Liechtenstein übernimmt Federführung: Zusätzliche Fahrbahn Vaduz–Sevelen ist in Abklärung

Das Land Liechtenstein hat neu die Federführung übernommen im Projekt Rheinübergang Vaduz–Sevelen, weil die Schweizer Behörden keine Kapazitäten haben und das Projekt zurückstuften.

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Über 20000 Fahrzeuge überqueren die Brücke täglich.

Über 20000 Fahrzeuge überqueren die Brücke täglich.

Heini Schwendener

(dv/wo) Die Liechtensteiner Regierung hat zehn Leitprojekte definiert, die kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden sollen. Eines davon ist der Rheinübergang Vaduz–Sevelen. Die intensive Verflechtung der Pendlerströme zwischen Werdenberg und Liechtenstein führt auch zu grossen Belastungen des Rheinübergangs Vaduz-Sevelen. Der durchschnittliche Werktagsverkehr beläuft sich auf 20970 Fahrzeuge –  innerhalb der Spitzenstunden passieren 7324 Fahrzeuge diese Stelle. In Vaduz arbeiten 10726 Voll- und Teilzeitbeschäftigte. Und davon sind wiederum 5214 Personen Zupendler.

Heutige Belastung liegt über der Kapazitätsgrenze

Die heutige Führung der Zollstrasse zwischen Vaduz und der Rheinbrücke mit zwei kurz aufeinanderfolgenden engen 90-Grad-Kurven und der relativ grossen Längsneigung auf der Kreiselzufahrt limitiert die Leistungsfähigkeit des Systems vor allem in der Abendspitze. Bereits die heutigen Belastungen liegen über der Kapazitätsgrenze des Systems mit entsprechendem Rückstau auf der Zollstrasse. Und: Ohne Anpassungen an der Linienführung kann auch in Zukunft nicht mehr Verkehr von Vaduz Richtung Rheinbrücke bewältigt werden.

Den Schweizer Behörden fehlen die Kapazitäten

Klar ist: Mit der geplanten Entstehung von zusätzlichen Arbeitsplätzen im Raum Vaduz–Triesen wird sich die Lage weiter verschärfen. Neben der Strassenverbindung Vaduz–Triesen (auch eines der zehn Leitprojekte) sind deshalb auch Arbeiten zur Erstellung eines Vorprojekts im Gange. Dieses wird in enger Abstimmung mit dem Kanton St. Gallen und dem Astra erstellt, wobei die Federführung aufgrund fehlender Kapazitäten der Schweizer Behörden neu beim Land Liechtenstein liegt. «Das Projekt umfasst neue Lösungen für die Knoten beim Autobahnanschluss in Sevelen sowie den Ausbau der Kreuzungen auf der Liechtensteiner Seite bis zur Wuhrstrasse», wird dazu im Mobilitätskonzept der Regierung ausgeführt. Dieses beinhalte auch eine verbesserte Anbindung des Industriezubringers Vaduz–Triesen sowie die Optimierung der Vekehrsführung der Zollstrasse inklusive Anbindung des geplanten Landesspitals. Zur Verbesserung des Verkehrsflusses und der Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs ist die Erstellung einer zusätzlichen Fahrbahn zwischen der Rheinbrücke und der Wuhrstrasse in Abklärung. Weiter soll auf der dreispurigen Rheinbrücke eine flexible, tageszeitabhängige Nutzung der Mittelspur eingerichtet werden.

Erneute Einstufung als A-Massnahme erreichen

Geplant ist, das Vorprojekt über das Agglomerationsprojekt im Juni 2021 einzureichen. «Dies mit dem Ziel, eine Einstufung als A-Massnahme zu erreichen», erklärt die Regierung im Mobilitätskonzept. Zur Erklärung: Im Prüfbericht vom September 2018 wurde der Rheinübergang Vaduz–Sevelen vom Schweizer Bund von einer A- in eine B-Massnahme zurückgestuft, da nach Auffassung des Bundes die nötige Bau- und Finanzreife für eine A-Massnahme aufgrund der fehlenden Abstimmung mit der Unterhaltsplanung des Astra nicht gegeben sei. Dies hängt damit zusammen, dass der Autobahnabschnitt in der Planung des Bundes frühestens ab 2023 zur Sanierung geplant ist. Die Regierung möchte mit dem Vorprojekt wieder eine neue Einstufung als A-Massnahme erreichen. Falls dies klappt, wäre die Realisierung dann für die Jahre 2024 bis 2028 vorgesehen.