Liechtenstein wollte keine Zusammenarbeit

Nachdem der Lenkungsausschuss während einer Stunde informiert hatte, durften die Besucherinnen und Besucher des Bevölkerungsgesprächs in Grabs Fragen stellen – was rege genutzt wurde.

Corinne Hanselmann
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Ein Besucher sagte, dass er sich schon seit 20 Jahren wundere, dass es bei den Spitälern wenig Zusammenarbeit und Absprachen gebe zwischen den Kantonen und auch mit Liechtenstein. «Als Kanton St. Gallen haben wir immer wieder versucht, über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus die Zusammenarbeit zu suchen. Vor zwei Wochen waren der Finanzchef und ich in Liechtenstein und erneuerten das Angebot für eine Zusammenarbeit. Diese Angebot besteht schon seit zehn Jahren. Zur Antwort bekamen wir, dass man den eigenen Weg gehen möchte, dass man ein Konzept entwickelt habe mit einem eigenen Spitalneubau», so Hanselmann. Auch im Linthgebiet habe man eine Zusammenarbeit angestrebt mit den Spitälern Uznach und Männedorf. 2007 wurde diese von Zürich her abgesagt. «Eine Partnerschaft kann man nur realisieren, wenn das Gegenüber auch will.»

Ein anderer Besucher zeigte sich enttäuscht und fragte Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann, warum sie diese Abklärungen zur Spitalzukunft nicht schon lange vor 2014 gemacht habe, als über 930 Millionen Franken für die Erneuerung der St. Galler Spitäler abgestimmt wurde. Das verursache dem Steuerzahler doch grosse Kosten. «Man hat damals nicht alles wissen können, was in den vergangenen fünf Jahren nun passiert ist», so Hanselmann. Mit den Eingriffen des Bundesrats in die Tarife, der Immobilienübergabe vom Kanton an die Spitäler und so weiter seien Faktoren zusammengekommen, die negativ wirken. «Die Steuerzahler mussten hier bis jetzt nicht mithelfen. Damit dies auch nicht passiert, weil sich verschiedene Vorzeichen in den letzten vier, fünf Jahren verändert haben, müssen wir nun in der jetzigen Situation gute Lösungen finden und die Strategie weiterentwickeln.»

Vielleicht sei man in fünf oder acht Jahren wieder an diesem Punkt und frage dann: «Was habt ihr denn damals studiert?». Die Welt bleibe halt nicht stehen, gerade im Gesundheitswesen sei in letzter Zeit ein mächtiger Wind vom Wandel spürbar, so die Regierungsrätin. «Eine Strategie muss dynamisch sein.» Entschieden sei zudem noch nichts, das sei nun ein demokratischer Prozess.

Wenn man jetzt nichts verändert, wäre beispielsweise in der Spitalregion Wil-Wattwil spätestens 2020/21 Ebbe und das Geld aufgebraucht, sagte Verwaltungsratspräsident Felix Sennhauser als Antwort auf die Frage eines Besuchers zur finanziellen Perspektive. Er unterstrich damit die Dringlichkeit des Projekts.