Auch der Luftraum um den Heliport Balzers wird wegen WEF zur Hochsicherheitszone

Die auf dem Heliport Balzers stationierten Helikopter bleiben während des WEF mehrheitlich auf dem Boden.

Julia Kaufmann
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Für den Heliport Balzers gibt’s Einschränkungen.

Für den Heliport Balzers gibt’s Einschränkungen.

Tatjana Schnalzger

Am Dienstag beginnt das Weltwirtschaftsforum WEF in Davos offiziell. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik sowie Wissenschafter und gesellschaftliche Akteure aus aller Welt diskutieren im Bündner Kurort während vier Tagen über aktuelle globale Fragen. Unter ihnen auch US-Präsident Donald Trump. Wegen dieser Gästeliste herrscht vor, während und nach dem WEF seit jeher Ausnahmezustand. Dies nicht nur in Davos, sondern auch in weiten Teilen der Schweiz und der umliegenden Länder – zumindest, was den Luftraum betrifft. An- und Abflüge zu den Flugplätzen innerhalb der Sicherheitszone unterliegen besonderen Regeln und Verfahren, welche die Schweizerische Luftwaffe in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt erarbeitet hat.

Luftwaffe zwingt Piloten bei Missachtung zu Boden

Seit Montag und bis und mit Samstag ist in einem Radius von rund 46 Kilometern um Davos der Flugverkehr eingeschränkt. Betroffen sind Teile des Luftraums der Schweiz, Österreichs, Italiens sowie Liechtensteins – und damit auch der Heliport Balzers und seine sieben dort ansässigen Unternehmen. Er befindet sich gemeinsam mit den Flugplätzen in Bad Ragaz und Samedan in der sogenannten «R-Area». Ohne «Missionsnummer» und einen Transpondercode sowie dem detaillierten Flugplan ist das Abheben in der Zone bis Samstag untersagt. Auch dürfen während dieser Tage Gesuche für Flüge zu diesen drei Flugplätzen nur von den dort stationierten Luftfahrzeugen gestellt werden. Missachtet ein Pilot diese Vorschriften, wird er kurzerhand von der Schweizerischen Luftwaffe zu Boden gezwungen. Ausnahmen gibt es keine.

Der Flugbetrieb wird auf ein Minimum reduziert

«Damit die Piloten der bei uns angesiedelten Unternehmen fliegen dürfen, müssen sie einen Sicherheitscheck durchlaufen und eine Missionsnummer sowie eine Reihe weiterer Dokumente beantragen», erklärt René Stierli, stellvertretender Basisleiter des Heliports Balzers, und betont, dass dies sehr aufwendig sei. Das zeigt auch das Manual zum vorübergehenden Flugbeschränkungsgebiet der Luftwaffe: Ein Gesuch muss mindestens 24 Stunden vor Abflug bei der Bewilligungsinstanz, in diesem Fall die Luftwaffe, eingereicht werden. Die Bewilligung muss schliesslich zwei Stunden vor Abflug vorliegen und etwa 30 Minuten vor dem Start ist die Luftwaffe zusätzlich telefonisch zu kontaktieren, damit sie den finalen Entscheid bekanntgeben kann. Stierli:

«Deshalb beschränken wir unseren Flugbetrieb auf ein Minimum. Jene Piloten, die nicht fliegen müssen, lassen es bis Samstag auch bleiben.»

Damit gemeint sind vor allem Unterlasttransporte, wie sie etwa die Rotex Helicopter AG anbietet. Anders sieht es bei Swiss Helicopter und der Valair AG aus, welche im Rahmen des WEF beide für Personentransporte im Einsatz stehen werden. Doch auch deren Piloten bleibt das zeitaufwendige Prozedere nicht erspart.

Die Luftfahrt besteht zudem nicht nur aus Helikoptern und Flächenflugzeugen. Ebenso sind bis zum 25. Januar auch Modellflugzeuge, Drohnen, Deltasegler oder Gleitschirme diesen Bestimmungen unterworfen.

Rettungshelis können sich per Funk identifizieren

Selbst der in Balzers stationierte Rettungshelikopter «Christoph Liechtenstein» von der AP3 Luftrettung benötigt eine Starterlaubnis und eine Missionsnummer. Allerdings besteht für den diensthabenden Piloten der Luftrettung die Möglichkeit, auch kurzfristig eine solche einzuholen. «Der Rettungshelikopter ist also nicht derart grossen Einschränkungen unterworfen», hält Stierli fest.