Liechtensteiner Unihockey-Nati hat nur an Erfahrung gewonnen

Trotz 2:0-Führung - das zweite Tor erzielte der Grabser Remo Tischhauser - hat Liechtensteins Nationalmannschaft auch ihr letztes WM-Quali-Spiel verloren.

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Es hat nicht sollen sein: Am Ende jubelten die Franzosen, die Liechtensteiner verloren auch die vierte Partie.

Es hat nicht sollen sein: Am Ende jubelten die Franzosen, die Liechtensteiner verloren auch die vierte Partie.

Bild: Reto Voneschen

(lu) Ungewohnte Gefühle erlebten Liechtensteins Nationalspieler beim Platzierungsspiel an der WM-Qualifikation in Lettland. Denn zu Beginn der Partie gegen Frankreich am Samstagmorgen ging Liechtenstein erstmals in einem WM- Qualifikationsspiel in Führung. Robin Baracchi war es, welcher in der 8. Minute für den historischen Moment sorgte. Team- Topskorer Remo Tischhauser doppelte keine Minute später gar mit dem 2:0 nach.

Es war leider aber auch der beste Liechtensteiner Moment in diesem Spiel. Bis zur Pause glichen die Franzosen durch ihren besten Mann, Hugo Botton, aus. Unter der Regie des wirbligen Stürmers drehte die junge französische Equipe die Partie bis Spielhälfte in ein 6:2 um. Die geplante Schlussoffensive erstickten «Les Bleus» mit zwei weiteren frühen Toren im Schlussdrittel. Immerhin gelang Corsin Derungs (52.) noch ein Treffer für Liechtenstein. Es war sein erstes Turniertor. Fünf Minuten später stand das Endergebnis von 11:3 durch einen weiteren Treffer Frankreichs fest.

Zu viele verletzte Spieler für einen Exploit

Dass die Liechtensteiner den geglückten Start nicht besser nutzen konnten, lag vor allem an der angespannten personellen Situation. Fabian Kramer, bisher der beste liechtensteinische Verteidiger, bezahlte die wilde Partie des Vortages gegen Spanien mit einer Adduktorenzerrung, der angeschlagene Abwehrkollege Alex Wuggenig versuchte es zwar, musste aber früh auch Forfait erklären. Als im Schlussdrittel auch noch Topskorer Tischhauser verletzt ausfiel, waren auch die letzten (kleinen) Hoffnungen auf eine Wende dahin. Nur noch zehn fitte Feldspieler standen Coach Marco Kipfer am Ende zur Verfügung.

Dass es mit 13 Feldspielern und zwei Torhütern eng werden würde bei vier Partien in vier Tagen, war im Vorfeld schon klar. Vor allem dank der ausgezeichneten Arbeit des neuen Physiotherapeuten Marcel Brügger gelang es dem liechtensteinischen Team aber, die Kräfte bestmöglich zu verwalten.

Trainer Marco Kipfer: «Die Richtung stimmt»

Trotzdem schlich sich leise Enttäuschung nach der vierten Niederlage ein. «Mit einem grösseren Kader hätten wir Frankreich geschlagen», war Kipfer überzeugt. Spielerisch waren die Franzosen nicht überlegen, mit ihrem 20-Mann-Kader aber physisch und läuferisch viel besser unterwegs.

So endete die WM-Qualifikation für das kleine Liechtensteiner Team mit einem lachenden und weinenden Auge. Zum angestrebten Sieg fehlte der Exploit, einige Minuten mit Konzentrationslücken wurden jeweils gnadenlos mit Gegentoren bestraft. Doch spielerisch waren die Fortschritte zu früheren Teilnahmen frappant. Anders als in Vorjahren, wo oftmals einfach nur auf eine nicht zu hohe Niederlage gehofft wurde, konnte das aktuelle Team oftmals auch spielerische Akzente setzen und die gegnerische Abwehr unter Druck setzen.

«Die Richtung stimmt», ist Kipfer überzeugt. Das Ziel muss sein, in zwei Jahren mit einer vergrösserten Mannschaft rund um den Stamm der aktuellen Equipe an der WM-Qualifikation teilzunehmen. Wie sich eine Führung anfühlt, hat man jetzt gesehen. Ein Gefühl, an das man sich gewöhnen könnte.