinn, das Bad weiter zu betreiben. Betroffen von der Schliessung waren aber auch andere Schwimmnutzer. «Die Nutzung des Bades durch das Lukashaus tendierte allerdings in den letzten Jahren gegen Null», sagte Christian Lippuner.

Reaktivierung würde 250'000 bis 470'000 Franken kosten

2019 liess die Lukashaus-Stiftung eine technische Zustandsanalyse erstellen, welche Kosten bei einer Reaktivierung anfallen würden. Je nach Ausbau zwischen 250'000 und 470'000 Franken. Die Stiftung machte der Gemeinde den Vorschlag, ihr das Bad zehn Jahre kostenlos zu überlassen. Die Gemeinde könnte dann das Bad nach eigenen Wünschen sanieren und betreiben.

Im Dezember sagte der Gemeinderat Nein (der W&O berichtete). Für das Lukashaus sei dies kein Schaden. Christian Lippuner sagte:

«Das Nein ist ein Schaden für die Gemeinde, nicht für das Lukashaus. Wir können es auch anders nutzen.»

Knappe Zeiten andernorts waren nicht bewusst

Warum also der Vorschlag an die Gemeinde? Verschiedenes habe sich seit 2015 verändert: unter anderem werden die Wasserzeiten in den anderen Schwimmbädern knapp, Schwimmen ist im Lehrplan 21 drin, das Lukashaus wird ans Fernwärmenetz angeschlossen.

Das Forum möchte eine seriöse Prüfung des Themas Hallenbad – inklusive allfälliger Neubau eines Hallenbades in Grabs oder einer innovativen Lösung mit Traglufthalle, wie es bereits der Schwimmclub Flös bei der Stadt Buchs eingebracht habe. An Beispielen von anderen Gemeinden zeigte Christian Lippuner, was je nach Grösse die ungefähren Baukosten und jährlichen Defizite wären.

Es folgte ein Podiumsgespräch unter der Moderation von Ralph Dietsche. Der Grabser Gemeindepräsident Niklaus Lippuner sagte:

«Für den Schulrat ist das Bad nicht geeignet für den Schulunterricht. Deshalb hat der Gemeinderat den negativen Entscheid gefällt.»

Das mit den knappen Schwimmzeiten andernorts habe man so nicht gewusst. Nun zeige sich, dass das Problem auf die ganze Region zukomme, weshalb er es gerne mit den anderen Gemeindepräsidenten anschauen möchte.

Gemeinderat und Präsidenten der Region nehmen Thema auf

In der rege genutzten Diskussion mit dem Publikum zeigte sich rasch: Der Nein-Entscheid des Grabser Gemeinderates gegen die Reaktivierung des Lukashausbades stösst auf wenig Verständnis. Ein Redner brachte es auf den Punkt:

«Es braucht Wasserzeiten, es gibt hier
im Lukashaus eine Lösung - warum diskutieren wir noch?»

Verschiedene Lehrkräfte sagten, für die kleinen Schülern sei der Schwimmunterricht im Lukashausbad ideal gewesen. Dies habe man schriftlich schon 2014 dem Schulrat mit einer Liste von Argumenten mitgeteilt.

Gemeindepräsident Niklaus Lippuner versprach, dass er die Rückmeldungen aus diesem Anlass in den Rat mitnehme, das Problem aber auch bei den anderen Werdenberger Gemeindepräsidenten zur Sprache bringen werde.

Ein Plädoyer für eine regionale Lösung

Die Buchser Schulpräsidentin Katrin Frick und SC-Flös-Präsident Erich Koch bestätigten, dass es in allen Hallenbädern der Region (Buchs, Eschen, Triesen, Balzers) immer enger werde. «Wir haben schon vor längerer Zeit kommuniziert, dass es mittelfristig kaum mehr Platz für andere Schulen geben wird», ergänzte Frick.

Der Gamser Schulpräsident Matthias Wettstein sagte: «Wir haben das Problem wahrgenommen.» Er plädierte dafür, eine regionale Lösung zu prüfen, um sie allenfalls mittelfristig umzusetzen.

Standort und Kosten als zentrale Fragen

Zentrale Fragen wären der Standort und die Kosten. Könnte man allenfalls beim Flös ein zweites Bad bauen? Für Erich Koch wäre dies ideal, da man im Betrieb Synergien nutzen könne. Zusätzlich würde auch die Reaktivierung des Lukasbades rasch und kostengünstig zu einer Entspannung führen. Doch die Landreserven beim Flös seien auch für Schul- und Turnraumerweiterungen gedacht, sagte Katrin Frick.

Für Christian Lippuner ist klar: «Das eine tun und das andere nicht lassen. Also Reaktivierung Lukashausbad und mittelfristig regionale Lösung suchen.»